Wurst hält nicht, was sie verspricht

1. Juni 2012, 08:18
  • Zehn Proben gaben Anlass zu einer lebensmittelrechtlichen Beanstandung.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Zehn Proben gaben Anlass zu einer lebensmittelrechtlichen Beanstandung.

Geschnittene, abgepackte Wurst in Klagenfurter Supermärkten vielfach nicht in Ordnung - Erhöhter Gehalt an Keimen und Milchsäurebakterien

Klagenfurt - Geschnittene und vom Hersteller original verpackte Wurst aus Klagenfurter Supermärkten hat die Arbeiterkammer Kärnten testen lassen. 39 Produkte wurden mikrobiologisch untersucht sowie auf Geruch und Geschmack getestet. Fazit: 29 Produkte waren in einwandfreiem Zustand bzw. noch nicht zu beanstanden. Zehn Wurstproben, also mehr als ein Viertel, waren aber entweder wertgemindert oder gar für den menschlichen Verzehr ungeeignet (zwei Proben).

Hält verpackte Wurst was sie verspricht? Dieser Frage ist die AK nachgegangen und hat geschnittene, abgepackte Wurst testen lassen. Insgesamt 39 Produkte aus den Supermärkten Billa, Eurospar, Hofer, Interspar, Lidl, Merkur und Penny wurden bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum gemäß den Lagerungsbedingungen aufbewahrt und noch am selben Tag untersucht. Die Ware wurde von der Lebensmitteluntersuchungsanstalt Kärnten auf Geruch und Geschmack getestet und mikrobiologisch unter die Lupe genommen.

"Bei der bakteriologischen Untersuchung wurde die Wurst unter anderem auf die Gesamtkeimzahl und Milchsäurebakterien getestet, da diese Aufschluss auf zu lang anberaumte Mindesthaltbarkeit, zu hohe Lagertemperatur oder auf Unterbrechung der Kühlkette geben", präzisiert die Leiterin des AK-Konsumentenschutzes, Susanne Kalensky. Indikatoren, die auf Hygienemängel bei der Herstellung (aufschneiden oder verpacken) schließen lassen, wurden ebenfalls erhoben. Die Detailergebnisse:

Mindesthaltbarkeit zu lange anberaumt

24 Proben (61,6 Prozent) waren in Ordnung. Fünf weitere Produktproben (12,8 Prozent) lagen hinsichtlich verschiedener mikrobiologischer Parameter über den Richtwerten. "Da die Überschreitung jedoch nicht besonders hoch ausfiel, waren die Produkte noch nicht zu beanstanden", erklärt Kalensky die Detailergebnisse.

"Insgesamt zehn Proben, also 25,6 Prozent, gaben aber Anlass zu einer lebensmittelrechtlichen Beanstandung aufgrund einer zu lang anberaumten Mindesthaltbarkeit bzw. eines beginnenden Verderbs", betont Kalensky. Acht Proben (20,5 Prozent) wurden am Tag des Ablaufes der Mindesthaltbarkeit als wertgemindert beurteilt, da sie stark bis sehr stark erhöhte Gehalte an Keimen und Milchsäurebakterien aufwiesen. In einem der Produkte wurde zusätzlich ein erhöhter Bakteriengehalt, der auf mangelnde Hygiene bei der Herstellung hinweist, nachgewiesen. Geruch und Geschmack waren bei allen Produkten jedoch in Ordnung.

Als für den menschlichen Verzehr ungeeignet wurden zwei Produkte (5,1 Prozent) bewertet, da zu den stark erhöhten Gehalten von Keimen und Milchsäurebakterien auch noch leichte Mängel bezüglich Geruch und Geschmack hinzukamen.

