Grassers Stiftungschef in Vaduz gibt nicht auf

1. Juni 2012, 12:51
  • Karl-Heinz-Grasser: Sein Stiftungschef bleibt ausdauernd.
    foto: apa/neubauer

    Karl-Heinz-Grasser: Sein Stiftungschef bleibt ausdauernd.

Der Liechtensteiner Wirtschafts­treu­­händer geht gegen die Ausfolgung der beschlagnahmten Akten zum Staatsgerichtshof

Wien - Die österreichische Justiz muss weiter zittern, ob sie in Liechtenstein vor über einem Jahr beschlagnahmte Unterlagen zu Geldströmen rund um Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (F/V) bekommt oder nicht: Der Liechtensteiner Wirtschaftstreuhänder von Grasser geht gegen die Ausfolgung der in der Buwog-Affäre beschlagnahmten Akten nun zum Staatsgerichtshof des Fürstentums. Dies erklärte Michael Oberhuber, Sprecher der Liechtensteiner Anwaltskanzlei Marxer & Partner, die den Wirtschaftstreuhänder vertritt.

Die Beschwerde wurde beim Staatsgerichtshof angemeldet, die Frist für die Einreichung der Beschwerde laufe am kommenden Freitag (8. Juni) aus. Außerdem werde man auch eine aufschiebende Wirkung beantragen, so Oberhuber. Sollte diese zuerkannt werden, dürfen die Akten der österreichischen Justiz bis zum Abschluss des Verfahrens nicht ausgefolgt werden.

Österreichische Justiz hofft

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter ortet eine Strategie von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (F/V), mit allen Mitteln die Auslieferung beschlagnahmter Akten aus Liechtenstein nach Österreich zu bekämpfen, und sieht darin ein "Defakto-Schuldeingeständnis".

Grasser-Anwalt Manfred Ainedter kontert, dass Grasser überhaupt keinen Einfluss auf das Verfahren im Fürstentum habe. Der Wirtschaftstreuhänder Grassers, der nun eine weitere Beschwerde gegen die Ausfolgung der Buwog-Akten nach Österreich erhebt, agiere völlig unabhängig.

Die österreichische Justiz erhofft sich durch die Unterlagen über mögliche Provisionsflüsse an Grasser in Zusammenhang der Buwog-Affäre Aufschluss zu erhalten. Grasser selber bestreitet, von der Millionenprovision profitiert zu haben. Die Unterlagen wurden im April 2011 bei Grassers Wirtschaftstreuhänder beschlagnahmt. Gegen die Ausfolgung an Österreich ging der Treuhänder bis zum Obersten Gerichtshof in Liechtenstein, wo er heuer im Mai allerdings eine Niederlage erlitt. Als letzte Möglichkeit blieb ihm nur mehr der Gang zum Staatsgerichtshof, was in Österreich einer Verfassungsklage mit der Behauptung von Eingriffen in Grundrechte entspricht.

Schuldspruch nicht rechtskräftig

Am gestrigen Donnerstag wurde in der Affäre um Buwog-Akten in Liechtenstein der Stiftungsvorstand von Grasser wegen Urkundenunterdrückung nicht rechtskräftig zu einer teilbedingten Geldstrafe von 128.000 Franken (106.578 Euro) verurteilt. Der Anwalt aus der Kanzlei Marxer & Partner soll im Vorjahr Unterlagen, die bei einer Hausdurchsuchung in Liechtenstein bei Grassers Wirtschaftstreuhänder auf Antrag der österreichischen Justiz beschlagnahmt wurden, bei einer Akteneinsicht eigenmächtig und ohne Empfangsbestätigung mitgenommen haben. Die Geldstrafe ist nicht rechtskräftig, die Verteidigung hat nach der Urteilsverkündung sofort Berufung wegen Nichtigkeit angemeldet.(APA, 1.6.2012)

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Bitte, wieviele Gerichtshöfe hat dieser parasitäre Zwergstaat ?

Wieso kam in Österreich noch nie niemand auf die Idee, diesem Parisitenfürsten Liechtenstein mit Beschlagnahmung seines Eigentums zu drohen, wenn er noch länger österreichische Steuersünder deckt! !!!

Zeit schinden um jeden Preis.

So schaut es aus, wenn jemand nichts zu verbergen hat.

Kann er machen ...

... entscheidet allerdings auch der Staatsgerichtshof für die Ausfolgung der Akten, dann sollte man im Falle eines Verfahrens gegen Grasser eine mutmaßliche Beitragstäterschaft in Betracht ziehen, denn dieses Affentheater hat mit Recht nichts mehr zu tun.

Ich würde mir die Honorarnoten von ihm an KHG ansehen

denn das Verfahren verrechnet er sicher weiter.
Auch ein Beweis der Unschuldsvermutung.

cui bono?

Wie Kriminalisten und regelmäßige Krimi-Seher ja wissen, gibt es bei der Ermittlung des Tätermotivs DIE zentrale Frage: cui bono (wem nützt es; wer hat den Vorteil)?

KHG hat der Öffentlichkeit durch seine (erwartbaren) Dementis nun sinngemäß wissen lassen, dass der Stiftungsvorstand die, KHG möglichweise belastenden, Unterlagen aus EIGENEM ANTRIEB und ohne Absprache mit KHG aus dem Gerichtsakt entwendet und damit aus reiner Nächstenliebe und voreilendem Gehörsam eine Straftat begangen hat, für die er verurteilt wird (und ggf. seine Anwaltslizenz verlieren kann)….
Besser wäre es, wenn KHG und sein Anwalt ab sofort medial schweigen und uns mit dummdreisten Lügen und Erklärungen nicht mehr belästigen und nicht mehr für dumm verkaufen!

