Bush: Depots von Massenvernichtungs- waffen möglicherweise geplündert

21. Juni 2003, 21:10
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Erklärung für bisher erfolglose Suche

Washington - US-Präsident George W. Bush geht anscheinend nunmehr davon aus, dass mögliche Depots von Massenvernichtungswaffen im Irak in den letzten Tagen des Regimes von Saddam Hussein geplündert wurden. Entsprechend äußerte sich Bush am Samstag in seiner wöchentlichen Rundfunkansprache. Nach Einschätzung von Beobachtern ist es das erste Mal, dass der Präsident Plünderungen als Erklärung dafür anführte, dass bisher keine Massenvernichtungswaffen gefunden wurden.

In den vergangenen Wochen hatten sich Vorwürfe gemehrt, nach denen die Regierung Bush die irakische Bedrohung übertrieben dargestellt habe, um einen Krieg gegen das Land zu rechtfertigen. Bisher war das Ausbleiben von Waffenfunden damit erklärt worden, Saddam habe sie entweder gut versteckt oder sie seien rechtzeitig vor dem Krieg vom Regime vernichtet worden.

"Über ein Jahrzehnt lang hat Saddam Hussein alles getan, um seine Waffen vor der Welt zu verstecken", sagte Bush in seiner Rundfunkansprache wörtlich. "Und in den letzten Tagen des Regimes wurden Dokumente und als Waffendepots verdächtige Einrichtungen geplündert und in Brand gesetzt." Die Geheimdienste vieler Nationen seien zum Schluss gekommen, dass Saddam illegale Waffen besessen habe, fuhr Bush fort. "Wir sind entschlossen, das wahre Ausmaß von Saddams Waffenprogrammen aufzudecken, egal, wie lange es dauert." (APA/dpa)

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