Internationale Museumsdirektoren-Tagung in Wien

31. Mai 2012, 13:31
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"Keepers Conference" der grafischen Sammlungen der Welt: e-publishing, Beleuchtungs- und Personalfragen als Hauptthemen

Wien - Bis Samstag, 2. Juni, sind rund 50 Direktorinnen und Direktoren der wichtigsten grafischen Sammlungen der Welt zu Gast in der Albertina, darunter Bernhard Maaz vom Kupferstichkabinett Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Jonas Storsve vom Centre Pompidou und Andrew Robison von der National Gallery of Art. Im Rahmen des 1968 gegründeten und alle zwei Jahre tagenden "International Advisory Committee of Keepers of Public Collections of Graphic Art" gab es am Mittwoch auch einen Empfang mit Kulturministerin Claudia Schmied, bei der sie die Grafik als "ein Herzstück unserer kulturellen Identität" würdigte.

Die "Keepers Conference", die 1972 zum letzten Mal in Wien stattgefunden hat und nächstmalig 2014 in Washington tagen wird, beschäftigt sich laut Albertina-Chef Klaus-Albrecht Schröder mit drei Themenschwerpunkten. Die Digitalisierung der Sammlungen ist vor allem im Hinblick auf e-publishing ein Großthema internationaler Museen. Während einige Museen weiterhin umfangreiche, vielbändige Bestandskataloge in gedruckter Form vorlegen, sind andere dazu übergegangen, auf einem simplen Data-Stick ein Vielfaches an Text- und Bildmenge anzubieten. "Ich glaube, der Zug fährt eindeutig in Richtung e-publishing. Dieser Prozess wird aber 5 bis 10 Jahre dauern. Im Augenblick präferieren viele Museen eine Mischform", so Schröder.

Weiters habe man sich dazu entschlossen, die 1972 ohne wirklich fundierte Grundlage beschlossene Norm von 50 Lux für Ausstellungen von Papierarbeiten anhand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse über Schädigungen durch Licht und aufgrund neuer Lichtquellen zu überdenken. "Innerhalb der kommenden vier Jahre werden wir uns nochmals eingehend mit der Frage von Beleuchtungsintensität, Beleuchtungsstärke und Beleuchtungsqualität beschäftigen."

Als dritter Punkt wird die Frage des Aufbaus und der Förderung von wissenschaftlichem Nachwuchs behandelt. "Die Frage 'Wer folgt nach?' beschäftigt viele", so Schröder. "Viele wichtigen Sammlungen mussten ihr wissenschaftliches Personal gewaltig reduzieren." Die Albertina sei hingegen in der Lage, nicht nur die Zahl ihrer Kuratoren aufgestockt zu haben, sondern mit der Aufnahme von Assistenz-Kuratoren den eigenen Nachwuchs aufzubauen. Obwohl innerhalb der kommenden drei Jahre mit Marian Bisanz-Prakken, Vizedirektorin Maria Luise Sternath-Schuppanz und Christine Ekelhart-Reinwetter drei wichtige Kuratorinnen in Pension gehen würden, sei deren Nachfolge bestens geregelt. (APA. 31.5.2012)

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    Gruppenbild mit Ministerin: die Tagungsteilnehmer in der Albertina.

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