Schüssel: Grasser hat "keinen Euro davon profitiert"

20. Juni 2003, 14:46
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Bundeskanzler verteidigt die "Public Person" des Finanzministers und würde sich auch seine Homepage von der Industriellen-Vereinigung sponsern lassen

Wien - In einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin "trend" verteidigt Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) neuerlich Finanzminister Karl Heinz Grasser wegen der umstrittenen Finanzierung seiner Homepage. Auf die Frage, ob er sich seine private Website von der Wirtschaftskammer oder sonst wem sponsern lassen würde und ob das politisch korrekt sei, antwortet der VP-Chef: "Selbstverständlich. Die Kammer hat uns schon etliche Aktionen gesponsert." In Grassers Fall hat die Industriellenvereinigung (IV) 175.000 Euro zur Finanzierung seiner Homepage im Jahr 2001 zur Verfügung gestellt.

Dem Finanzminister wird deshalb von Kritikern vorgeworfen, sich eine Privataktivität sponsern zu lassen. Schüssel findet an dieser Vorgangsweise nichts Verwerfliches: "Überhaupt: Was ist privat? Ich bin eine Public Person. Grasser ist eine Public Person. Er hat keinen Euro davon profitiert." Schüssel schlägt vor, die Trennschärfe dort zu legen, wo es um persönliche Bereicherung geht - "Und das ist um Gottes Willen nie der Fall gewesen", glaubt der Kanzler. (APA)

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