Schlaf-Apnoe quält Schlaganfallpatienten

22. Juni 2003, 13:00
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Nächtliche Atemaussetzer erhöhen Risiko von Bluthochdruck

Frankfurt/Main - Nächtliche Atemaussetzer erhöhen das Risiko von Bluthochdruck und Schlaganfällen beträchtlich. Neue Untersuchungen zeigen, dass bis zu fünfzig Prozent der Schlaganfallpatienten unter dem so genannten Schlaf-Apnoe-Syndrom leiden, wie der Regensburger Schlafmediziner Jürgen Zulley anlässlich des "Tags des Schlafes" am Samstag mitteilte. Patienten mit dem Syndrom haben den Angaben zufolge ein zehnfach erhöhtes Risiko von Bluthochdruck.

Zehn Sekunden atemlos

Bei den Patienten setzt mehrmals in der Nacht der Atem für mehr als zehn Sekunden aus. Dabei kollabieren die Weichteilstrukturen um die oberen Luftwege und verschließen sie. Die Folgen sind unruhiger Schlaf und Müdigkeit am Tag, Leistungseinbußen bis hin zu Persönlichkeitsveränderungen sowie depressive oder gereizte Stimmung.

Wegen des wenig erholsamen Schlafes besteht laut Zulley zugleich ein siebenfach erhöhtes Risiko für übermüdungsbedingte Unfälle. Die Schlaf-Apnoe werde von Betroffenen wie Ärzten häufig nicht bemerkt.

Einfache Behandlung

Dabei sei die Behandlung der Apnoe relativ einfach und bei rechtzeitiger Diagnose lasse sich der Bluthochdruck wieder auf Normalwerte einstellen und somit das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt senken, erklärte Zulley, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums an der Universität Regensburg. Helfen könne eine so genannte Überdruckmaske, die den Blutdruck normalisiere, Atemaussetzer verhindere und das Schnarchen reduziere. (APA/AP)

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