Ferrero-Waldner: "Anhaltelager"

22. Juni 2003, 09:52
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Austrofaschistische Diktion der österreichischen Außenministerin

Porto Karras - Außenministerin Benita Ferrero-Waldner hat einen unseligen Hang zu Fehlreaktionen in heiklen politischen Situationen. Noch in Erinnerung ist ihre hoch umstrittene Vorgangsweise bei der Verhaftung von jungen Österreichern in Genua und Indiskretionen bei der Geiselnahme von Österreichern in Algerien. Beim EU-Gipfel in Porto Karras trat sie neuerlich ins Fettnäpfchen, indem sie die vom britischen Premierminister Tony Blair geforderten Flüchtlingscamps für Asylsuchende außerhalb der EU als "Anhaltelager" bezeichnete.

Zum einen beurteilte sie die Idee, die Blair zurückgezogen hat, durchaus positiv, und zum anderen schreckt der Vergleich. "Anhaltelager" wurden von der austrofaschistischen Regierung unter Engelbert Dollfuß eingerichtet, in die illegale Nazis, Kommunisten und Sozialdemokraten kamen. Zuweilen reichte für eine Einweisung schon, dass Menschen zu ihrer Gesinnung standen. (ina/DER STANDARD, Printausgabe, 21./22.6.2003)

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    Außenministerin Ferrero-Waldner kann der Idee des britischen Premierministers Tony Blair, Flüchtlingscamps für Asylsuchende außerhalb der EU zu errichten, einiges abgewinnen

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