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Berlin - Waffenbesitz, Drogenhandel, versuchter Totschlag, Überfälle, Erpressung - die Liste der Straftaten, die Mitgliedern der Hells Angels in Deutschland zur Last gelegt werden, ist lang. Und der Druck auf sie steigt. In den vergangenen Wochen gab es nicht nur zahlreiche Razzien im Rocker-Milieu, mittlerweile wird auch ein Verbot ins Spiel gebracht.
Der Zeitpunkt sei erreicht, "das ernsthaft zu diskutieren", sagt Schleswig-Holsteins Innenminister Klaus Schlie (CDU). In Kiel sucht die Polizei derzeit in einer Lagerhalle nach der einbetonierten Leiche eines türkischen Türstehers. Er soll vor zwei Jahren von den Hells Angels umgebracht worden sein, der "Tipp" zum Grab kam von einem Aussteiger.
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) ermuntert seine Länderkollegen zu regionalen Verboten. Ein bundesweites Verbot ist seiner Meinung nach zur Zeit nicht durchsetzbar, da die Szene aus unabhängigen Gruppen (den sogenannten Charters) bestehe und der Nachweis über bundesweite Strukturen noch fehle.
Verbot als Signal
In der deutschen Hauptstadt sind in dieser Woche der einflussreiche "Hells Angels Motorcycle Club Berlin City" und dessen Teilorganisation "MG 81" verboten worden. Man sende damit "das Signal aus, dass wir Rechtsbrüche, aus welcher Richtung auch immer, nicht dulden werden", sagt Innensenator Frank Henkel (CDU).
Allerdings waren die Rocker, offenbar von einem Maulwurf der Polizei, gewarnt worden. Als hunderte Polizeikräfte zur Razzia anrückten, hatten die Hells Angels bereits jede Menge belastendes Material verschwinden lassen können. Viele von ihnen empfingen die Polizei auch demonstrativ in weißen T-Shirts - und nicht in ihrer Lederkluft mit Vereinsaufnähern. (bau, DER STANDARD, 1.6.2012)
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