Dresden: Unbekannte Gruppe übernimmt Verantwortung für Kofferbombe

22. Juni 2003, 15:36
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Ermittler finden in Bekennerschreiben aber keine heiße Spur

Berlin - Zwei Wochen nach dem Fund der Dresdner Kofferbombe hat eine bisher unbekannte Gruppe die Verantwortung für den versuchten Anschlag übernommen. Das Landeskriminalamt wertete das entsprechende Bekennerschreiben aber nicht als heiße Spur.

Ein Sprecher des Landeskriminalamts Dresden teilte am Sonntag mit, ein Bekennerschreiben der Gruppe "Kaukasische Befreiungsfront Abu Achikoba" sei bereits am Freitag beim Axel-Springer-Verlag in Hamburg eingegangen. Der Verlag habe den Brief, der einen niederländischen Poststempel trage, dann an die Polizei weiter geleitet.

"Spur von vielen"

Über die Glaubwürdigkeit des Schreibens äußerte sich der Sprecher zurückhaltend. "Das ist eine Spur von vielen, der wir nachgehen müssen", sagte er. "Über die Gruppierung gibt es keine Erkenntnisse." Es sei nicht auszuschließen, dass die Organisation frei erfunden sei.

Das Schreiben werde von Landes- und Bundeskriminalamt überprüft, sagte der Sprecher. Auch die Internationale Polizeibehörde Interpol sei eingeschaltet. Über den genauen Inhalt des Briefs machte er keine Angaben. Die Öffentlichkeit werde im Laufe der Woche über die Ergebnisse unterrichtet.

Vor zwei Wochen war im Dresdner Hauptbahnhof eine Kofferbombe entdeckt worden, die 1,6 Kilogramm Sprengstoff enthielt und nach Angaben der Ermittler vor Ort explodieren sollte. Bisher fehlte jedoch eine heiße Spur, wer hinter dem geplanten Anschlag stecken könnte. Auch die Analyse von DNA-Material hatte keine neuen Erkenntnisse gebracht. (APA/Reuters)

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