Guyana: Unbekannte Zeisig-Population entdeckt

22. Juni 2003, 19:59
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Der fast ausgestorben geglaubte "El Cardenalito" hat glänzend rote Federn

Washington - Wissenschafter haben eine bisher unbekannte Population Roter Zeisige in Guyana entdeckt. Es handelt sich dabei um eine Vogelart, die in der Wildnis vom Aussterben bedroht sein soll. "Es war eine totale Überraschung für uns", erklärte Michael Braun, ein Forscher am Smithsonian's Nationalmuseum der Naturgeschichte.

In den Küstengebirgen von Venezuela und Kolumbien ursprünglich weit verbreitet, wurde der Vogel beinahe ausgerottet, nachdem das Fangen der Zeisigart zu Beginn des 19. Jahrhunderts beliebt wurde. Der in Lateinamerika als "El Cardenalito" (der kleine Kardinal) bekannte Vogel wurde vor allem wegen seiner glänzenden roten Federn geschätzt.

Kanarienvogel mit Zeisig-Genen

Züchter entdeckten, dass der Rote Zeisig mit dem Kanarienvogel gepaart werden kann und dem eintönigen Federgewand des Singvogels so mehr Glanz und Farbe verschafft. Jeder Kanarienvogel, der heute einige rote Federn trage, habe Zeisig-Gene in sich, sagte Braun.

Mehrere tausend Vögel

Dem Forscher zufolge ist das Wissenschaftsteam bei einer Vogelstudie in Guyana auf eine Population mehrerer tausend Roter Zeisige gestoßen. Das sei ein Vielfaches bekannter Populationen der Vogelart in freier Wildbahn. Obwohl die Forscher die Entdeckung bereits im April 2000 machten, wurde sie bis zur Entwicklung eines Naturschutzplans unter Verschluss gehalten.

Rote Zeisige werden in Guyanas Nachbarland Venezuela seit den vierziger Jahren geschützt. Die Entdeckung Brauns und seines Kollegen Mark Robbins von der University of Kansas wird in der Juni-Ausgabe von "The Auk", der Zeitschrift der Amerikanischen Ornithologenvereinigung, publik gemacht. (APA/AP)

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