Schneller Verzehr empfohlen

"Die Ergebnisse der Laboruntersuchung zeigen, dass gegen Ende der Mindesthaltbarkeit manche Produkte einfach nicht mehr einwandfrei sind", fasst Kalensky zusammen. Lebensmittelhersteller wie auch große Handelsketten, die die Produkte vertreiben, seien laut AK daher gefordert, strengere Kontrollen hinsichtlich der Lagerung und der Kühlkette durchzuführen. "Teilweise müssen auch die Mindesthaltbarkeitsfristen verkürzt werden", betont die Konsumentenschützerin.

Konsumenten sollten beim Kauf von abgepackter Wurst folgendes beachten: Etiketten genau lesen und im Geschäft möglichst frische Ware kaufen. Die Unterbrechung der Kühlkette kann zum Verderb der Produkte führen. Daher Wurst nach dem Kauf zu Hause bei der auf der Verpackung empfohlenen Temperatur lagern. Generell sollten Wurstwaren schnell verzehrt werden. Aussehen und Geruch der Ware vor dem Verzehr überprüfen. (red, 1.6.2012)

Die Ergebnisse der Studie auf kaernten.arbeiterkammer.at

 

  • Berechnen Sie Ihr Brutto- oder Netto-Gehalt mit dem Brutto-Netto-Rechner von derStandard.at/Karriere
Share if you care
Posting 1 bis 25 von 41
1 2
wer tiere isst,

hat's verdient, mit Keimen und Bakterien beglückt zu werden.

Milchsäurebakterien?

Wieso werden gerade die untersucht? Die sagen doch nichts aus. Joghurt besteht im wesentlichen aus Milchsäurebakterien und ist auch nicht schlecht. Ich glaub hier wollte man einfach irgendwas finden damit man seine Existenzberechtigung beweist. Wenn sie E.coli oder Cl.botulinum gefunden hätten, wäre das bedenklich. Aber so ist's eine sinnlose Panikmache. Mahlzeit.

und wieder ein paar vegetarier mehr. weiter so!

da hats den "Tann" ja ziemlich erwischt. alle vier getesteten produkte der marke wurden entweder als "wertgemindert" oder gar "für den verzehr ungeeignet" eingestuft.

wen wundert das, dass dies in Kärnten festgestellt wurde

dort stinkt es doch in jeder ecke ....
wenn es in der politik überall stinkt, warum sollte es woanders anders sein?

Stammtischhumorhastdugutgemacht...

Wenn alles nur mehr steril ist...

bauen wir auch keinerlei Abwehrstoffe mehr auf, und bei jeder Kleinigkeit wird's gleich einen Rieseninfekt o.Ä. geben!
Alles wird aufgebauscht,und die Menschen zu sterilen (kastrierten) Idioten erklärt - die Pharmaindustrie kann dazu sicher wieder irgenwas (unwirksames) anbieten.

jemand, den ich kenne, der in der Feinkost arbeitet

flüsterte mir mal zu, dass die abgepackte Wurst kurz vor dem Mhd aufgemacht würde u öfter mal schnell zur Feinkost wandert. das dürfte aber niemand wissen, versteht sich.

und warum wurde die wurst erst vielleicht tagelang bis zum mindesthaltbarkeitsdatum liegen gelassen? ist ja wohl klar, das eine wurst die eine woche aufgeschnitten alt ist, und nicht frisch geschnitten, mehr milchsäurebakterien hat.
finde ich sehr seltsam, warum wurden die proben nicht am tag der entnahme analysiert?

so wie ich das verstehe, haben die ja das wurstpackerl erst am tag des ablaufdatums aufgemacht. ich kann schon erwarten, dass meine wurst wenn ich sie originalverpackt im kühlschrank lagere, dann noch geniessbar ist. wenn das nicht der fall ist, dann ist halt das ablaufdatum falsch kalkuliert und die angegebene haltbarkeitsdauer muss verkürzt werden.
hier sitz ich und poste zum thema wurst, was mach ich da eigentlich?

Am besten finde ich ja die Werbung:

http://www.feinkost-schirnhofer.at/cms/index... type=print

Gesunde Wurst - hält fit!

für ihr Cholesterin-Gleichgewicht...

