Ins Leberkoma mit Paracetamol

31. Mai 2012, 11:51
  • Paracetamol besitzt eine schmerzstillende, fiebersenkende und schwach entzündungshemmende Wirkung.
    foto: apa/bradley c bower

    Paracetamol besitzt eine schmerzstillende, fiebersenkende und schwach entzündungshemmende Wirkung.

US-Studie zeigt mangelndes Verständnis von Konsumenten bei der Verwendung von OTC-Arzneimitteln auf

Chicago - Ins Leberkoma mit einer "harmlosen" Paracetamol-Überdosierung: Der Wirkstoff findet sich in zahlreichen rezeptfrei erhältlichen Schmerzmitteln. In den USA sind diese Arzneimittel, die am häufigsten verwendeten Schmerzkiller (z.B. "Tylenol"). Eine Studie der Northwestern University (Chicago) belegte jetzt, dass fast ein Viertel der Konsumenten die Dosierungsanweisungen nicht versteht und sehr schnell in eine gefährliche Überdosierung geraten kann.

Michael Wolf und die Co-Autoren interviewten 500 Patienten von Allgemeinmedizin-Gruppenpraxen in Atlanta und in Chicago im Zeitraum zwischen September 2009 und März 2011. Dabei stellte sich heraus, dass mehr als die Hälfte von ihnen Paracetamol verwendeten. 19 Prozent waren sogar häufige Benutzer mit täglichem oder mehrmals wöchentlichem Konsum solcher Schmerzmittel. Auch in Österreich ist Paracetamol (Mexalen, Anm. Red.) rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Das Medikament wird gern als Fiebersenker bei Kindern verwendet. Es verursacht weniger häufig gastrointestinale Beschwerden als andere nichtsteroidale Antirheumatika.

Akutes Leberversagen

Das Problem, wie der Grazer Pharmakologe Eckhard Beubler erst vor kurzem bei einer Pressekonferenz der Österreichischen Apothekerkammer in Wien betonte: Die Substanz hat eine sehr enge Dosierungsbreite. Bei Überschreiten der empfohlenen Höchstdosis von vier Gramm pro 24 Stunden drohen sehr schnell irreversible Leberschäden und Leberversagen. Potenziert wird die Gefahr noch durch Alkoholkonsum. In den USA und in Großbritannien sind Paracetamol-Überdosierungen - auch in suizidaler Absicht - die häufigste Ursache für akutes Leberversagen.

Die US-Wissenschafter legten den Probanden fünf verschiedene OTC (Over the counter)-Paracetamol-Fläschchen vor. Die Testpersonen sollten sich vorstellen, eine Dosis zu einem gewissen Zeitpunkt einzunehmen und dann sagen, wie sie durch weitere Einnahme über 24 Stunden hinwegkommen würden. Das Ergebnis: Fast ein Viertel der Patienten hätte mehr als die vier Gramm Tageshöchstdosis eingenommen, fünf Prozent hätten sogar mehr als sechs Gramm innerhalb von 24 Stunden konsumiert. Genauso kritisch: Fast die Hälfte der Probanden hätte gleich zwei rezeptfreie Paracetamol-Produkte kombiniert und wäre damit über die Höchstdosis hinausgeraten.

Wolf: "Unsere Resultate deuten darauf hin, dass die Konsumenten den Wirkstoff von OTC-Schmerzmedikamenten weder erkennen noch die Inhaltsstoffe differenzieren können. Außerdem befolgen sie nicht notwendigerweise streng genug die Gebrauchsinformationen." (APA)

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und deshalb

keine medikamente beim bipa. grz

Hausverstand und Eigenverantwortung

Ganz grundsätzlich ist jeder Mensch für seine Gesundheit selbst verantwortlich. Nichts gegen die Errungenschaften der modernen Medizin. Doch man sollte nicht immer gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen.
Das Problem ist, dass die Leute denken, man kann dem Körper eh viel zumuten und wenn was kaputt ist, lässt man es halt vom Doktor reparieren.

Was wir brauchen, ist der Gedanke der Vorsorgemedizin, mit Schwerpunkt auf der alternativen Medizin. Wir müssen den Menschen erklären, wie sie so gut auf sich aufpassen, dass so wenig "Reparaturbedarf" wir möglich entsteht.
Bewegung, Ernährung, genug Schlaf, Stressvermeidung (auch seelisch), wo es geht.......is eh alles keine Hexerei. wird aber leider nicht so gelebt.

