Umfrage: Jeder Dritte hält Pensionisten für benachteiligt

23. Juni 2003, 08:32
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market-Umfrage: ÖsterreicherInnen sehen sich durch Pensionsreform benachteiligt und drängen auf Harmonisierung der Systeme - mit Grafik

Linz/Wien - Noch ist die Bundesrats-Mehrheit für die Pensionsreform nicht gesichert - einige FPÖ-Bundesräte drohen, gegen den Nationalratsbeschluss zu stimmen; aber schon steht für die Österreicher ziemlich klar fest, wessen Handschrift diese Reform trägt: Es ist Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Gleichzeitig steigen die Umfragewerte der ÖVP wieder leicht an.

Durchsetzer heißt Schüssel

73 Prozent sagen, Schüssel habe sich durchgesetzt. Von Jörg Haider, der mehrfach Nachbesserungen verlangt hatte, sagen das nur 25 Prozent (wobei sich die Werte in der kleinen Gruppe deklarierter FPÖ-Wähler nicht vom Durchschnitt unterscheiden).

Anders ist das beim Gewerkschafter Fritz Verzetnitsch: Nur jeder dritte Österreicher, aber jeder zweite SPÖ-Wähler sieht, dass der ÖGB-Chef bei der Pensionsreform Änderungen durchgesetzt hat.

Schlechte Noten für Reform

Allerdings bekommt die Pensionsreform in dieser market-Umfrage generell schlechte Noten. market fragte: "In vielen europäischen Ländern werden jetzt die Pensionssysteme reformiert. Die Voraussetzungen sind ja unterschiedlich, aber so rein gefühlsmäßig: Werden die österreichischen Pensionisten nach Abschluss der Reformen eher besser, etwa gleich gut oder eher schlechter da stehen als Pensionisten in anderen europäischen Ländern?"

Darauf sagten 33 Prozent, dass die österreichischen Pensionisten im internationalen Vergleich eher schlecht da stünden. Es sind vor allem jüngere Befragte sowie Wähler von SPÖ und FPÖ, die die österreichischen Pensionisten als benachteiligt ansehen.

22 Prozent meinen, die österreichischen Pensionisten hätten es nach der Reform im Vergleich mit Pensionisten anderer Länder eher gut. Das ist eine vor allem unter ÖVP-Wählern und Selbständigen verbreitete Meinung.

32 Prozent meinen, dass es den Pensionisten bei uns etwa gleich gut gehen wird wie im europäischen Ausland. Keine Auskunft gaben 14 Prozent.

"Pensionsexperten"

"Die lange Pensionsdiskussion hat erstaunlich viele Österreicher nach eigener Einschätzung zu Pensionsexperten gemacht," erläutert market-Studienleiter David Pfarrhofer: "65 Prozent sagen, dass sie eine konkrete Vorstellung haben, was die Harmonisierung der Pensionssysteme betrifft." Dabei sehen 17 Prozent große, 26 Prozent immerhin einige Auswirkungen der Harmonisierung auf sich zukommen. Mehr als die Hälfte der Befragten sieht kaum (29 Prozent) oder gar keine persönlichen Auswirkungen (22). Quer durch alle Bevölkerungsgruppen wird die Harmonisierung befürwortet - 80 Prozent wünschen sie sich. Besonders hoch ist die Zustimmung unter ÖVP-Wählern. (Conrad Seidl/DER STANDARD, Printausgabe, 23.6.2003)

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  • Wer gestaltete die Pensionsreform?
    grafik: der standard

    Wer gestaltete die Pensionsreform?

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    "The winner takes it all": Bundeskanzler Wolfgang Schüssel

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