Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
vergrößern 600x440Falschfarbenbild von sogenannten Orthopyroxen-Kristallen aus dem Magma, die die Forscher in der forensischen Analyse des Mount St. Helens-Ausbruchs 1980 verwendeten. Die unterschiedlichen Farben spiegeln unterschiedliche chemische Zusammensetzungen wider. Gelb stellt etwa eine besonders eisenreiche Zone dar.
Einige Kilometer unterhalb eines Vulkans befindet sich ein flüssiges Reservoir, die Magmakammer, das Vulkanausbrüche speist. Im Magma wachsen Kristalle konzentrisch wie Baumringe. Wenn sich die physikalischen Bedingungen, zum Beispiel die Temperatur, in der Magmakammer ändern, ändert sich auch die chemische Zusammensetzung der Kristalle. Ein internationales Wissenschafter-Team hat nun dieses Wachstum von Kristallen mit seismischen Daten in Beziehung gesetzt und damit eine Methode entwickelt, mit der sich in Zukunft Vulkanausbrüche genauer vorherzusagen lassen könnten.
Lange vermuteter Zusammenhang bestätigt
Die Forscher von der Ruhr-Universität Bochum und der Universität von Bristol analysierten die chemische Zusammensetzung von Gesteinsproben des Mount St. Helens in den USA. Diese Daten korrelierten sie mit seismologischen Messungen von der tödlichen Eruption des Vulkans im Jahr 1980. Resultat: Phasen von stark erhöhtem Kristallwachstum gingen mit zunehmender seismischer Aktivität und stärkeren Gasemissionen einher. Ein erhöhtes Kristallwachstum wiederum zeigt an, dass verstärkt flüssiges Magma in die Magmakammer einströmte, was letztlich den Vulkanausbruch auslöste. Damit bestätigten die Forscher den lange vermuteten Zusammenhang zwischen dem Magmafluss tief in der Erde und Anzeichen für einen Vulkanausbruch an der Oberfläche.
Zeitliche Informationen aus den Kristallringen zu extrahieren, ist ein Spezialgebiet des Bereichs Petrologie am Institut für Geologie, Mineralogie und Geophysik in Bochum. Eine ähnliche Studie führten die RUB-Wissenschaftler zusammen mit Wissenschaftlern aus Singapur und Pisa bereits an einem anderen aktiven Vulkan durch, dem Aetna in Italien (veröffentlicht in Earth and Planetary Science Letters, 2011). Für diese Studien nutzen die RUB-Forscher die Information, wie schnell sich bestimmte Elemente durch Minerale bewegen (Diffusion). Die Bestimmung dieser Diffusionsraten ist ein weiterer Arbeitsschwerpunkt der Petrologen in Bochum.
Genauere Vorhersage von Ausbrüchen
Über 500 Millionen Menschen leben in der Nähe von Vulkanen, die ohne oder mit wenig Anzeichen ausbrechen. Eruptionen richten oft großflächige Schäden an, stören den Luftverkehr oder wirken sich gar global auf das Klima aus. Viele dieser Vulkane werden kontinuierlich überwacht, um Änderungen in der seismischen Aktivität oder Verformungen im Untergrund festzustellen. Bislang war es jedoch problematisch, die Beobachtungen an der Oberfläche im Hinblick auf die Vorgänge im Untergrund zu interpretieren. Die sogenannte forensische Methode, die das englisch-deutsche Team anwandte, kann auf andere Vulkane übertragen werden. So lassen sich seismische Aktivitäten vor einer Eruption besser mit Prozessen im Inneren des Vulkans in Relation bringen - und künftige Ausbrüche genauer vorhersagen. (red, derstandard.at, 31.5.2012)
Abstract
Science: Linking Petrology and Seismology at an Active Volcano
US-Forscher untersuchten Fossilien auf Muskelansätze und schlossen aus diesen auf die bevorzugten Bewegungen der Tiere
