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Wien - Der börsenotierte Wiener Immobilienentwickler conwert wird ab 11. Juni eine Unternehmensanleihe mit einem Mindestvolumen von 50 Mio. Euro und einer Laufzeit von fünf Jahren zur öffentlichen Zeichnung auflegen. Die beiden Lead-Manager der Emission, die Raiffeisen Bank International (RBI) und UniCredit Bank Austria, erwarten beim vorangehenden Bookbuilding einen Zinssatz von 5 3/4 Prozent. Der Emissionskurs dürfte zwischen 100 und 101,5 Prozent liegen. Mit den Emissionserlös soll einerseits eine in diesem Jahr auslaufende Wandelschuldverschreibung teilweise refinanziert, andererseits die Finanzierungsstruktur verbessert werden.
Mit einer Stückelung von 1.000 Euro wolle man auch ganz gezielt Privatanleger ansprechen, erklärte der Verwaltungsratsvorsitzende Johannes Meran am Freitag bei einem Pressegespräch in Wien. Der größte Teil der Emission dürfte dennoch von institutionellen Investoren gezeichnet werden, so die beiden Vertreter der die Emission begleitenden Banken. Das Volumen könnte sich bei guter Nachfrage noch auf 75 Mio. Euro erhöhen.
Erste unbesicherte Anleihe
Die Unternehmensanleihe wird die erste unbesicherte Anleihe von conwert sein. Derzeit wird der größte Teil des Fremdkapital von 1,7 Mrd. Euro über lang- und kurzfristige Hypothekendarlehen refinanziert, 274 Mio. Euro bestehen aus Wandelschuldverschreibungen, wovon heuer 163 Mio. Euro fällig werden - zusätzlich zu den 85,5 Mio. Euro. Da diese mit einer Put-Option versehen sind, geht Meran davon aus, dass die Inhaber davon auch Gebrauch werden machen.
Die restliche Refinanzierung der fällig werdenden Wandelschuldverschreibung soll über Immobilienverkäufe erfolgen. Für dieses Jahr sind 450 Mio. Euro geplant, wovon bereits knapp 100 Mio. Euro umgesetzt worden seien, so conwert-COO Jürgen Kelber. Profitieren kann conwert dabei auch von der aktuellen Kapitalflucht aus den Eurozonen-Krisenländern Griechenland, Spanien oder Italien. In Berlin seien bereits 60 Prozent der Immo-Investoren Ausländer. Aber nicht nur die Verkaufspreise, sondern auch die Mieten würden deswegen ansteigen. Meran befürchtet trotz dieser Preisanstiege derzeit noch keine Immobilienblase.
Erwarteter Gewinn bestätigt
Nicht nur die bereits kommunizierten Verkaufspläne über 450 Mio. Euro für 2012 bestätigten die conwert-Vertreter heute, sondern auch das erwartete EGT von 50 Mio. Euro. Gestärkt werden soll vor allem das renditekräftigere Portfolio in Deutschland. Dieses macht bereits 46 Prozent des Immobilienvermögens der Gesellschaft aus. Auf Österreich entfallen 48 Prozent. Die restlichen 6 Prozent - hauptsächlich in Osteuropa - sollen mittelfristig dagegen abgebaut werden. Auch von Zinshäusern in Wien will man sich trennen. Sie erfüllen nicht die Erwartungen, so Kelber. Ebenfalls trennen will man sich von Objekte mit hohen Leerstandsraten. Der Dienstleistungsbereich und das Fondsmanagement mit DWS soll dagegen ausgebaut werden.
Bei der gestrigen Hauptversammlung sei der geplante Kapitalschnitt um die Hälfte des Grundkapitals - von 853,6 auf 426,8 Mio. Euro - beschlossen worden, bestätigte Meran. Nicht durchgegangen sei dagegen der Wunsch des Verwaltungsrates auf genehmigtes Kapital - also eine Kapitalerhöhung ohne weitere Befassung der Hauptversammlung beschließen zu können, hieß es heute am Rande des Pressegespräches. Genehmigt wurde dagegen ein neues Aktienrückkaufprogramm mit Preisgrenzen zwischen 1 Euro und 14 Euro. Bis zur gesetzlichen Obergrenze von 10 Prozent des Grundkapitals dürfen rückgekauft werden. Laut Kelber befinden sich bereits 4,5 Prozent im eigenen Besitz der conwert. (APA, 1.6.2012)
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