Eines muss man Grasser lassen ...

er umgibt sich schon mit Leuten, die "bis zum Umfallen kämpfen". Das ist ja auch Ihr (dunkels) Geschäftsmodell!

So wünschen wir Hrn. Grasser: Die Aufwendungen für seine Rechtsberatung (z.b. Grinsen + Arbeit von Dr. Ainedter) werden so anschwellen und damit sein Vermögen "auffressen". ... darum denke ich es geht um VIEL Geld, mehr als wir glauben. Sonst braucht es keine 3 Stiftungen, ein (dubioses) Firmennetzwerk, etliche Anwälte ... natürlich alles "SUPER SAUBER" wie ein GR Politiker oder russischer Oligarch. :-)

Anwalt Manfred Ainedter kontert, dass Grasser überhaupt keinen Einfluss auf das Verfahren im Fürstentum habe. Der Wirtschaftstreuhänder Grassers, der nun eine weitere Beschwerde gegen die Ausfolgung der Buwog-Akten nach Österreich erhebt, agiere völlig unabhängig.

Gilt in diesen kreisen nicht auch "wer zahlt schafft an" ? Also karli schaff es an

Und das alles wegen Akten, die Grasser angeblich der Justiz

"ohnedies schon übergeben" hat.

Weiterer Kommentar erübrigt sich.

Neuester Lachschlager des Tages, gerade auf der ORF-Homepage gefunden

"Der Anwalt von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, Manfred Ainedter, hat anlässlich der jüngsten Entwicklungen in dem Verfahren rund um die BUWOG-Akten in Liechtenstein gesagt, dass Grasser überhaupt keinen Einfluss auf das Verfahren im Fürstentum habe. Der Wirtschaftstreuhänder Grassers, der nun eine weitere Beschwerde gegen die Ausfolgung der BUWOG-Akten nach Österreich erhebt, agiere völlig unabhängig."

Liechtensteiner Konten und Besitztümer in Österreich sofort einfrieren ,dann werden die schon die Akten herrausrücken !

Das Netzwerk kollabiert.

Spätestens dann wenn die Profiteure in Haft sitzen.

Der Mister Unschuldsvermutung-Supersauber will ganz offensichtlich Zeit schinden. Aber warum? Will er bis zu seiner Flucht noch die Lebensqualität unseres Landes auskosten und mehr Immobilien (siehe Penthouse) zu Geld machen?

Er sollte wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft genommen werden!

Hoffen auf Blau Schwarz

Wenn die Österreich die rechten Recken und unsere "Leistungsträger" Partei 2013 mit einer Mehrheit ausstatten sollten, dann werden sämtliche Verfahren aus der Ära Schüssel/Haider eingestellt, verjährt bzw. amnestiert.

Alle "politisch" verfolgten Unschuldslämmer werden mit hohen Entschädigungen und höchsten Orden für "Verdienste" belobigt bzw. entschuldigt.

Jeder der etwas werden will, wird auf einem Korporationsball auftanzen müssen ...... !!

Das ist nackerte Politlogik und keine Frage des "WARUM".

Sie haben recht, wenn er es schafft, das Verfahren so lange hinauszuzögern, hat er wahrscheinlich gewonnen.

Und seine Hintermänner auch.

Verkauf von Immobilien und Fluchtgefahr

Bei Kulterer in Zuge des Hypo Kärnten Skandals sah die Staatsanwaltschaft erhöhte Fluchtgefahr, als dieser begann, seine Immobilien zu verkaufen. Folge dessen war die U-Haft.

Bei Grasser ist diese Überlegung offensichtlich noch nicht angestellt worden.

Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann war das Problem aber, dass er über keine aufrechte Meldung in Ö mehr verfügt hat, weil er sich abgemeldet hat bevor er sich in Wien angemeldet hat.

Ja, ja, wir tragen alles zur Aufklärung bei, gell?!

Konkretisierung

Der oben zitierte Satz ist angeblich innerhalb einer einzigen Befragung ( man liest von gut 40 Minuten) durch die Finanz 98 mal gefallen.
Wie sagte einer seiner Ziehväter so schön : " Wer nichts zu verbergen hat,hat auch nichts zu befürchten".???

Beitrag gehört richtigerweise zu...

....15:47 Uhr, Hansi Huber

Ich bin gespannt

wann Herr Ainedter wieder die Einstellung aller Verfahren fordert. Schließlich sei man ja ganz kooperativ. So kooperativ, dass „Ich beantworte diese Frage nicht. Ich nehme von meinem Recht Gebrauch, die Aussage zu verweigern.“ supersauber oft zu hören ist.

Oberster Gerichtshof in Liechtenstein, Gang zum Staatsgerichtshof...
...und alles nur, weil nichts drinsteht, was den sauberen Herren belasten könnte.

Es gilt die DUMMHEITSVERMUTUNG.

„Ich beantworte diese Frage nicht. Ich nehme von meinem Recht Gebrauch, die Aussage zu verweigern.“

„Supersauber“, „Transparenz“ und „Offenlegung“.

Was macht dieser Artikel in der Rubrik Wirtschaft? Gehört der nicht eher ins Panoptikum?

Supersaubär!

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