Maßnahme Spaniens zeigt offenbar Wirkung
Boku-Studie: Würmer im Boden und Artenvielfalt senken Schäden durch Schnecken um bis zu 60 Prozent
Zum Tauchen optimierte Flügel verursachen in der Luft hohen Energieaufwand
Während sie anderswo gefährdet sind, gibt es in den Reservaten Südafrikas zu viele Elefanten - Mittlerweile hat man den Kühen bereits die Verhütung verordnet
US-Forscher entdecken neue Prinzipien der Fortbewegung in Tunnelsystemen
Sender hat keinen Empfang, vermutlich bewegt sich "Herwig" derzeit in einem Funkloch
Aktuelle Daten zeigen: Worst-Case-Szenarien bei der Erderwärmung in diesem Jahrhundert eher unwahrscheinlich
Knochen waren ein Jahrhundert lang verkannt worden - nun als neue Art identifziert
Mit dem schnelleren Verfahren lässt sich der genaue Familienstammbaum der Zellen auf einfache Weise rekonstruieren
Forscher wollten feststellen, ob Regionen mit bedrohten und besonders schützenswerten Populationen auch ausreichend unter Schutz stehen
500 Millionen Jahre alter Gliederfüßer nach Hollywoodstar benannt
Moskitos, die keine Plasmodien in sich tragen, lässt der Geruch von Menschen dagegen eher kalt
Die acht eigentlichen Mitgliedsländer nehmen sich der Ölverschmutzungen im Norden an
Indirekter Effekt: Grizzlybären verschmähen neue Fischart und konzentrieren sich verstärkt auf junge Wapitis - Dies könnte gesamtes Nahrungsnetz verändern
Maßnahme soll Regenwäldern zugute kommen
Pumpende Bewegungen verschaffen den Straußenkorallen entscheidenden Vorteil gegenüber den gefährdeten Steinkorallen
Freiburger Forscher untersuchten Proteine, die in einer Bakterienzelle die Struktur des Erbguts sichern
Der Soufrière Hills auf Montserrat brach 1995 nach 300-jähriger Ruhephase aus und kommt seitdem nicht mehr zur Ruhe
Vorträge, Filmvorführungen, Labor- und Gartenbesichtigungen schon ab Mittwoch in Österreich
Wiener Verhaltensforscher untersuchten Untreue und Vaterschaft beim Teichrohrsänger
Symposium über "Synthetische Biologie" am Dienstag in Wien
Forscher holten aus 2,4 Kilometern Tiefe Wasser aus dem Präkambrium - Nun hoffen sie auf Nachkommen von Mikroben aus der Anfangszeit des Lebens
Tiere wachsen auch dann , wenn CO2-Konzentrationen jenen entsprechen, die wir für das Jahr 2100 erwartet werden
"Apothekerfrösche", die einst für Schwangerschaftstests verwendet wurden, verbreiteten den tödlichen Chytridpilz global
wie kann man anhand von kristallen "Einige Kilometer unterhalb eines Vulkans" was vorhersagen?
bohrt da einer die magmakammer an und nimmt proben?
überhaupt dachte ich immer, mit einer "forensischen Methode" würde man retrospektiv erklären, was war, und nicht vorhersagen, was sein wird
Die Daten gewinnt man aus erkaltetem Magma, das bei Ausbrüchen an die Oberfläche gefördert wurde, bei denen die seismischen Aktivitäten vor dem Ausbruch aufgezeichnet wurden.
Diese seismischen Aktivitäten haben sich in Kristallen quasi mitabgebildet.
Die Kristalle wiederum geben Aufschluss darüber, wie die verschiedenen seismischen Aktivitäten eines Vulkans vor dessen Eruption zu interpretieren gewesen wären, weil sie erklären, was zum Zeitpunt dieser seismischen Aktivitäten gerade in der Magmakammer vor sich ging, z. B. ob sie sich gerade füllte.
Die daraus gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen wiederum eine bessere Interpretation von aktuell stattfindenden seismischen Aktivitäten.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.