Mathieu besiegt Isner in Marathon-Match

31. Mai 2012, 17:24
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Auch Murray trotz Beschwerden weiter - Kvitova, Wozniacki in dritter Runde - Marach-Sieg im Doppel

Paris - Paul-Henri Mathieu und John Isner haben einen neuen French-Open-Rekord aufgestellt. Der Franzose setzte sich gegen den US-Amerikaner im Zweitrundenspiel erst nach 5:41 Stunden mit 6:7(2),6:4,6:4,3:6,18:16 durch. Mit 76 gespielten Games übertraf das Duo die bisherigen Bestmarken (viermal 71 Games) seit Einführung des Tiebreaks 1973. Der Allzeit-Rekord blieb allerdings bestehen, der wurde 1957 im Spiel von Robert Mark (AUS) gegen Antal Jancso (HUN) mit 83 Games aufgestellt.

Die Partie war auch die zweitlängste in der Geschichte des Grand-Slam-Turniers in Roland Garros nach jener von Fabrice Santoro und Arnaud Clement (6:33 Stunden im Jahr 2004). "Es war schwer für mich zu realisieren, dass ich gewonnen habe", sagte Mathieu in einer ersten Reaktion. Der Weltranglisten-261. verwertete erst seinen siebenten Matchball zum Erfolg.

Isner präsentierte sich damit einmal mehr als Marathon-Mann. Die Nummer zehn des Turniers hält auch den Rekord des längsten je gespielten Profi-Spiels. In Wimbledon 2010 hatte sich Isner nach 11:05 Stunden gegen den Franzosen Nicolas Mahut mit 6:4,3:6,6:7,7:6,70:68 (183 Games) durchgesetzt.

In der ersten Hälfte des fünften Turniertages haben sich die weiter oben gereihten Aktiven keine Blöße gegeben. Allen voran zog Rafael Nadal locker in Runde drei ein. Auf dem Weg zu seinem angestrebten siebenten Paris-Titel deklassierte der Weltranglisten-Zweite den Usbeken Denis Istomin 6:2,6:2,6:0. Damit ist der Mallorquiner im Turnier weiter ohne Satzverlust.

Zuvor war auch der als Nummer vier gesetzte Andy Murray weitergekommen. Allerdings war der Schotte zu Beginn seines Matches gegen den Finnen Jarkko Nieminen durch ein Rückenleiden stark am Spielen gehindert, lag schon mit 1:6,2:4 zurück. Zeitweise produzierte der Schützling von Trainer Ivan Lendl regelrechte "Einwürfe" als Aufschläge und musste sich mehrfach behandeln lassen. Letztlich gewann er aber noch 1:6,6:4,6:1,6:2.

"Gestern war noch alles in Ordnung", sagte Murray. "Heute in der Früh konnte ich meinen linken Fuß aber nicht belasten." Es soll sich um vom Rücken ausgehende Muskelkrämpfe gehandelt haben. Der 25-Jährige wollte nicht antreten, bekam aber vom Physiotherapeuten grünes Licht. "So eineinhalb Stunden war es wirklich schlimm. Mitte des zweiten Satzes war ich nur ein paar Punkte von der Aufgabe weg. Dann wurde es aber besser."

Der Franzose Jo-Wilfried Tsonga (5) gewann sein vertagtes Zweitrunden-Match gegen den Deutschen Cedrik-Marcel Stebe 6:2,4:6,6:2,6:1. Der Spanier David Ferrer (6) gab ebenso wenig einen Satz ab wie sein Landsmann Nicolas Almagro (12), Juan Monaco (ARG-13) und Milos Raonic (CAN). Mit Bernard Tomic (AUS-25) musste sich der Erstrunden-Bezwinger von Andreas Haider-Maurer ohne Satzgewinn geschlagen geben.

Bei den Damen gaben die Tschechin Petra Kvitova (4), die Dänin Caroline Wozniacki (9) und die Deutsche Angelique Kerber (10) nur wenige Games ab. Sie befinden sich damit ebenso in der Runde der letzten 32 wie Francesca Schiavone (14). Die italienische Titelträgerin 2010 und Vorjahres-Finalistin hatte bei ihrem 2:6,6:3,6:1 gegen die Bulgarin Zwetana Pironkowa aber etwas zu kämpfen.

Im Herren-Doppel zog nach Jürgen Melzer auch Oliver Marach in Runde zwei ein. Er gewann an der Seite des Argentiniers Horacio Zeballos gegen die Deutschen Michael Kohlmann/Alexander Waske 3:6,7:6(5),6:4. Um das Achtelfinale geht es gegen Santiago Gonzalez/Christopher Kas (MEX/GER-11).

Der Favoritenrolle gerecht wurden auch die als Nummer sieben gesetzten Alexander Peya und Leander Paes im Erstrunden-Doppel-Duell mit den Italienern Simone Bolelli/Fabio Fognini, das mit 6:1,6:7(2),6:3 gewonnen wurde. Im Kampf um den Achtelfinaleinzug geht es nun gegen Michail Elgin/Denis Istomin. (APA, 31.5.2012)

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    Rekordmatch.

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    Nadal bleibt in Paris unantastbar

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