Ein blaues Wunder namens Transalpin

Stefan Schlögl, 12. Juni 2012, 10:16

Er demokratisierte das luxuriöse Reisen und brachte Österreich auf Schiene: Die Geschichte des le­gendären Schnellzugs Transalpin II

Er war ein Meilenstein in der Mobilisierung der Republik: der ÖBB-Triebwagenzug der Reihe 4010, genannt Transalpin II. Mehr als 40 Jahre lang ließen sich Passagiere in den Schnellzügen mit der charakteristischen saphirblau-elfenbeinfarbenen Lackierung in die Ferne expedieren - und mochte die Ferne gegen Ende der Ära Transalpin bloß in Hötzelsdorf-Geras liegen. 

Doch mit der ersten Ausfahrt im Jahr 1964 markierte die Baureihe den Beginn einer neuen Epoche im Bahnverkehr, einer neuen Klasse des stilvollen Unterwegsseins. Zugleich - und das war wohl das größte Verdienst seiner Erfinder - demokratisierte der 4010 das schnelle Reisen: So bot der Transalpin nicht nur wie bei internationalen Fernreisezügen jener Tage üblich Erste-Klasse-Abteile, sondern auch Plätze fürs gemeine Volk in einer zweiten Klasse. Selbiges kam in den Genuss eines Speisewagens wie auch eines feudalen Platzangebots - all das war Mitte der 1960er Jahre frivoler Luxus.


Transalpin II: Eine neue Ära des Reisens, bereit zur Abfahrt im Bahnhof Basel.

Für seine Passagiere war der Transalpin II so etwas wie der öffentlich subventionierte Umstieg von VW Käfer auf Mercedes S-Klasse. Für seine Fans war und ist der 4010er nichts weniger als eine Legende auf Schienen - ein Glücksfall, der vor 50 Jahren mit der Entscheidung des ÖBB-Vorstands für ein richtungsweisendes Design nachgerade erzwungen wurde.

Die klassisch-elegante Linienführung hatte der 4010er einem Meister seines Fachs zu verdanken: dem verhinderten Automechaniker und gescheiterten Rauchfangkehrer Johann Benda. Der Wiener, Jahrgang 1919, hatte nicht mehr als eine abgeschlossene Kunsttischlerlehre und eine kleine Lüge - er gab sich als technischer Zeichner aus - vorzuweisen, als er bei dem Eisenbahnbauer Simmering-Graz-Pauker wegen einer Stelle im Planungsbüro vorsprach. Der Autodidakt bekam den Job - und diente sich in den 50er Jahren zu einem gefragten Formgeber hoch. Benda war kein Visionär, sondern ein Pragmatiker mit einem untrüglichen Gespür für Proportionen, der Praxistauglichkeit stets über gestalterisches Chichi setzte.


Ex-Kunsttischler Johann Benda mit einer seiner Skizzen für den 4010.

Als die Bundesbahnen Anfang der 1960er einen Nachfolger für den technisch veralteten Transalpin I - der nicht mehr als ein aufgebohrter Nahverkehrs-Triebwagen war - suchen, wird ausgerechnet der Selfmade-Designer Benda mit der Außen- wie auch der Innengestaltung der Garnitur betraut. Die sollte nicht nur wie der Vorgänger die Prestigestrecke Wien-West - Basel-SBB bedienen, sondern auch den internationalen Luxuszügen des Trans-Europ-Express-Netzwerks (TEE) eine österreichische Antwort entgegensetzen. Vor allem aber gedachten die Bahn-Chefs mit dem Transalpin II ein Marketing-Vehikel auf die Gleise zu setzen, das die ästhetische und technische Kompetenz der Alpenrepublik in die Welt hinaustragen sollte.


Im Jahr 1962 taucht der Name Transalpin erstmals in Bendas Arbeitsbuch auf.

