Kongolesische Regierung stationiert Bewaffnete in Bunia

21. Juni 2003, 13:20
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Kinshasa verstößt damit gegen Waffenstillstand mit Rebellen

Kinshasa - Unter Missachtung eines Waffenstillstandsabkommens mit den Rebellen hat die kongolesische Regierung nach Angaben der Vereinten Nationen bewaffnete Einsatzkräfte in der Bürgerkriegsregion im Osten des Landes stationiert. Mehr als einhundert Polizisten seien am Freitagabend an Bord von zwei Flugzeugen in der Hauptstadt der Provinz Ituri, Bunia, eingetroffen, teilte die UNO-Mission in der Demokratischen Republik Kongo (MONUC) in einer Erklärung mit.

Die Truppenentsendung werde den Entwaffnungsprozess in der Region stören, warnten die UNO-Mitarbeiter. Kinshasa hatte in Bunia demnach bereits 300 Polizisten stationiert, auch ihr Abzug war von der UNO verlangt worden.

Verstoß gegen Waffenstillstand

Die jüngste Truppenentsendung sei eigenständig von "höheren Offizieren" entschieden worden, berichtete ein AFP-Korrespondent in Kinshasa unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise. Die Regierung Kongos verstößt damit gegen einen Waffenstillstand, den sie am Donnerstag mit der größten Rebellengruppe des Landes, der Kongolesischen Versammlung für Demokratie (RCD), abgeschlossen hatte.

Die RCD kontrolliert weite Teile Ost-Kongos, in dem sich in den vergangenen Monaten die verfeindeten Volksgruppen Lendu und Hema brutale Gefechte geliefert hatten. (APA/AFP)

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