"Geisterzug" bei Los Angeles entgleist

21. Juni 2003, 15:41
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Nach 45 Kilometer langer Geisterfahrt sprangen 18 Waggons von den Schienen, zerstörten zwei Häuser und verletzte 13 Menschen

Los Angeles - Ein mit Holzbalken beladener führerloser Güterzug ist nach einer 45 Kilometer langen Reise nahe der kalifornischen Riesenmetropole Los Angeles entgleist und hat dabei drei Wohnhäuser zerstört. Nach Feuerwehrangaben vom Samstag wurden 13 Menschen, darunter drei Kinder, überwiegend leicht verletzt, als Teile der Fracht in die Gebäude stürzten.

Einem Sprecher zufolge hätte es noch schlimmer kommen können. Der "Geisterzug" war nämlich auf Randgebiete von Los Angeles zugerollt und wurde dann absichtlich aus den Schienen "geworfen", um ein mögliches Entgleisen in einem dicht bevölkerten Gebiet zu verhindern.

30 Waggons machten sich selbstständig

Nach Angaben der Eisenbahngesellschaft Union Pacific hatten sich die 30 Waggons am Freitag bei einer Weichenumstellung von der Lokomotive gelöst und selbstständig gemacht. Durch Fernbedienung wurden die Wagen schließlich auf ein Abstellgleis bei Commerce umgeleitet, wo 18 von ihnen dann aus den Schienen sprangen.

"Wir hatten keine andere Wahl, als den Zug auf diese Weise zu stoppen", verteidigte Union-Pacific-Sprecherin Kathryn Blackwell den Schritt. Weil der Zug außer Kontrolle gewesen sei, habe es auch nicht genügend Zeit gegeben, die Anlieger im Entgleisungsgebiet zu warnen. (APA/dpa)

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