Ein Blick in die Online-Redaktion des Vorarlberger Medienhauses

Tatjana Rauth
6. Juni 2012, 11:42
  • Der gebürtige Vorarlberger Marc Springer ist seit Jänner 2010 Chefredakteur von "Vorarlberg Online".
    foto: vol.at

    Der gebürtige Vorarlberger Marc Springer ist seit Jänner 2010 Chefredakteur von "Vorarlberg Online".

  • An die Wand des integrierten Newsrooms werden die Live-Daten der Homepage sowie die aktuelle vol.at-Startseite projiziert.
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    An die Wand des integrierten Newsrooms werden die Live-Daten der Homepage sowie die aktuelle vol.at-Startseite projiziert.

Ein neuer Newsroom, Videojournalismus, User-Foren und Verkehrsüberwachung beschäftigen die Kollegen bei vol.at

Vor zehn Tagen wurde der gemeinsame Newsroom bezogen, seit vergangener Woche besprechen die Ressortleiter der Printausgabe der "Vorarlberger Nachrichten" (VN) und der Onlineredaktion des Vorarlberger Medienhauses in einer täglichen Redaktionssitzung gemeinsam die Umsetzung der tagesaktuellen Meldungen.

"Die Zusammenarbeit verläuft bis jetzt überraschend reibungslos", erzählt vol.at-Chefredakteur Marc Springer, dessen Onliner auch mit Kollegen der Wochenzeitung "Wann & Wo", "Neue", "Neue am Sonntag" oder "Antenne Vorarlberg" zusammenarbeiten. Da die Strategie, pro Tag nur ein bis zwei Volltexte aus der Printausgabe der VN online zu stellen, kein Konkurrenzgebaren aufkommen lasse, forciere sich durch die räumliche Nähe ein tieferes Verständnis für die Arbeitsprozesse des Gegenübers. "Wenn wir nun wissen, dass ein Printkollege ein Thema abdeckt, dann bringen wir nur mehr eine Kurzversion der Nachricht und verweisen auf die Printausgabe", erklärt Springer das neue Aufgabenmanagement.

Mobile Videojournalisten

Derzeit arbeiten acht vollzeitangestellte Online-Redakteure am Standort Schwarzach, ein Mitarbeiter ist Teilzeit an Bord. Weitere vier mobile Videojournalisten decken die lokale Berichterstattung bei Unfällen oder Gerichtsverfahren ab. In den Außenstellen von salzburg24.at und vienna.at sind insgesamt zehn Redakteure mit der Generierung regionaler Nachrichteninhalte beschäftigt. "Die internationalen Nachrichten werden in Vorarlberg produziert und in Salzburg und Wien nur ausgespielt. Welche Nachrichten allerdings zum Zug kommen, entscheiden die dortigen Chefredakteure", erklärt Springer die Kompetenzverteilung im Team.

20 Prozent Eigengeschichten

Von den rund 150 Geschichten, die täglich auf vol.at zu lesen sind, liegt der Anteil an Eigengeschichten aufgrund von knappen Zeitressourcen bei niedrigen 20 Prozent. Laut Springer wird als Kompensation versucht, die vorhandenen Storys durch Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Social Media bestmöglich unters Volk zu bringen. Derzeit sind vol.at wie die "Vorarlberger Nachrichten" auf Facebook, Google+ und Twitter aktiv, verbreitet werden die Meldungen vom Chef vom Dienst. Vorbildfunktion im Online-Bereich haben für den Chefredakteur die norwegische "VG Nett", der britische "Guardian" und die Schweizer Kollegen von "20 Minuten".

User-Gift im Forum

Neue Entwicklungen sind in den nächsten Monaten für die Bereiche Forenorganisation und Mobile geplant. So wird derzeit an einem neuen Forenkonzept gearbeitet, das sich an den Funktionsweisen der "Huffington Post" orientieren soll. Um sachliche Diskussionen anzuregen, ist ein Single-Sign-on über Facebook angedacht. Zusätzlich sollen die Kommentare künftig verstärkt auf ihr Niveau gescannt werden.

"Wir haben herausgefunden, dass es sich um zehn bis 15 User handelt, die unser Forum vergiften", berichtet Springer. "Wir sind zwar mit vielen in Kontakt, aber die Situation ist trotzdem schwer in den Griff zu kriegen. Bei klaren Rechtsverletzungen geben wir die Daten auch an die Polizei weiter. Da laufen bereits Klagen, und so werden sich wohl bald einige ziemlich wundern."

