Erich-Fried-Preis an Nico Bleutge

31. Mai 2012, 14:02
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Deutscher Lyriker wird am 25. November in Wien geehrt

Wien - Der diesjährige Preisträger des Erich-Fried-Preises heißt Nico Bleutge. Überreicht wird dem deutsche Lyriker die renommierte, mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung am 25. November im Wiener Literaturhaus, wurde am Donnerstag  in einer Aussendung mitgeteilt.

Ausgewählt wurde der Preisträger von Lutz Seiler, dem alleinigen Juror in diesem Jahr. Er sieht in Bleutges Werk "einen vielversprechenden Ansatz für die Erneuerung des sogenannten Naturgedichts". "Seine Gedichte öffnen dem Leser die Sinne, sie lassen ihn teilnehmen am Schauen und Lauschen", so Seiler, für den es bei den Gedichten des Preisträgers um "Sprach- und Wahrnehmungszustände vor der Natur" geht.

Kulturministerin Claudia Schmied  freute sich, dass nach dem Fokus auf Romane in den vergangenen Jahren heuer wieder ein Dichter ausgezeichnet wird. Bleutge habe mit seinen bisher veröffentlichten Bänden Kritik und Lesepublikum "gleichermaßen beeindruckt" und zeige, was Gedichte sein können: "Nämlich sprachliche Präzisionsinstrumente der Wahrnehmung."

Bleutge wurde 1972 in München geboren und studierte von 1993 bis 1998 Neuere Deutsche Literatur, Allgemeine Rhetorik und Philosophie in Tübingen. Der Lyriker, Essayist und Literaturkritiker hat bis dato zwei Gedichtbände ("klare konturen" 2006, "Fallstreifen" 2008) veröffentlicht, der dritte Band soll im Frühjahr 2013 folgen. Bei der diesjährigen Biennale in München wurde zudem die Oper "Wasser" uraufgeführt, für die Bleutge das Libretto verfasst hat.

Verliehen wird der Fried-Preis seit 1990 durch die Internationale Erich Fried Gesellschaft für Literatur und Sprache, gestiftet wird er vom Kulturministerium. Auf der Liste der bisherigen Preisträger finden sich bekannte Namen wie Christoph Hein, Gert Jonke oder Robert Menasse. Im vergangenen Jahr wurde Thomas Stangl ausgezeichnet.  (APA, 31.5.2012)

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