Körperdaten müssen in alle Reisepässe

21. Juni 2003, 15:20
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"So schnell wie möglich" - Biometrische Kennungen offen

Porto Karras - Die Europäische Union ist bei ihrem Gipfeltreffen am Freitag im griechischen Porto Karras überein gekommen, "so schnell als möglich" biometrische Erkennungsmerkmale in Reisedokumenten für Ausländer sowie in Pässen der EU-Bürger einzuführen. Welche Kennungen - Fingerabdrücke, Iris-oder Gesichtsvermessung - eingesetzt werden, ist noch offen. Die EU-Kommission soll entsprechende Vorschläge ausarbeiten und dabei bei den Visa beginnen. Ziel eines europaweiten Visa-Informationssystems ist es, Missbräuche wie "Visa-Shopping" durch Immigranten zu verhindern. Dafür macht die Union 250 Mio. Euro locker, weitere 140 Mio. sollen für die Rückführung von Flüchtlingen bereitgestellt werden.

Die von London vorgeschlagenen Auffanglager für Flüchtlinge jenseits der EU-Außengrenzen wird es vorerst nicht geben. Der Entwurf für die EU-Verfassung wurde indes dem Rat überreicht. Das Papier soll ab Mitte Juli erörtert werden. Keine Einigung gab es für die Agrarreform. Jean-Claude Trichet wurde als neuer Chef der EU-Zentralbank bestätigt. (red/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21./22.6.2003)

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