Im Werk Wien-Simmering brütete Johann Benda fortan über dem gleichermaßen perfekten wie zweckmäßigen Auftritt des Transalpin II. 16 Skizzen fertigte der Tüftler an, rasch wurden allzu exaltierte Vorbilder wie die Kugelkopfform italienischer Express-Triebwagen ausgesiebt. Länger experimentierte der 42-Jährige hingegen mit einem breiten Wulst an der Stirnseite des Zuges.

Typisch für Benda stand dabei ein ästhetisches Leitmotiv völlig im Hintergrund - er dachte vielmehr an die Lokführer, deren Führerstand mit der Riesenbraue optimal beschattet werden sollte. Der eigenwillige Wulstkopf blieb dennoch in der Schublade. Als sich 1962 die ÖBB-Granden versammelten, um aus Bendas Skizzenbuch eine Grundform auszuwählen, einigte man sich rasch auf die Zeichnung mit der Nummer neun: eine dezent zukunftsweisende, markante, vor allem aber zeitlos schöne Silhouette.


Skizze Nummer neun: Selbsterklärende Eleganz trifft auf hohen Nutzwert.

Während in Wien an Exterieur als auch Interieur gearbeitet wurde, werkten im Grazer Simmering-Graz-Pauker-Werk die Ingenieure rund um Projektleiter Waldemar Jud am technischen Unterbau des Transalpin II. Komfort, Laufruhe und Robustheit standen in der Steiermark im Lastenheft ganz oben. Tatsächlich sollten die bei SGP entwickelten Laufdrehgestelle über Jahrzehnte hinweg dem bis zu 150 km/h schnellen Transalpin II erstaunliche Robustheit bescheren.

Beim Zug-Layout setzte man hingegen auf Effizienz: einen sogenannten Triebzug. Der setzte sich beim Transalpin II anfangs aus sechs Teilen zusammen: einem elektrifizierten Motorwagen samt Führerstand, gefolgt von vier Zwischenwagen (Waggons 1. und 2. Klasse plus Speisewagen) und einem Steuerwagen am Zugende, der eine Erste Klasse wie auch einen Führerstand beherbergte. Dieses System war kostengünstig wie auch zeiteffektiv - schließlich konnte die Zuggarnitur in Kopfbahnhöfen rasch und ohne komplizierte Wendemanöver wieder in Gegenrichtung ausfahren. Einen komfortablen Ein- und Ausstieg garantierte das gewählte Kupplungssystems der Bauart Scharfenberg: Damit lag der Fußboden deutlich tiefer als bei damals gängigem Wagenmaterial.

In Wien machte sich indes Johann Benda daran, seine Entwürfe mit praktischen Detaillösungen aufzuladen. In eigens im Wiener SGP-Werk gebauten Musterabteilen wurden die Ideen des Masterminds einer Praxisprüfung unterzogen. Gleichzeitig setzte der Wiener in den Großraumwagen mit einer 2+1-Sitzkonfiguration ein nachgerade feudales Platzangebot durch. Unfeines Kofferwuchten wurde im feinen Transalpin ebenfalls abgeschafft: Zwischen den Rückenlehnen der opulenten Fauteuils reservierte Benda ausreichend Stauraum fürs Gepäck.

Andere Ausstattungs-Details siebten die Ingenieure hingegen nach Tests in den Musterabteilen konsequent aus. So beendete der Vermerk "Sichtbarkeit von Schmutz unter den Sitzen" die Karriere von durchgängig verglasten Schiebetüren in den Abteilwagen. Mit den charakteristischen dunkelblauen Sitzbezügen kreierte Benda hingegen echtes Landmark-Design, das in Österreich über Jahrzehnte hinweg stellvertretend für gepflegtes Reisen stehen sollte.


Die blauen Sitzbezüge sollten sich durchsetzen, die vollverglasten Schiebetüren nicht.

Im Mai 1965 debütierte der Transalpin II auf seiner Stammstrecke Wien - Basel. Später nahmen mehrere, um einen Waggon verkürzte und mit einem Halbspeisewagen ausgestattete Garnituren den innerösterreichischen Planbetrieb Richtung Westen (Wien - Innsbruck) und Süden (Wien - Graz/Villach) sowie auf der Strecke Graz - Linz/Salzburg/Innsbruck auf. Doch rasch nach der Einführung standen die stolzen ÖBBler vor einem gewaltigen Problem: Der Transalpin war einfach zu erfolgreich.