Mobiles Service zur Verkehrsüberwachung

Weitaus positiver stimmt den vol.at-Chefredakteur die Implementierung neuer Service-Tools im Mobile-Bereich. Neben dem bereits bestehenden "Bundesliga-Ticker", den Notdiensten und dem "Spritpreisrechner" kommt mit der "Verkehrsüberwachung" in den nächsten Monaten ein auf die Bedürfnisse des staugeprüften Dreiländerecks zugeschnittenes mobiles Service zum Zug.

"Für uns ist Mobile der Wachstumsmarkt schlechthin", sagt Springer und verweist auf Erfahrungen im Nachbarland. "Das sehen wir auch bei unseren Schweizer Kollegen von '20 Minuten', die bereits 30 Prozent ihres Traffics über Mobile generieren." (Tatjana Rauth, derStandard.at, 6.6.2012)

ÖWA-Facts im April 2012

Visits: 5.354.231 (April 2011: 4.893.167)
Page Impressions: 38.718.416 (April 2011: 36.355.821)
Unique Clients: 626.928 (April 2011: 582.734)

Überblick: Mehr ÖWA-Daten im April

Info

Nächsten Dienstag gewährt die Online-Redaktion der "Salzburger Nachrichten" einen Blick hinter die Kulissen.

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15 Postings
Menschen verachtende Kommentare

Selten so viele böse, menschenverachtende Kommentare wie in den VOL-Foren gelesen.
Noch weniger Zeit als für Journalismus gibt es wohl im
Medienhaus für die Kontrolle der Foren.

Ein Blick in die Online-Redaktion des Vorarlberger Medienhauses

Die OnlineRedaktion ist doch immer so applefreundlich. Wieso nur arbeiten denn die Redakteure nicht auf einem Apple-Gerät? Man sieht da immer nur Windows XP / 7 Geräte ...

User vergiften Foren

Kann man denn solche User, welche die Foren vergiften, nicht einfach sperren?

gibts in vorarlberg eigentlich auch einen pradler?

Unglaublich spannende Einblicke

Erst hab ich nur gedacht: Ok, ein paar Schreibtische und Computer drauf.

Aber dann: Der eine Schreibtisch steht schief! DER SCHREIBTISCH STEHT EIN BISSL SCHIEF!!!!!!!

Brrr

mol.at - Monopol-Online

Was die Krone für Österreich ist das Medienhaus für Vorarlberg: ein allesdurchdringender Kampagnen-Moloch schlimmster (auch: journalistischer) Qualität.

monopolismus, dumping, unterbieten aller tarifverträge. hand in handschuh mit der övp.
das ist das volruss-imperium

vol.at

Die einzigen Texte, die keine Rechtschreibfehler enthalten, sind jene die gekauft werden.

Wenn sich im standard.at-Forum Trolle tummeln, dann geistern bei vol.at ewiggestrige Rechtsextreme mit mehr als einschlägigen Statements durch die Kommentarspalten.
Ein Gänsehaut erzeugender rechtsradikaler shitstorm in nahezu jedem Artikel, der den Sammelbegriff "Ausländer" beinhaltet.
Dagegen wird leider viel zu wenig unternommen!

Und bekommen noch dazu von den Lesern die meisten grünen Stricherl.
Halbwegs sinnvolle Beiträge werden durch die Userwertung ausgeblendet.
Scheint als hat das Medium die Leser, die es verdient.

vorarlberger schülerzeitung.

wenns das nur wär!

dann könnte man denen einiges verzeihen!

Aber die Damen und Herren halten sich ja für Profis!

Vielleicht provoziert auch sehr oft der Inhalt der hervorragend recherchierten und in sich schlüssigen Berichte den sonst friedlichen Forenbesucher. ;-)

da dürfn´s des schon schreiben, aber auf vol.at versteht des kaner und wird auch nicht zur niveauhebung beitragen :-))

durchschnittsalter der redakeure und redakteurinnen?

Das Niveau der Foren auf vol.at zu heben ist schon lange überfällig.Teilweise sind da echt schlimme Sachen zu lesen.

Auch eine bessere Betreuung der eigenen Inhalte wäre angesagt, insbesondere bei der derzeitigen Live-Berichterstattung über den Testamentsfälscherprozess sind einige schwerwiegende Fehler unterlaufen (zB Fotos von unverpixelten Angeklagten oder auch ein Online-Video in dem einer der Angeklagten mit vollem Namen genannt wurde - dieses wurde zB trotz Beanstandung vor drei Wochen immer noch nicht gelöscht - soviel zur Qualität, Herr Springer)

User-Gift

Das wäre auch eine gute Idee für Kurier, Krone und Die Presse!

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