Entschädigung für Abgewiesene

20. Juni 2003, 19:32
posten

Tausende baten während der NS-Zeit an der Schweizer Grenze vergeblich um Einlass

New York - Die Schweiz hat bisher umgerechnet 1,88 Mio. Euro an 1.235 Holocaust-Opfer gezahlt, die sie an der Grenze auf deren Flucht vor den Nationalsozialisten abgewiesen hat. Die Gelder stammen aus den 1,25 Milliarden Dollar des Bankenvergleiches, der 1998 vor einem Gericht in New York erreicht worden war, teilte die jüdische Claims Conference in New York mit. Sie verwaltet die Gelder des Schweizer Flüchtlings-Programms.

Der von "Special Master" Judah Gribetz ausgearbeitete Verteilplan sah vor, an Flüchtlinge, die an der Schweizer Grenze abgewiesen wurden, je 3.625 Dollar zu verteilen. Flüchtlingen, die in die Schweiz gelassen, aber dort inhaftiert oder schlecht behandelt wurden, stehen 725 Dollar zu.

Tausende Betroffene

Gribetz rechnete anfänglich mit 20.000 Antragsstellern, davon 17.000 an der Grenze abgewiesene Personen. Sie konnten bis Ende 2001 Anträge auf Kompensation stellen. Tatsächlich gingen rund 4.500 Gesuche ein. Eine Schweizer Liste mit 6.300 Namen von Ab- oder Ausgewiesenen während der Zeit des Zweiten Weltkrieges ist auf der Internet-Seite der Claims Conference zu finden.

Wie lange es dauert, bis alle Anträge behandelt sind und wie viel Geld der Claims Conference zur Verteilung an Flüchtlinge noch bereit steht, ist noch nicht abzuschätzen, wie Hillary-Kessler Godin von der Claims Conference der Nachrichtenagentur sda erklärte.(APA/sda)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.