Innsbruck: HNO Chef angeklagt - Klinik steht hinter ihm

30. Mai 2012, 19:22
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Die Staatsanwalt ermittelt, ob ärztliches Fehlverhalten bei Tumorentfernungen vorliegt

Innsbruck - Nach jahrelangen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und Anklageerhebung wegen fahrlässiger Körperverletzung nimmt Alexandra Kofler, ärztliche Direktorin der Tilak (Tiroler Landeskrankenanstalten GmBH), den Chef der Klinik für Hals-, Nasen, Ohrenheilkunde (HNO), Herbert Riechelmann, in Schutz. Konkret geht es um eine Tumoroperation vom Sommer 2009. Riechelmann habe "beherzt eingegriffen", sagt Kofler. Und zwar, nachdem ein damals ebenfalls operierender und jetzt angeklagter Oberarzt "mit einer antiquierten Methode nicht den gesamten Tumor herausgeschnitten" habe. Dem Oberarzt wird vorgeworfen, den Patienten nicht genau untersucht zu haben. Riechelmann wird angelastet, zu viel Gewebe entfernt und dem Patienten bei der OP unverhältnismäßig grob das Unterkiefer gebrochen zu haben.

Seit 2009 ermittelt die Staatsanwaltschaft, ob ärztliches Fehlverhalten bei Tumorentfernungen in 28 Fällen vorliege. 21 Fälle wurden bereits als nicht strafrechtlich relevant eingestuft. (ver, DER STANDARD, 31.5.2012)

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