Iran wirft chinesischen Konzern aus Staudamm-Projekt

31. Mai 2012, 11:47
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Chinesischer Experte: Keine Auswirkungen auf kommenden Peking-Besuch Ahmadinejads

Peking - Kurz vor einem Staatsbesuch von Präsident Mahmoud Ahmadinejad in Peking hat der Iran die Zusammenarbeit mit China beim Bau eines Staudamms aufgekündigt. Die Regierung in Teheran habe den Vertrag über zwei Milliarden Dollar aufgelöst, berichtete am Donnerstag die chinesische "Global Times", ein Boulevardblatt aus dem Hause der "Volkszeitung" der Kommunistischen Partei.

China ist einer der wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Partner des Iran, der wegen des Konflikts um sein Atomprogramm international weitgehend isoliert ist. Ahmadinejad will in der kommenden Woche an einer Sicherheitskonferenz in Peking teilnehmen und dürfte bei dieser Gelegenheit auch mit Chinas Präsident Hu Jintao zusammentreffen. Im Atomkonflikt hat es zuletzt erstmals seit Jahren wieder leichte Fortschritte gegeben.

Iranischen Agenturmeldungen zufolge sollte die chinesische Sinohydro an dem Staudamm in der westiranischen Provinz Lorestan mitarbeiten. Der Iran treibt damit die Nutzung von Wasserkraft voran. Von Sinohydro lag vorerst keine Stellungnahme vor.

Zusammenarbeit wird fortgesetzt

Guo Xian'gang, Vizepräsident der staatlichen Denkfabrik China Institut für Internationale Studien, meinte, die Aufkündigung der Zusammenarbeit bei dem Staudammprojekt werde keine Auswirkungen auf die iranisch-chinesischen Beziehungen haben. Für die Entscheidung seien womöglich technische Gründe ausschlaggeben gewesen, bei anderen Projekten werde die Zusammenarbeit aber fortgesetzt. Auch der Besuch Ahmadinejads in China werde nicht davon betroffen sein.

China und Iran haben enge Beziehungen auf den Gebieten Energie und Handel. Peking hat wiederholt US-Forderungen nach Verhängung schärferer Sanktionen wegen des iranischen Atomprogramms zurückgewiesen. Allerdings hat es in jüngster Zeit Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Erschließung iranischer Öl- und Gasressourcen gegeben. (APA, 31.5.2012)

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