Appell an das soziale Gewissen

21. Juni 2003, 15:52
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Vor Beginn seiner Party "Jenseits von Afrika" mahnt Prinz William in Erinnerung an seine Mutter, die Armen nicht aus dem Blick zu verlieren

London - Prinz William, Nummer zwei in der britischen Thronfolge, hat am Samstag seinen 21. Geburtstag gefeiert und zugleich an das soziale Gewissen seiner Landsleute appelliert. In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Press Association ermahnte er seine Landsleute, die Armen nicht aus dem Blick zu verlieren.

"Ich denke, Obdachlosigkeit ist eines jener Themen, das die Leute beschönigen und nicht wirklich wahrnehmen. Es ist ein wichtiges Thema, das verstanden und betont werden muss."

Party mit Motto

Am Abend wollte William mit 300 Gästen im Schloss Windsor bei London feiern. An der Party unter dem Motto "Jenseits von Afrika" wollte auch seine Großmutter, Queen Elizabeth II., teilnehmen.

Schon als Kind habe er an der Seite seiner Mutter Diana Obdachlosenheime besucht und dabei eine Menge gelernt, vertraute William den Journalisten an. "Meine Mutter nutzte ihre Position sehr gut, um anderen Menschen zu helfen, so wie mein Vater das auch macht", sagte der Prinz, dessen Mutter 1997 bei einem tragischen Autounfall in Paris ums Leben kam. Vor wenigen Tagen hatte William ein Heim für junge Obdachlose in Wales besucht und sich mit den gleichaltrigen Bewohnern über Trendfrisuren und Musik unterhalten.

Ganz ohne schwarze Kravatten

Für seine Party am Abend wünschte sich William eine lockere Atmosphäre: "Ich dachte, es würde lustig sein, die ganze Familie ohne schwarze Krawatte zu sehen und alle dazu zu bringen, sich herauszuputzen." Auch die als steif geltende Queen Elizabeth II. fieberte William zufolge dem Abend entgegen. "Meine Großmutter könnte etwas besorgt darüber sein, was sie tragen wird und was passieren wird, aber sie freut sich sehr darauf."

Neben Familienangehörigen hat William auch zahlreiche Freunde eingeladen. Auch Jessica Craig aus Kenia, in der die britische Presse bereits des Prinzen erste Freundin sah, ist unter den Gästen. Sie hatte kürzlich eine Liaison mit dem Prinzen dementiert. Dessen wichtigstes Projekt für die kommenden zwei Jahre ist der Studienabschluss in Kunstgeschichte.

Studium hat höchste Priorität

"Es gibt zwar einige Dinge, die mich besonders interessieren, aber im Moment muss ich mich auf die Universität konzentrieren und durchs Studium kommen", sagte William, der im schottischen St. Andrews studiert.

Leidenschaft für Motorradfahren

Eine seiner größten Leidenschaften ist das Motorradfahren - zur Sorge seines Vaters. "Mein Vater ist ziemlich besorgt darüber, dass ich Motorräder so toll finde. Allerdings will er mich auch nicht vollkommen in Watte packen." Motorräder seien "einfach etwas, das mich begeistert", sagte William. "Motorradfahren kann zwar gefährlich sein, aber das ist schließlich bei einer Menge anderer Dinge genau so."

Verzicht auf Butler und Chauffeur

William gibt sich gerne bodenständig und verzichtet - anders als sein Vater in jungen Jahren - im Alltag auf Butler und Chauffeur. Seine Einkäufe im Supermarkt erledigt er selbst. In St. Andrews lebt er in einer Wohngemeinschaft; dort trägt er am liebsten zerrissene Jeans und Pullover.

Für die Monarchie ist William dennoch ein Hoffnungsschimmer: Nicht nur äußerlich ähnelt der Prinz seiner Mutter; er ist wie Diana auch überaus beliebt und könnte nach Einschätzung von Beobachtern als späterer König das angekratzte Image des britischen Königshauses aufpolieren. (APA/AFP)

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    William mit der Shakarimba Band, die aus Botswana eingeflogen ist, um die Geburtstagsparty im Windsor Castle musikalisch zu untermalen.

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