Russland beugt sich offenbar US-Druck

20. Juni 2003, 19:33
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Moskau verzichtet auf Lieferungen von nuklearem Brennstoff für iranische Atomanlagen

Moskau - Die russische Regierung ist im Streit um das angeblich militärische iranische Atomprogramm den USA entgegengekommen. Russland werde vorerst auf die Lieferungen von nuklearem Brennstoff an den Iran verzichten, sagte der russische Atomenergieminister Alexander Rumjanzew der Nachrichtenagentur ITAR-TASS am Freitag. Die Lieferungen des Materials würden erst wieder aufgenommen, wenn Teheran der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) den uneingeschränkten Zugang zu allen Atomanlagen des Landes ermögliche. Derzeit zeige Iran allerdings "ein hohes Maß an Bereitschaft, sein Atomprogramm durchschaubar zu machen", betonte Rumjanzew.

Khatami deutete Putin Einlenken an

Zuvor hatte der iranische Staatschef Mohammed Khatami in einem Gespräch mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin ein Einlenken angedeutet. Khatami habe ihm in einem Telefonat am Mittwochabend die Unterzeichnung "aller notwendigen Protokolle" zugesagt, sagte Putin in Moskau. Bisher weigerte sich die iranische Führung, der Aufforderung der IAEO nachzukommen und das Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag zu unterzeichnen. Dieses soll IAEO-Inspektoren den Zugang zu allen Atomanlagen des Landes öffnen.

Die USA und andere Staaten werfen dem Iran vor, Atomwaffen entwickeln zu wollen. Washington hatte Moskau wiederholt aufgefordert, die Beteiligung russischer Unternehmen am Bau des iranischen Kernkraftwerks Bushehr im Südwesten des Landes zu beenden. Die Verträge zwischen dem Iran und Russland zum Bau der Anlage haben ein Volumen von umgerechnet 700 Millionen Euro. (APA)

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