Jordanien: Islamische Oppositionspartei spricht von Wahlbetrug

20. Juni 2003, 19:00
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Polizei beendet Demonstration in Amman, die von drei erfolglosen Kandidaten der Parlamentswahlen angeführt wurde

Amman/Kairo - Die Polizei hat am Freitag in der jordanischen Hauptstadt Amman eine Gruppe von etwa 300 Demonstranten auseinandergetrieben, die von drei erfolglosen Kandidaten der Parlamentswahlen vom vergangenen Dienstag angeführt wurden. Augenzeugen berichteten, die Polizei habe Tränengas gegen die Protestierenden eingesetzt, nachdem einige von ihnen die Sicherheitskräfte mit Steinen angegriffen hätten.

Vorwurf der Wahlfälschung

Die Demonstranten beschuldigten die Regierung der Wahlfälschung in mehreren Wahlbezirken. Ähnliche Demonstrationen hatte es in den vergangenen zwei Tagen bereits in anderen Landesteilen gegeben.

Bei den Unterhauswahlen in Jordanien, bei denen königsnahe Kandidaten gewannen, wurde nach Darstellung der größten Oppositionspartei Islamische Aktionsfront (IAF) massiv geschwindelt. Hunderte Wählerkarten seien im Verwaltungsbezirk Karak gefälscht worden, beklagte IAF-Generalsekretär Hamsa Mansur. Der Chef der Moslembruderschaft, Abdel Majid Suneibat, beklagte, dass in zahlreichen Landesteilen Wählerkarten manipuliert und mehr als ein Mal benutzt worden seien. Auch Militärs hätten im Widerspruch zu den Verfassungsbestimmungen an der Wahl teilgenommen. (APA/dpa)

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