Festnahmen nach Anschlägen von Dnjepropetrowsk

31. Mai 2012, 19:15
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Zwei Verdächtige verhaftetErpressung als Motiv

Kiew - Eine Woche vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft hat die Ukraine die Festnahme von zwei Tatverdächtigen für eine Bombenserie mit 31 Verletzten bekanntgegeben. Die etwa 40 Jahre alten Männer seien in der Stadt Dnjepropetrowsk verhaftet worden, wo sich die vier Explosionen am 27. April ereignet hatten. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Kiew am Donnerstag mit.

Die Täter hätten mit den Anschlägen 4,5 Millionen US-Dollar (rund 3,4 Millionen Euro) erpressen wollen, sagte Innenminister Witali Sachartschenko. Die Ukraine ist mit Polen Gastgeber des am 8. Juni beginnenden Turniers.

Sorge um Sicherheit

In der Industriestadt Dnjepropetrowsk, die kein EM-Spielort ist, waren innerhalb weniger Minuten an belebten Plätzen vier Sprengsätze explodiert. Die Bombenserie hatte ernste Sorgen um die Sicherheit von Spielern und Fans bei der Fußball-EM geweckt.

Dnjepropetrowsk rund 400 Kilometer südöstlich von Kiew ist die Geburtsstadt der inhaftierten Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko, deren Fall international Empörung auslöst. Spekulationen über einen politischen Hintergrund der Bluttat hatten sich aber nicht erhärtet.

Innenminister Sachartschenko sprach von einer "beispiellosen" Suche nach den Tätern. Rund 500 Ermittler seien an der Fahndung beteiligt gewesen; mehr als 550 Menschen seien vernommen worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sind die beiden Festgenommenen nicht vorbestraft. Der Justiz lägen eindeutige Beweise für die Schuld der Männer vor, sagte eine Sprecherin.

Staatspräsident Viktor Janukowitsch betonte, alle Besucher der Europameisterschaft seien vor Kapitalverbrechen geschützt. Die Sicherheit der EM sei nicht bedroht.

Das Innenministerium in Kiew hatte nach der Bombenserie von einem "terroristischen Hintergrund" gesprochen und mitgeteilt, es habe weder Anschlagsdrohungen noch ein Bekennerschreiben gegeben. Nach der Tat hatte der Inlandsgeheimdienst Phantombilder von drei mutmaßlichen Tätern im Alter zwischen 30 und 45 Jahren veröffentlicht.  (APA, 31.5.2012)

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