Steroidhormone können Erfolg einer Krebstherapie verhindern

20. Juni 2003, 15:15
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Zellen von Gebärmutterhals- und Lungentumoren wachsen schneller

Heidelberg - Die Behandlung von Krebspatienten mit Steroidhormonen kann die Krankheit einer Studie zufolge in manchen Fällen noch verschlimmern. Wie das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg mitteilte, legen neue Forschungsergebnisse nahe, dass die Hormone Zellen von Gebärmutterhals- und Lungentumoren gegen Chemo- und Strahlentherapie resistent machen. Die Hormone werden bisher gegen die Nebenwirkungen der Therapien wie Haarausfall und Übelkeit eingesetzt.

Die so genannten Glukokortikoide wirken sich positiv auf das Allgemeinbefinden der Patienten aus und lösen bei Leukämiezellen den plötzlichen Zelltod aus, wie das Zentrum mitteilte. Zellen von Gebärmutterhals- und Lungentumoren wüchsen unter ihrem Einfluss aber sogar schneller, wie die Untersuchungen ergeben hätten.

Dexamethason hemmt zwei Enzyme

Die Forscher untersuchten der Mittelung zufolge an Zellen und Mäusen, wie sich die Substanz Dexamethason auf molekularer Ebene auf den programmierten Zelltod auswirkt. Dabei fanden sie heraus, dass das Hormon unter anderem zwei Enzyme hemmt, was offensichtlich der Hauptgrund dafür sei, dass die Zellen nicht mehr auf die Therapie ansprächen. Injiziert man dagegen die Gene der Enzyme oder ihre funktionsfähigen Produkte in die Tumorzelle, sterben diese ab.

Klinische Untersuchungen müssten zwar noch folgen, doch könnten die Ergebnisse weit reichende Auswirkungen auf den Einsatz der Hormone in der Krebsbehandlung haben, teilte das Krebsforschungszentrum mit. Die Forscher überprüften nun die Wirkung von Glukokortikoiden auf jede einzelne Krebsart, um differenziertere Aussagen machen zu können. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift "Cancer Research" veröffentlicht. (APA/AP)

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