Saddam Hussein nicht bei Raketenangriff auf Konvoi getötet

23. Juni 2003, 21:33
27 Postings

Berichte über Saddams Tod nach US-Angaben nur "Wunschdenken" - US-Raketenangriff auf Konvoi vergangenen Mittwoch galt hohen irakischen Beamten

Washington - Der entmachtete irakische Staatschef Saddam Hussein ist nach US-Angaben nicht bei dem Raketenangriff auf einen Konvoi im Irak am vergangenen Mittwoch getroffen worden. Ziel des US-Beschusses seien hochrangige Beamten der gestürzten Regierung gewesen, sagte ein Beamter des US-Verteidigungsministeriums am Montag. Berichte, wonach sich in dem verdächtigen Konvoi in Richtung Syrien Saddam Hussein oder einer seiner Söhne befunden hätten, seien "Wunschdenken".

Keine DNA-Tests

Seiner Kenntnis nach gebe es auch keine DNA-Tests der menschlichen Überreste in den zerstörten Fahrzeugen, die mit Saddam Husseins DNA abgeglichen würden, sagte der Beamte. Die britische Wochenzeitung "The Observer" hatte am Sonntag unter Berufung auf US-Militärkreise berichtet, dass die US-Luftwaffe und Bodentruppen am Mittwoch nahe der irakischen Stadt Kaim einen Konvoi mit Raketen beschossen hätten, in dem sich möglicherweise der entmachtete irakische Staatschef und sein ältester Sohn Udai befunden hätten.

Zuvor sei ein Satellitentelefonat abgehört worden, das von Saddam Hussein oder einem seiner beiden Söhne geführt worden sei. Der am vergangenen Montag festgenommene Privatsekretär Saddam Husseins, Abid Hamid Mahmud el-Tikriti, hatte ausgesagt, dass sich der entmachtete Präsident mit seinen Söhnen Kusai und Udai weiter im Irak aufhalte.

Angriff möglicherweise auf syrischem Gebiet

Der US-Raketenangriff auf einen Konvoi an der irakisch-syrischen Grenze am vergangenen Mittwoch ist nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums möglicherweise auf syrischem Gebiet erfolgt. Es habe Verletzte unter syrischen Zivilisten gegeben, sagte ein Pentagon-Sprecher am Montag. Sie würden von US-Kräften medizinisch versorgt.

Ziel des Beschusses waren dem US-Verteidigungsministerium zufolge hochrangige Beamten der gestürzten irakischen Regierung. Berichte, wonach sich in dem verdächtigen Konvoi Ex-Machthaber Saddam Hussein oder einer seiner Söhne befunden hätten, hatte ein Sprecher als "Wunschdenken" bezeichnet. Hinweise darauf gebe es nicht.

(APA)

Share if you care.