Saudiarabien: 44 mutmaßliche Terroristen festgenommen

22. Juni 2003, 15:27
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Fahndung geht weiter - Kronprinz Abdullah appelliert zu Mitarbeit der Bevölkerung

Jeddah/Kairo - Die saudische Polizei hat in den vergangenen sechs Wochen nach Angaben von Innenminister Prinz Naif Ibn Abdelaziz 44 mutmaßliche TerroristInnen festgenommen, darunter vier Frauen. Nach weiteren Verdächtigen, die in Kontakt zu zwei kürzlich entdeckten Terror-Zellen in der Hauptstadt Riad und in der heiligen Stadt Mekka stehen sollen, werde noch gefahndet, sagte der Minister in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der saudischen Zeitung "Okazh". Er hoffe, dass es keine weiteren Terroranschläge im Königreich geben werde, könne dies aber trotz aller Anstrengungen von Polizei und Geheimdienst nicht garantieren.

Die saudische Zeitung "Al-Watan" berichtete unterdessen über die Verhaftung von zwei weiteren Verdächtigen in der Hafenstadt Jeddah und in Buraida. Die Männer, ein Saudi und ein 25 Jahre alter mutmaßlicher Extremist aus dem Tschad, sollen zu einer in der vergangenen Woche in Mekka gefassten Terrorzelle gehören.

Tote nach Schießerei

Bei einer Schießerei in einer Wohnung der Terroristen in der islamischen Pilgerstadt Mekka waren fünf Verdächtige und zwei Polizisten erschossen worden. Nach Angaben der saudischen Sicherheitskräfte hatten die Terroristen die Wohnung mit Sprengfallen präpariert. Einige Sprengladungen seien in Ausgaben des Koran versteckt worden. Wenige Tage nach der Schießerei nahmen die Polizisten am Donnerstag in Mekka vier Ehefrauen der Verschwörer fest, in deren Wohnung Maschinengewehre und zwei Granaten gefunden worden sein sollen.

Bewohner zur "Mitarbeit" aufgerufen

Selbstmordattentäter, die dem Terrornetzwerk El Kaida von Osama bin Laden zugerechnet werden, hatten am 12. Mai in Riad drei Ausländer-Wohnsiedlungen angegriffen und dabei 35 Menschen getötet. Der saudische Kronprinz Abdullah Ibn Abdelaziz forderte die Bürger des Königreichs am Samstag bei einer Versammlung von Prinzen und Honoratioren in Jeddah auf, gewaltbereiten islamischen Extremisten keinen Unterschlupf zu gewähren. Die Saudis sollten "ihre religiöse und nationale Pflicht erfüllen" und die Sicherheitskräfte über den Aufenthaltsort von Mitgliedern militanter Gruppen oder ihrer Sympathisanten informieren. (APA/dpa)

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