Allein im Schweizer Streckenteil stiegen die Passagierzahlen bereits im ersten Jahr um 66 Prozent, auch in der Heimat lösten immer mehr Reisende mit dem Schnellzugzuschlag ein Ticket für das blaue Wunder aus Österreich. Notorisch waren die Zweite-Klasse-Abteile überfüllt, während in der zu üppig dimensionierten Ersten Klasse Plätze frei blieben.

In hoher Not sahen sich die ÖBB-Bosse gezwungen, an ihre schicken neuen Triebzüge schnöde Verstärkerwaggons (ohne Speisewagen-Zugang) anzuhängen. Später schickte man sogar zwei Garnituren im Abstand weniger Minuten auf die Strecken. Bis Anfang der 1970er endlich eine technische Lösung entwickelt wurde - zwei zusammengespannte Triebwagen konnten fortan per Tandemsteuerung von einem Lokführer bedient werden -, mussten Transportspitzen immer wieder mit Improvisationskunst abgefangen werden. Dennoch fuhren die Reisenden unverdrossen auf den Transalpin ab. Ende der 60er Jahre steuerte der 4010er zusätzlich Frankfurt, St. Gallen und München an. Als einige Jahre später alle 29 Garnituren ausgeliefert waren, verkehrte der Beau auf Schienen auf der West- und Südbahn endlich auch im Taktverkehr.


Etwas Lyrik wider den aufkommenden Städteflugverkehr: Werbeplakat um 1970.

Der Höhepunkt der Goldenen Ära des Transalpin Mitte der 70er markierte gleichzeitig den schleichenden Niedergang des Prestigezugs. Ab 1977 begannen lokbespannte orange Expresszüge den blauen Dauerläufer auf den internationalen Routen langsam zu verdrängen. Zudem machten sich einige konstruktive Schwächen bemerkbar.

Aufgrund der relativ starren Scharfenbergkupplungen neigten die Waggons zu unwürdigen Ruckelbewegungen. Die Leistungsreserven des Triebwagens waren nicht gerade üppig. Nicht zuletzt auf stark befahrenen Strecken erwies sich das Triebzugsystem als unwirtschaftlich: So ließen es sich die ÖBB nicht nehmen, in Doppeltraktion zwei Speisewagen zu betreiben. Gleichzeitig stiegen Betriebs- als auch Modernisierungskosten für die älteren Baumuster. Dennoch hielten die Bundesbahnen an ihrem Dauerbrenner fest.


Größere Revisionen wurden in der Hauptwerkstätte Wien-Floridsdorf durchgeführt.

Noch Anfang der 1990er, wenige Jahre vor dem Ende des geplanten Lebenszyklus von 30 Jahren, wurden die meisten Triebwagengarnituren einer Generalsanierung unterzogen. Optimierte Innenraumdetails wie etwa neue Sitzbezüge, geschlossenes Toilettensystem und mehr Klimaanlagen machten den 4010er für den Deutschland-Einsatz fit. Für Bahn-Puristen weniger erfreulich: Das klassische Transalpin-Saphirblau musste den neuen ÖBB-Farben Rot, Grau und Grauweiß - dem sogenannten "Valousek-Design" - weichen.


Eine revitalisierte Transalpin-Garnitur, erkennbar an der rot-weißen Lackierung. 

Die umfangreiche Renovierung sollte den Transalpin bis ins nächste Jahrtausend bugsieren. Nicht zuletzt auf den Südbahnstrecken gehörte die Garnitur noch lange zum Rückgrat des innerösterreichischen Fernreiseverkehrs.

