Mord an jungem Klagenfurter geklärt

21. Juni 2003, 16:06
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Freundin des Opfers legte Geständnis ab - Tatwaffe im Badezimmer aufgefunden

Klagenfurt - Der Mord an einem jungen Klagenfurter, der sich bereits am vergangenen Wochenende ereignet hatte, ist geklärt. Laut Gerichtssprecher Manfred Herrnhofer hat die Freundin des Opfers am Freitagabend ein Geständnis abgelegt. Als Motiv gab die 19-Jährige aus der Landeshauptstadt an, der junge Mann habe sich von ihr trennen wollen und sie außerdem sexuell bedrängt.

Fünfzig Mal zugestoßen

Die beiden hatten einander bereits einige Jahre gekannt. Der 23-Jährige, der dem Drogenmilieu zuzuordnen ist, wollte nach Aussagen von Bekannten ein "neues Leben" beginnen und sich von dem Mädchen trennen. Am vergangenen Samstag war es in der Wohnung des Burschen am Abend zu einer Aussprache gekommen. Dabei soll er sie sexuell bedrängt haben. Darauf habe sie ein Messer genommen und ihm dieses in den Hals gestoßen, gab das Mädchen zu Protokoll.

Insgesamt hatte sie nach bisher vorliegenden Erkenntnissen rund 50 Mal zugestochen und das Opfer teilweise verstümmelt. Danach versteckte sie die Tatwaffe im Badezimmer und verließ die Wohnung.

Untersuchungshaft wegen Mordverdacht

Die Bluttat wurde erst am Feiertag entdeckt, als eine Nachbarin Verwesungsgeruch wahrnahm. Die Tatwaffe, ein Springmesser mit einer elf Zentimeter langen Klinge, wurde auf Grund der Angaben der mutmaßlichen Täterin im Badezimmer vorgefunden. Über das Mädchen wurde wegen Mordverdachts Untersuchungshaft verhängt. Der bekannte Psychiater Reinhard Haller wurde vom Gericht als Sachverständiger bestellt. (APA)

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