Garics hofft auf volle Justizhärte im Wettskandal

31. Mai 2012, 20:00
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"Involvierte Leute gehören für immer weg vom Fenster" - Untersuchungen gegen Buffon

Seefeld - György Garics ist zwar seit 24. Mai mit der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft in Seefeld, das neuerliche schwere Erdbeben in seiner italienischen Wahlheimat am Dienstag hat aber auch bei ihm für Angst und Schrecken gesorgt. Schließlich weilte seine italienische Freundin Irene in der gemeinsamen Wohnung in Bologna, die Neapolitanerin kam mit dem Schrecken davon.

"Ich habe ihr sofort gesagt, dass sie entweder zu mir nach Tirol oder nach Neapel fahren soll. Und das war kein Ratschlag, sondern ein Befehl. Ich habe mir wirklich große Sorgen gemacht", berichtete der FC-Bologna-Legionär. Garics war beim ersten schweren Erdbeben in Norditalien am 20. Mai in Neapel, nach seiner Rückkehr nach Bologna spürte er lediglich einige kleinere Nachbeben.

Ein sportliches Erdbeben erlebt einmal mehr Italiens Fußball, der neuerlich von Wett- und Manipulationsskandalen eingeholt und erschüttert wird. "Das ist leider wieder eine schlechte Werbung für Italien und Italiens Fußball. Italien hatte ja schon immer diesen Mafiosi-Ruf, und solche Sachen helfen der Nation ganz sicher nicht weiter", sagte Garics.

Härte angebracht

Für den Defensivspieler besteht kein Zweifel, dass es einige neue Enthüllungen geben wird. "Wenn so viel Wirbel gemacht wird, wird leider Gottes wieder etwas dran sein." Der 28-jährige gebürtige Ungar hofft, dass die italienische Justiz nun mit voller Härte durchgreift. "Ich hoffe, dass dieser ganzen Geschichte jetzt konsequent ein Ende gesetzt wird. Weil wenn jetzt wieder nur halbe Sachen gemacht werden, dann geht das ewig so weiter. Die Leute, die Fehler gemacht haben und involviert sind, gehören für immer weg vom Fenster."

Er selbst habe mit der Sache natürlich nichts zu tun, "für alle anderen kann ich nicht garantieren, vertrauen kann man eh keinem". Garics hofft, dass sein Arbeitgeber Bologna, der die vergangene Saison als starker Neunter der Serie A beendete, nicht in den Skandal involviert ist. Nach den zwei ÖFB-Länderspielen gegen die Ukraine (Freitag) und Rumänien (Dienstag) wird Garics zunächst einmal Urlaub machen, ehe am 9. Juli die Saisonvorbereitung beginnt.

Der Vertrag von Garics in Bologna läuft noch bis 2014, einen Transfer in den kommenden Wochen schloss er aber nicht aus. "Im Fußball kann man doch nie wissen."

Untersuchungen gegen Buffon

Die Steuer- und Finanzbehörden untersuchen inzwischen mögliche illegale Wettbeteiligungen Buffons. Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet, bestehe der Verdacht, dass der Torhüter für Wetten rund 1,5 Millionen Euro eingesetzt haben soll. Ermittler hätten 14 Bankschecks geprüft, die zwischen Jänner und September 2010 bei einem Wettbüro in Parma eingereicht worden seien. Sein Anwalt gab den Ermittlern an, dass Buffon die Schecks einer Vertrauensperson gegeben habe, um Finanzgeschäfte in Parma für ihn zu regeln.

Der italienische Fußballverband untersagt Spielern jede Wettbeteiligung. (APA, 31.5.2012)

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    Garics: "Die Leute gehören für immer weg vom Fenster."

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