Papua-Neuguinea entwickelte Landwirtschaft unabhängig

22. Juni 2003, 18:39
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Überreste zeigen, dass die Kulturtechnik nicht aus Asien importiert worden war

Washington - Das Hochland von Papua Neuguinea ist neuesten Erkenntnissen zufolge einer der wenigen Orte weltweit, an denen Landwirtschaft unabhängig von anderen Kulturen entstanden ist. Wasserbrotwurzel und Bananen wurden hier nach Angaben einer Forschergruppe aus dem australischen Adelaide seit 7.000 Jahren angebaut. Die Befunde der Wissenschaftler wurden in der Online-Ausgabe der Zeitschrift "Science" veröffentlicht.

Die von Tim Denham geleitete Gruppe fand in der Region Kuk Beweise dafür, dass frühe Bauern in der Region Abflussgräben bauten, Löcher für Pfosten gruben, um das Pflanzenwachstum zu stützen, sowie eine Reihe anderer Hinweise hinterließen, die auf organisierte Anpflanzungen deuten.

Fünf Orte weltweit

Zuvor hatten viele Wissenschaftler angenommen, dass der Ackerbau aus anderen Teilen Asiens nach Neuguinea gebracht wurde. "Die Funde in Kuk bestätigen, dass Neuguinea noch vor jeglichem bekannten südostasiatischen Einfluss ein primäres Zentrum agrikultureller Entwicklungen und Pflanzenkultivierung war", schließen die Forscher in ihrem Bericht. Die ersten Anzeichen menschlicher Besiedelung in der Region sind den Wissenschaftlern zufolge 7.800 Jahre alt.

Noch in den 50er Jahren ging man davon aus, dass die Landwirtschaft nur zwei Mal einen unabhängigen Ursprung genommen habe, einmal in der Alten sowie einmal in der Neuen Welt. Heute sind - ausgenommen Neuguineas - bereits fünf sichere Kandidaten für die unabhängige Erfindung des Ackerbaus bekannt: Der Nahe Osten, China, Mittelamerika, Südamerika und der Osten der USA. (APA/AP)

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    Die Banane: Eine Kulturpflanze mit jahrtausendealter Tradition

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