Ski-WM 2017 an St. Moritz vergeben

31. Mai 2012, 19:00
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Hauptkonkurrent Cortina d'Ampezzo hat seine Kandidatur kurzfristig überraschend zurückgezogen

Sabuk - Die alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2017 finden in St. Moritz statt. Die Schweizer Kandidatur setzte sich am Donnerstag beim FIS-Kongress in Südkorea im einzigen Wahlgang mit 12:3 Stimmen gegen den schwedischen Mitbewerber Aare durch, nachdem der vermeintliche Hauptkonkurrent Cortina d'Ampezzo (ITA) seine Kandidatur ebenso kurzfristig wie überraschend zurückgezogen hatte. Die Nordische-WM 2017 geht in Lahti in Finnland in Szene. Lahti behielt im dritten Wahlgang gegen Planica (SLO) die Oberhand.

Bereits fest gestanden war, dass die Skiflug-Weltmeisterschaft 2016 turnusgemäß wieder am Kulm bei Bad Mitterndorf/Tauplitz in Österreich durchgeführt wird. Als einziger Kandidat erhielt Sierra Nevada in Spanien den Zuschlag für die kombinierte Ski-Freestyle/Snowboard-WM 2017.

Am Freitag steht zum Abschluss des 48. und erstmals in Asien stattfindenden FIS-Kongresses die Vorstandswahl sowie die Absegnungen diverser Weltcup-Kalender und Arbeitsprogramme auf dem Programm.

Cortina überrascht

Der unerwartete Rückzug von Cortina d'Ampezzo kam auch für die siegreichen Schweizer überraschend. "Als der Verzicht als Gerücht die Runde machte, glaubten wir noch an einen Scherz", sagte Claudio Duschletta vom St. Moritzer Kandidaturkomitee, der mit seiner Bewerbung als Favorit gegolten hatte. "Dennoch haben wir damit gerechnet, bis zum Schluss hart gegen die Italiener kämpfen zu müssen", sagte Duschletta.

"Wir haben realisiert, dass Cortina dieses Mal noch nicht an der Reihe ist", begründete der italienische Verbandspräsident Flavio Roda in einem Brief an FIS-Präsident Gian-Franco Kasper und dessen Vorstandskollegen den Rückzug lapidar. Der italienische Skiverband FISI hat turbulente Zeiten hinter sich. Roda übernahm das Präsidium erst am 31. März. Zuvor stand die Organisation seit der Ausbootung seines Vorgängers Giovanni Morzenti unter kommissarischer Führung.

Nur dreieinhalb Monate, nachdem Rom die Kandidatur für die Olympischen Sommerspiele 2020 mangels finanzieller Staatsgarantien zurückziehen musste, leistete sich Italien einen nächsten Flop auf sportpolitischem Parkett. Roda und die Promotoren kündigten jedoch im nächsten Atemzug an, beim Kongress 2014 in Barcelona mit Cortina einen vierten Anlauf zu nehmen.

Aare scheitert

St. Moritz erreichte nach sechs Jahren Vorbereitung und im dritten Anlauf das Ziel. Als einziger Gegner blieb Aare übrig. Die Schweden hatten die WM erst 2007 durchgeführt und bewarben sich erstmals wieder. Als dementsprechend krasser Außenseiter waren sie nach Südkorea gereist.

Das provisorische WM-Budget von St. Moritz beträgt 56,6 Mio. Euro (68 Millionen Franken). Geplant sind ein Umbau mit Erdaufschüttungen beim Slalom-Start, ein neuer Start der Damen-Abfahrt, die Sanierung des "Freien Falls", des spektakulären Auftakts zur Männer-Abfahrt, die Vergrößerung des Zielgebäudes sowie diverse Modernisierungsmaßnahmen. Außerhalb des WM-Budgets soll in St. Moritz in ein neues Kongresszentrum, die Erneuerung der Signalbahn oder die Beschneiungsanlagen investiert werden.

Sollte für St. Moritz in drei Jahren der noch viel größere Traum in Erfüllung gehen und der Nobelkurort zum dritten Mal nach 1928 und 1948 zum Ausrichter von Olympischen Winterspielen 2022 gekürt werden, hätten diese Investitionen einen zusätzlichen Nutzen. (APA, 31.5.2012)

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