Da greift man sich schon an den Kopf in Richtung des Gesundheitsministeriums, das so eine Werbung heutzutage noch erlaubt ist!

Schirnhofer

schwimmt voll auf der grünen Welle. Für mich ist das kein Grund, auch nur einen Cent mehr für seine Produkte zu zahlen als für die aus Billigsdorf. Aber es ist nichts Schlechtes daran; und wenn es Menschen gibt, die gerne Deppensteuer zahlen, hat er völlig recht, in diesem Segment zu agieren.

wer schon mal gesehn hat wie wurst industriell hergestellt wird- was da drinn ist (antioxidantien E.......,geschmacksverstärker E....Stabailisatoren E....,"naturidentische" aromastoffe ect. und dem ernährung nicht total egal ist kauft sowas eh nicht.
ganz zuschweigen von dem gentechn.verändertem soja-(weizen-mais ....)der verfüttert wird und und und und-mahlzeit!
ach ja und danke raiffeisen!

vor kurzem gab es doch erst ein artikel (und einen film), in dem kritisiert wurde dass die leute beim ende der mindesthaltbarkeit die sachen wegwerfen.

pauschalierung

es geht hier explizit um wurst.

am besten ist es immer noch, seinem eigenen geruchs - und geschmackssinn zu vertrauen.
wenn man noch halbwegs alle geschmacksknospen beinander hat, erkennt man sofort ob die wurst genießbar ist oder nicht (hilft auch meistens bei anderen frischlebensmitteln)
wenns grenzwertig ist, hilft meiner meinung nach kurz eintunken in kochend heißes wasser.

am besten wurst als ganzes kaufen, zuhause beim aufschneiden auf grundlegende hygiene achten

Sprechende Wurst?

Mir hat eine Wurst noch nie etwas versprochen.

Dann müssen Sie sie noch ein bisschen länger im Kühlschrank lassen.

Das ist ..

mir nicht mehr wurscht.

Ist mir Käseesserin wurscht.

nur zum nachdenken

verpackte wurstwaren - vor allem frischwurst wie schinken, extra, krakauer und co gehen mit 30 (!) tagen mindesthaltbarkeit versehen ins regal. damit das überhaupt möglich ist, müssen in der produktion alle register gezogen werden (stichwort hygienerichtlinen, reinraumtechnik etc).
dass dabei schon kleinste aussetzer am ende des MHD - es geht um ein monat! - zu erhöhnten keimwerten kommt, daf eigentlich niemanden wundern. blöd aber auch, dass der konsument voll auf sowas abfährt, als wurst und co für den verzehr am gleichen tag frisch aufgeschnitten zu kaufen. klarer fall von dsdh.....

und was sagt Chonchita dazu?

Dafür ist sie meistens schweineteuer dazu.
Ausgenommen Diskonter.

Eigentlich arg:

Die Empfehlung lautet, daß die Konsumenten besser aufpassen müssen.
Ja wo samma denn ???
Wenn ein Autohersteller 5% seiner Wagen so ausliefern würde, daß sie Gesundheits- bis Lebensgefährlich sind ( und 20% so daß man eine Wertminderung einklagen könnte ) , wäre der Verkauf der Marke noch am selben Tag verboten.
Einzig wahre Reaktion wäre: Hohe Strafe für alle beteiligten Unternehmen, und im Wiederholungsfall Entzug der Gewerbeberechtigung.
Wenn ein Wirt derart beanstandet wird, ist der Laden zu, aber bei Billa Merkur Spar und Co müssen die Konsumenten reagieren.
Bitte mal einen ordentlichen Schuss vor den Bug an diese Massenvergifter.

Am Boden bleiben .... von lebensgefährlich war hier noch keine Rede.

100% aller Autos sind gesundheits- und lebensgefährlich.

Posting 1 bis 25 von 41
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.