Peymann denkt weiter über seine Zukunft nach

20. Juni 2003, 15:11
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... in aller Ruhe - trotz des "kulturellen Todeskurses" des Senats von Berlin

Berlin - Der Regisseur und Intendant des Berliner Ensembles, Claus Peymann, will im September über seine Zukunft als Direktor des Theaters am Schiffbauerdamm entscheiden. Wegen der Schlussproben des von ihm inszenierten Stückes "Die heilige Johanna der Schlachthöfe" von Bertolt Brecht wolle er sich durch Maßnahmen des Berliner Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) und den "kulturellen Todeskurs des Senats von Berlin weder unter Druck setzen noch ablenken lassen", betonte Peymann in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung.

Er werde seine Entscheidung über die Theaterarbeit am Berliner Ensemble erst nach der Brecht-Premiere im September bekannt machen, so der ehemalige Burgtheater-Direktor. Am Vortag war bekannt geworden, dass sein Theater weniger Geld vom Lotto erhält als beantragt. Peymann wurden für das Jahr 2004 eine Million und für 2005 nur eine halbe Million Euro zusätzliche Mittel bewilligt. Beantragt waren 2,5 beziehungsweise zwei Millionen. In diesem Jahr erhielt die Bühne wie in den Vorjahren einen Landeszuschuss in Höhe von 10,6 Millionen Euro.

Nach einem Bericht der "Berliner Morgenpost" hat Peymann weniger Lottomittel als beantragt erhalten, weil sein Theater Überschüsse erwirtschaftet und mit den jetzt bewilligten zusätzlichen Mitteln mehr Geld zur Verfügung als beantragt habe. Erst im März hatte Peymann öffentlich erklärt, dass er das Berliner Ensemble zum 31. Juli 2004 verlassen werde, wenn er für das kommende Jahr keine zusätzlichen Lottomittel in Höhe von 2,7 Millionen Euro erhält. Noch im Sommer 2002 hatte Peymann seinen Vertrag bis Juli 2007 verlängert. (APA/dpa)

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