Österreich und Vietnam wollen Hochschul-Kooperation vertiefen

31. Mai 2012, 10:19
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"Wissenschaftstag" in Ho-Chi-Minh-Stadt zum Ausklang von Fischer-Besuch

Ho-Chi-Minh-Stadt - Ein österreichischer "Wissenschaftstag" an der "Saigon University" in Ho-Chi-Minh-Stadt. Das war am Donnerstagvormittag (Ortszeit) der Schlusspunkt zum dreitägigen Staatsbesuch von Bundespräsident Heinz Fischer in Vietnam. Ziel ist die Vertiefung der Zusammenarbeit vietnamesischer und österreichischer Hochschuleintrichtungen. So sollen der Studentenaustausch und der "Bildungs-Export" intensiviert werden.

Im Rahmen einer regeren Forschungszusammenarbeit sollen über Ausschreibungsverfahren Projekte gefunden werden, die dann gemeinsam abgewickelt werden, wie Friedrich Faulhammer vom Wissenschaftsministerium gegenüber der APA erklärte. Die beiden Länder kooperieren bereits im ASEA-UNINET, einem Netzwerk österreichischer und südostasiatischer Unis, und im EU-geförderten SEA-EU-NET (Southeastasia-EU-Net), in dessen Rahmen eine Plattform für den Austausch von Forschern aus Südostasien und Europa etabliert und der politische Dialog zwischen den beiden Regionen gestärkt wird.

Studentenaustausch

Der Studentenaustausch läuft hauptsächlich über den OEAD (Österreichischer Austauschdienst), wobei das Interesse derzeit eher einseitig ist. Die vietnamesische Regierung ist an der Finanzierung von Doktorandenstudien in Österreich beteiligt, in der Hoffnung, dass die derart geförderten Studenten nach Abschluss des Studiums wieder in die Heimat zurückkehren und ihr Know How dort umsetzen. "Das zeigt auch, dass Vietnam seine jungen Leute zunehmend mobil machen will", erklärte OEAD-Geschäftsführer Hubert Dürrstein im APA-Gespräch. Eine erste Phase wird etwa zehn Studenten umfassen, später sollen es um die 40 pro Jahr sein.

Wünschenswert wäre laut OEAD, wenn auch in Österreich das Interesse für den asiatischen Raum geweckt werden könnte. Etwa mit "semesterweisen" Aufenthalten. Die Sprachbarriere sollte dabei kein Hindernis sein. An vielen Universitäten Asiens werden bereits Studienprogramme auf Englisch angeboten. Weitere Zusammenarbeitsfelder in Wissenschaft und Forschung bestehen auf EU-Ebene. Die Zahl vietnamesischer Studierender in Österreich ist im Steigen, derzeit sind es laut Faulhammer an Universitäten und Fachhochschulen 112.

100 Germanistik-Studenten

Einen anderen Zugang hat die Fachhochschule Krems, die bereits seit sieben Jahren in Vietnam Studienprogramme (Masters und Bachelor) in den Segmenten Tourismus Unternehmungsführung oder E-Business anbietet. Als "Bildungs-Export" werden in adaptierter Form jene Studien angeboten, die auch in Krems am Lehrplan stehen. Laut Geschäftsführer Heinz Boyer gibt es in Vietnam derzeit etwa 100 Germanistik-Studenten, die das Programm sogar auf Deutsch absolvieren können und wollen. Das "Know How" wird von der FH Krems angeboten, aber in Vietnam umgesetzt. Die Studenten müssen dann ihre Heimat erst gar nicht verlassen. (APA, 31.5.2012)

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