Doch mit jedem Fahrplanwechsel gingen die Einsätze auf den Schnellzugtrassen zurück, immer öfter kam der einstige Stolz der ÖBB auf Nebenstrecken zum Einsatz. So zuckelten etwa die Transalpins der frühen Generation auf der Franz-Josefs-Bahn gen Gmünd. Bis 2001 versahen die blauen Garnituren ihren Dienst, dann machten die Schrotter auf dem ÖBB-Areal in Wien-Floridsdorf den Oldies den Garaus.


Finaler Crash in Floridsdorf: Verschrottung der letzten blauen Garnitur.

Die in den 1990ern revitalisierten Garnituren verkehrten hingegen noch bis 2008 - unfassbare 41 Jahre nach Indienststellung des Baumusters - von Graz aus Richtung Linz und Salzburg. Doch im Dezember lief der Transalpin II seine letzte Endstation an. Die finale Reise endete am Wiener Südbahnhof und mit einer Demütigung: Die defekten 4010er-Triebwagen mussten von einer Taurus-Lokomotive in den Bahnhof geschleppt werden.


Endstation: Letzte Ankunft des Transalpin II am 28. Dezember 2008.

Ein Blitzlichtgewitter der Fotografen war dem zeitlos-eleganten Pensionär dennoch sicher. Ein Platz in der Technikgeschichte der Republik nicht minder - wie seinem umtriebigen Schöpfer Johann Benda.

Dessen Schaffenskraft sollte nicht mit dem Transalpin II enden: Anfang der 1970er machte sich Benda daran, einen weiteren Klassiker des öffentlich Unterwegsseins zu entwickeln: den U-Bahn-Typ Ux, in Wien besser bekannt als "Silberpfeil". (Stefan Schlögl, Fotos: Sammlung Werner Prokop, Archiv Johann Benda, derStandard.at, 12.6.2012)

Anlässlich des Jubiläums "50 Jahre 4010" ist im Jahr 2014 eine Buchreihe von Autor Werner Prokop geplant. Die drei Bände über den Transalpin II werden bei der Railway-Media-Group erscheinen.

Die letzte vollständig erhaltene Transalpin-II-Garnitur steht im Besitz der Österreichischen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (ÖGEG) und ist im Lokpark Ampflwang (OÖ) zu bewundern.

Mehr

Johann Benda im Video-Interview

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 349
1 2 3 4 5 6 7 8
Transalpin WINNER:) Railjet Looser:(

Wenn man sich die Kommentare zu dem Artikel durchliest bemerkt man erst, wie sehr den Leuten der Unterschied im Komfort zu den alten Schnellzügen auffällt.

Der einzige Vorteil ist, dass die neuen Züge schneller sind (meist aber nur in der Theorie)

Selbst auf der Westbahn war der railjet höchstens mit 200 km/h unterwegs.
Also im Vergleich zu Frankreich/Deutschland/Japan ist das ja eine Nebenbahn.
Auf der Südbahn fährt er genauso schnell wie der Transalpin.
Ist das alles?

Das liegt aber vor allem daran, dass früher ja grundsätzlich alles viel besser war, heute alles furchtbar und schlecht ist und das ganz besonders in Österreich...
Gruß an all die Raunzer da draußen! ;-)

wenn man das über den railjet in 40 jahren nur auch sagen könnte ...

Träumer ;-)

Ach ja,...der Transalpin!

Ein sehr guter Artikel! Da macht das Lesen großen Spass!
Hab den Transalpin ja schon (fast) vergessen gehabt.
Wenn man noch die Gelegenheit hatte diesen wunderschönen Zug kennenzulernen, wird man fast ein bisschen wehmütig.
Ich habe die Fahrten geliebt.

Schade, dass er verschrottet worden ist.
Man hätte ihn zumindest auf den Nebenbahnen einsetzen können.
Wäre doch ein tolles Fahrterlebnis gewesen bei dem Komfort!

Irgendwie schade drum!

Nicht Alle! Ein Paar sollen bei der HKX, Köln- Hamburg demnächst fahren.
Bin dann dabei, denn den Transalpin kenn ich auch noch :-)

Bin letztens

am Abend (Sonne schon weg) während der Hitzewelle mit einem 4020er "Überland" gefahren. Fenster waren offen, 100km/h, angenehme Wärme. Frische Luft, Blumen und Waldduft zogen herein. Man hörte den Zug.

