Nahost-Quartett kritisiert Israel und Palästinenser

22. Juni 2003, 17:01
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Sharon soll mit "gezielten Tötungen" aufhören, Abbas Terroranschläge verhindern

Amman/Kairo - Sowohl Israel als auch die Palästinenser behindern nach Ansicht des so genannten Nahost-Quartetts die Verwirklichung des internationalen Friedensplans durch neue Gewalt. In einer gemeinsamen Erklärung, die nach einem Treffen der Vertreter des aus den USA, der EU, Russland und den Vereinten Nationen bestehenden Quartetts in Jordanien verlesen wurde, wird Israel aufgefordert, "Aktionen, die zum Tod palästinensischer Zivilisten führen", zu beenden.

Diese Tötungen zerstörten das gegenseitige Vertrauen und die Aussichten auf eine Zusammenarbeit beider Seiten, heißt es. Die israelische Regierung solle die palästinensische Führung vielmehr unterstützen und müsse dringend Schritte unternehmen, um das Leiden des palästinensischen Volkes zu beenden.

Powell: "Eigentliche Schuld liegt an Hamas und Dschihad"

Gleichzeitig forderte das Quartett die palästinensische Regierung unter Ministerpräsident Mahmud Abbas auf, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um Terroranschläge gegen Israelis zu verhindern. Die eigentliche Schuld dürfe aber nicht der Autonomiebehörde zugeschoben werden, sondern liege bei den radikalen Palästinensergruppen Hamas und Dschihad, sagte US-Außenminister Colin Powell.

Das Nahost-Quartett traf am Rande einer Sonderkonferenz des Weltwirtschaftsforums (WEF) am Ufer des Toten Meeres in Jordanien zusammen. Für die EU nahmen der griechische Außenminister Giorgos Papandreou sowie der EU-Beauftragte für Außen- und Sicherheitspolitik, Javier Solana, an dem Treffen teil.(APA/dpa)

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