Harter Euro bringt im Ausland wenig

20. Juni 2003, 14:33
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BA-CA-Analyse: Anstieg der Preise in beliebtesten Urlaubsländern wiegt Euro-Vorteil auf - Nur USA deutlich billiger

Wien - Herr und Frau Österreicher erhalten in ihren wichtigsten Urlaubsländern laut einer Analyse der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) weiter rund ein Viertel mehr für ihren Euro als zu Hause. Trotz des höheren Eurokurses hat sich daran aber im Vergleich zum Juni des Vorjahres kaum etwas verändert. Preissteigerungen würden den Vorteil des starken Euro wieder aufwiegen, haben die BA-CA-Ökonomen erhoben. Die stärksten Kaufkraftgewinne ließen sich derzeit vor allem bei USA-Urlauben realisieren.

Ähnlich viel wert

Trotz seiner massiven Aufwertung dürfte der Euro im heurigen Urlaub durchschnittlich ähnlich viel wert sein wie im vergangenen Sommer. "Der starke Euro bringt in den beliebtesten Urlaubsländern der Österreicher nur wenig Verbilligung. Die wichtigsten Urlaubsdestinationen der Österreicher sind Euroländer oder Staaten, deren Währung sich am Euro orientieren", wie BA-CA-Volkswirt Stefan Bruckbauer erläuterte. "Zusätzlich sind die Preise oftmals stärker als in Österreich gestiegen."

Unter den wichtigsten Urlaubsländern der Österreicher mache sich der starke Euro nur in Kroatien und in Ungarn bemerkbar. Nach den Berechnungen der BA-CA erhält der österreichische Urlauber derzeit in Ungarn am meisten für seinen Euro. Im Durchschnitt sei es fast doppelt soviel wie zu Hause. Verglichen mit dem Vorjahr habe der Wert auf Grund der Abwertung des Forint von rund 8 Prozent und einer relativ geringen Preissteigerung (Inflation bei rund 4 Prozent) sogar noch leicht zugenommen.

Preisanstieg in der Türkei

Im zweit günstigsten Urlaubsland der Österreicher, in der Türkei, bekommt man dagegen weniger als vor einem Jahr. Zwar habe die türkische Lira seit Juni 2002 rund 14 Prozent abgewertet, gleichzeitig würden aber die Preise in Türkei deutlich schneller steigen als in Österreich, wie die Bankökonomen dazu anmerken.

Von den beliebtesten Urlaubsländern weisen laut BA-CA auch Spanien, Italien und Griechenland höhere Preissteigerungen als Österreich auf. Hier habe die Kaufkraft des "Urlaubseuro" bei konstantem Wechselkurs demnach etwas nachgelassen. Trotzdem hätten diese drei Länder ein nach wie vor niedrigeres Preisniveau.

USA deutlich billiger

Spürbar mehr als vor einem Jahr - nach den Berechnungen der BA-CA fast ein Fünftel - bekommen österreichische Reisende für ihren Euro heuer in den USA. Hier mache sich die starke Euro-Aufwertung bei etwa gleicher Inflation besonders bemerkbar. Bruckbauer: "Durchschnittlich liegt das Preisniveau der USA bei derzeitigem Eurokurs bereits unter dem von Österreich."

Und wegen des gestiegenen Eurokurses liege auch das Preisniveau in Großbritannien nur mehr knapp über jenem in Österreich - London allerdings dürfte noch immer spürbar teurer sein. "Besonders teuer für Österreicher ist es trotz Euro-Aufwertung weiterhin, den Urlaub in der Schweiz oder Japan zu verbringen", hieß es weiter.

Hohes Einkommensniveau

Neben dem Währungsfaktor führt die BA-CA für das relativ günstige Preisniveau in einigen Urlaubsländern auch das vergleichsweise hohe Einkommensniveau in Österreich als weiteren wichtigen Faktor an. Läge Österreichs Preisniveau niedriger, wäre auch das Einkommensniveau geringer. "Wir könnten uns Auslandsurlaube dann oft gar nicht leisten", fügt Bruckbauer hinzu. (APA)

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