War ein herrliches Erlebnis!

Ganz anderes Bahnfahren als mit den City Shuttle.

Mir hats gut gefallen, aber vielleicht bin ich auch ein "Bahnromantiker"

(zugegeben am Tag bei 35 Grad wär ich wahrscheinlich lieber mit dem City Shuttle gefahren ;)

An noch etwas erinnere ich mich:

Als so eine Garnitur erstmals zwischen Wien und Frankfurt eingesetzt wurde, haben dort die Germanen ganz stolz auf die neuen Fahrzeuge der DB hingewiesen. Bis ihnen wer die ÖBB - Aufschrift gezeigt hat. Da waren sie über die Ösis platt.

Na ja, vor der ICE - Zeit eben.

Sowas von Top finde ich nicht den ICE.
ÖBB hat ja leider nichts eigenes schönes nach DB, ausser die ENs.

Nette Reportage!

Ich als Bahnbegeisteter trauere dem 4010er nach.

Das waren noch Zeiten!!!

Fenster öffnen, angenehm gepolsterte (jedoch nicht sehr ergonimisch gefromte) Sitze, Abteile mit Vorhängen die abdunkelten, viel Stauraum...

Ich bin echter Bahnfahrer aus Leidenschaft seit meiner Kindheit, und ich muss sagen, bis auf die heutigen Unabdingbarkeiten wie Steckdose und WLAN war der Komfort im alten Zug besser, wesentlich besser. Ist wie auf den Fliegern, das war früher auch angenehmer...

Kurzum, früher war bei Gott nicht alles besser, aber der 4010er war einfach toll - bekommt einen 1er und der Railjet nur einen 3er.

Der DB ICE1,2,3 die bekommen auch einen 2er, sind gut.

Und die Mariazellerbahn bekommt einen römischen 1er, hahaha denn dort ist wahrlich der Weg das Ziel!

Und die Mariazellerbahn bekommt einen römischen 1er, hahaha denn dort ist wahrlich der Weg das Ziel

ja besonders im Winter sehr spannend ;-)

dass alte züge komfortabler waren kann man so generell sicher nicht behaupten.

Den Namen Transalpin(a) gab es doch schon Generationen vor dem ÖBB-Transalpin I?

Ferrrovia Transalpina, das 1869 begonnene und nie richtig fertiggestellte Projekt mit dem Anschluss der k.k. Westbahn an den k.k. Hafen Triest mit Blick auf den Suezkanal. K.k. offiziell hieß sie Karawanken- und Wocheinerbahn. - Noch heute heißt der Bahnhofsplats in Gorizzia/Görz/Gorica Piazza Transalpina und die abgerissene Bahnstrecke nach Trieste/Triest/Trst Ferrovia Transalpina.

Aber die Staedteschnellverbindung "Transalpin" gab es erst in den frühen 60er Jahren

Mit einem 4030er ab Wien West 11:40 an Zürich HB 22:47 und Basel SBB nach Mitternacht.
Und der. 4010er war und ist in der 2.Klasse unerreicht im Komfort.

Es kommt nichts besseres nach

könnte da jemand sagen, wenn man über diese Meisterleistung ("ist wahrscheinlich noch untertrieben") nachsinniert.

Tugenden im Eisenbahn-Verkehr waren das Rezept:
- Schnelle und regelmäßige (auch oft) Verbindugen (war im Artikel kein Thema)
- Angenehmens Reisen
- Ein Design, dass dem Kunden das Gefühl von "wichtig" gibt.
- Effizienz und Nachhaltigkeit bei der Bauweise

Leider sind derzeit Investionen immer nur lästige Vorkommnisse, die dem derzeitigen Person nur Probleme machen. Daher stehen die Kosten und die schnelle Durchführbarkeit im Vordergrund.