Man muss den lese- und denkunkundigen Patienten vor sich selber schützen: Paracetamol, egal welche Packungsgrösse ab jetzt bitte rezeptpflichtig!
Und wenn wir schon dabei sind auch das Seidl Bier und das Achterl Wein, und bei Schnaps sowieso nur mehr eine Abgabe auf Suchtgiftrezept!

http://de.m.wikipedia.org/wiki/Mari... #section_3

Mariendistelextrakt (wird schon in einigen Krankenhäusern eingesetzt) - ich nehm's immer wenn ich mal lebertoxische Substanzen zu mir nehme (was natürlich selten ist).

Nur am Rande: es wundert mich schon, in welchem Ausmaß hier Alles und Jeder
"gebasht" wird, der andere Methoden als die Mainstream Medizin auch nur erwähnt.

Der Grund, warum Alternativmedizin gebasht wird, ist, weil sie nicht das hält, was sie verspricht. Sogar das Alternativblatt "Forschende Komplementärmedizin" attestiert Mariendistelextrakt Wirkungslosigkeit (außer natürlich als 'supportive element' der medikamentösen Therapie)

"The clinical evidence of a therapeutic effect of silymarin in toxic liver diseases is scarce."
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18334810

wird schon in einigen Krankenhäusern eingesetzt

Ist auch schon seit einiger Zeit kommerziell erhältlich. Mit Mariendistelextrakt hat auch keiner ein Problem (obwohl eine direkte leberschonende Wirkung bislang nur in isolierten Zellen und Mäusen nachgewiesen wurde), weil sich wohl keiner mit dem Zeug freiwillig Lebergiften aussetzen wird. Mit Personen wie astemp, der bei Krebserkrankungen eine Therapie der Seele bzw. Qi Gong propagiert, allerdings schon - Sie können sich denken, warum.

Übrigens: Das "Bashing" läuft beiderseitig ab, nur dass die Beweislage für die genannten Therapien etwas asymmetrisch ist - oder kann Qi Gong Ihre Leber wiederherstellen?

ich zitiere mal meinen dozenten von der med uni ibk:

" grundsätzlich bekommen nur alkoholiker wirklich schwere probleme wenn sie mehr als 5 tabletten nehmen. menschen mit einer gesunden leber können sehr viel verkraften und da die leber ein sich selber regenerierendes organ ist muss schon ziemlich viel zusammenkommen das man schwerwiegende schäden bekommt."

laut ihm kann man ~10 tabletten nehmen ohne das die leber gleich aufgibt. würds aber nicht empfehlen ; )

ja 10 tabletten sind ja eh schon 5 gramm! und 5% haben ja sogar noch mehr eingenommen. die leber kann sich halt nur regenerieren wenn man mit der einnahme aufhört...bei chronischen schmerzpatienten ja eher nicht so der fall. das ist das problem.

paracetamol ist unnötig

statt neo citran reicht ein tee mit honig .. erspart leberschäden .. und hilft genauso ..

Bleiben Sie lieber bei Ihren Discos, von Medizin haben Sie keinen Dunst...

Mal davon abgesehen, dass Sie offenbar nicht zu wissen scheinen, wofür Paracetamol überhaupt gut ist, schlagen Sie Tee mit Honig vor, um sich Leberschäden zu ersparen (Artikel gelesen?). Honig enthält sehr viel Fructose, eine Zuckerart, von der bekannt ist, dass sie zu Leberverfettung führt und die Entstehung einer Leberzirrhose begünstigen kann.

Fettleber von Tee mit Honig??????????

Wenn jemand eine Erkältung hat, dann sollte er im Bett bleiben und ruhen. Sogar Fieber ist gut, wenn es nicht über 38,5 steigt, und man die Bettruhe einhält, damit das Herzkreislaufsystem nicht belastet wird.
Und Tee mit Honig kann nicht schaden, denn soviel Honig kann man in einer Woche (solange dauert eine grippale Infekt meistens) gar nicht zu sich nehmen, dass dadurch die Leber geschädigt wird.

das Problem ist, dass die Menschen wegen jeder Kleinigkeit gleich Pillen einwerfen, statt den Körper ruhen und gesunden zu lassen. Und die Ärzte sollten auch eher empfehlen: weniger Medikamente, mehr Selbstbverantwortung der Patienten, ausheilen satt neiderschlucken!

Omas Hausmittelchen

Man muss kein Pharmalobbyist sein, um zu erkennen, dass manche Medikamente -- bei richtiger und verantwortungsvoller Anwendung -- einem "Tee mit Honig" um Welten überlegen sind.

Wie Sie zB Dengue-Fieber mit Honigtee behandeln, das möchte ich sehen.

dengue-fieber behandelt man ebenso wenig mit paracetamol, es lindert dabei nur die schmerzen.

zu mir hat mal eine verkäuferin in der apotheke gesagt, man könne davon auch 2 nehmen?! (hab 50kg)

Bei akuten Schmerzen ist es durchaus sinnvoll als Erstdosis zwei Tabletten zu nehmen. Allerdings sollte die Tagesdosis nicht überschritten werden.

deshalb ist sie verkäuferin,im besten fall ein magisterl u am geld interessiert u nicht an der leber der menschheit

10-15 mg/kgKörpergewicht Einzeldosis die bis auf 50 mg/kgKörpergewicht als maximale Tagesdosis gesteigert werden kann wenn Fieber/Schmerzen nicht nachlassen....

bei 50 kg Körpergewicht sind Sie mit einer Tablette mit 500 mg gerade mal im unteren Einzeldosisbereich... in Ihrem Fall wäre die Einzeldosis 500-750mg (1 Tablette und eine halbe)

bei Migräne wird aber auch Paracetamol als Einzeldosis 1000mg empfohlen also 2 Tabletten

no panic.keine hauptwirkung ohne unerwünschte wirkung.saufen schädigt auch die leber

Das Problem liegt ganz woanders -

- die Menschen nehmen generell viel zu viel Medikamente. Anstatt ihre Lebensumstände, ihre seelischen Dispositionen zu überprüfen, anstatt sich auch mal an einen NaturheilkundeARZT zu wenden als nur immer nur an den Hausarzt oder den Apotheker: nehmen sie bei Schmerzen/Unwohlsein gleich ihr Pülverchen. Frei nach der Devise: sind die Schmerzen größer, braucht man mehr Pülverchen.
Dazu kommen dann noch die unseligen Werbungen - auch als normale Zeitungsartikel lanciert! - in Zeitschriften und TV. Ist doch alles so harmlos.

Grundsätzlich gilt: Bei 1x-iger Einnahme eines Aspirin, Paracetamol wird nicht gleich der Körper ruiniert. Ist die Einnahme öfter notwendig: sich selbst überprüfen - denn Störungen sind Hinweise, dass etwas nicht stimmt.

"Naturheilkundearzt", wenn ich das schon höre.

...was ist dann?

Immer auf die Absicht schauen

Ich kenne NIEMANDEN der Paracetamol überdosiert hätte. Die Angaben auf der Packung sind vorsichtig, wenn man sich daran hält, ist Paracetamol relativ sicher und unschädlich.

Ärzte und Apotheker lassen regelmäßig Horrorgeschichten von gefälschten Mitteln aus dem Internet, Nachteilen von Generikas und grauenhaften Folgen, wenn man nicht den Hausarzt für jede Banalität konsultiert, verbreiten.

Dass es so ein "Hausarzt" einem Typ I Diabetiker Cortison spritzt, ohne ihn aufzuklären, welche Wirkungen das auf den Zucker hat zeigt, dass die Leut oft keinerlei Ahnung haben. Studium vor 100 Jahren, seither nix gelernt.

Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Versandapotheken (Charge nachvollziehbar), Ärzte privat, oder besser nicht.

ich habe einmal eine einzige tablette genommen mit paracetamol und hab geglaubt ich muss sterben. und meine leber ist laut schulmedizin gesund und in bester ordnung.

Es ist nicht verwunderlich,

dass sie niemand kennen (gelernt haben) der Paracetamol (stark) überdosiert hat. Die Prosektur ist nun mal kein guter Ort zum kennenlernen....
Im Ernst: Paracetamol hat den Vorteil, nicht die Wundheilung zu hemmen wie etwa Aspirin und daher nicht Magengeschwüre zu verursachen. Aber es hat den Nachteil, bei Überdosierung (und leider auch bei "an Alkohol trainierten Menschen") leberschädigend zu wirken. Beides sollte man wissen, und dann seine Entscheidung treffen.

hier ist also die von der Apothekerkammer bestellte APA-Meldung... ;)

OK - hier ist also die von der Apothekerkammer bestellte APA-Meldung via Bäumler wie gefährlich 0815 Tabletten doch sind... Moment - gab es da nicht vor ein paar Tagen den Vorstoß der Pensionistenvertreter, dass es mehr solche Medikamente in Drogeriemärkten geben sollte? Sonderbar - nicht?

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