Schade drum.
Steigerungen von Fahrgastzahlen würden Österreich
- Umwelttechnisch
- Kostentechnisch (weniger Subventionen, weniger Ölabhängigkeit, ...)
was bringen.

Ist aber derzeit nicht.

Das waren noch Züge die den Fahrgast in den Mittelpunkt stellten

Mit dem Transalpin zu reisen war angenehm und sehr komfortabel, sogar in der zweiten Klasse. Es war ruhig und man konnte auch in Ruhe in einem Buch schmökern, was in den Railjets ja kaum mehr möglich ist, da man ohne Unterbrechung die dämmlichsten Handytelefonate mitanhören muß und auch in den Ruhezonen wird rücksichtslos telefoniert. Außerdem sind die Sitzplätze eng wie in einem Flugzeug und ich frage mich auch, warum in diesem angeblichen Premiumzug (lt. ÖBB) es nicht möglich ist, wie in japanischen Zügen die Sitzreihen immer in Fahrtrichtung zu drehen. Wer (wie ich vor einem Monat) mal mit einem japanischen Shinkansen Zug gefahren ist, dem kommt diese Railjet-Hype nur mehr lächerlich vor. Da fehlen 30 Jahre Fortschritt!

Das Telefonieren ist aber den Reisenden zuzuschreiben!

Fahren Sie im Französischen TGV. Da sind Mobiltelefone ausgeschaltet, oder wenn es (meist diskret) läutet, steht die oder der Reisende auf und geht hinaus!
Da erfahren Sie leider nicht, was er gerade gegessen hat oder was sie am Abend essen will.

unvergessen mehrere male im bodensee von salzburg nach wien im führerstand des 6010 - man konnte ja durchgehen, anklopfen und fragen und die meisten lokführer haben ja gesagt...oder es hat sich mit dem zugführer und schaffner ein gespräch entwickelt, dann war der aufenthalt im meist leeren wunderbar leisen dahingleitenden first class 6010 gesichert...

Ob ÖBB-General Kern und seine Marketingabteilung noch gut schlafen können?

Die postive Stimmung und Meinung zum altbewährten Triebwagen ist überwältigend, dagegen sind die Feststellung zum neumodischen Railjet wie ein Spott und Hohn für die aktuelle Unternehmensführung.

FPÖ-Gorbach's Erfindung Wehinger, nicht Kern

ist für den RailJet verantwortlich.

Ich wage zu bezweifeln,

dass die Zuege von 1960 komfortabler sind als die Railjets :)

Die neuen Zuege sind fluesterleise, haben Steckdosen, wlan, Ledersitz, genug Stauraum, sind niederflur, ...

Im Railjet (allein der Name...) sitzt man wie auf einem Beichtstuhl, hart wie Holz, eine Kopfstütze ohne Seitenhalt, noch dazu viel zu weit vorne.
Im Transalpin dagegen konnte man die Sitze selbst in der 2. Klasse bequem einstellen, was bei einem Reisezug eigentlich selbstverständlich sein sollte. Doch nicht bei den ÖBB...ein Grund mehr, Westbahn zu fahren.

Beides oft Gefahren - Kein Vergleich

Gilt nicht generell, sondern nur für den 4010er!!

Die neuen Zuege sind fluesterleise, haben Steckdosen, wlan, Ledersitz, genug Stauraum, sind niederflur, ...

...aber das ist doch kein Zugfahren mehr...

fluesterleise, WLAN...sind doch alles nur Ablenkungsmanöver, damit man nicht merkt, wie entfremdet Zugfahren geworden ist.

und bzgl " genug Stauraum" : die Railjets sind sowas von optimiert in der Anzahl ihrer Waggons , dass man st"andig in vollbesetztem Zuegen f"ahrt und man nicht das Gefuehl hat, hier waere genug Platz vorhanden. Aber die dadurch notwendigen Platz-Reservierungen steigern den Profit um ein paar Prozent... (wobei "Profit" eh fast Ironie ist bei den unfähigen, gierigen, Steuergeld verschwendenden ÖBB-Managern)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 349
1 2 3 4 5 6 7 8

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.