Strabag: Analysten sehen mehr Verlust im ersten Quartal

30. Mai 2012, 17:00
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Wien - Für die am morgigen Donnerstag zur Veröffentlichung anstehende Zahlen zum traditionell schwächelnden Auftaktquartal des heimischen Baukonzerns Strabag erwarten Bankexperten eine Ausweitung des Verlustes gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Im Detail prognostizieren die Analysten der Raiffeisen Centrobank (RCB) und Erste Group eine negatives Nettoergebnis (nach Minderheiten) von 128,4 Mio. Euro, nach minus 117,5 Mio. Euro im ersten Quartal 2011.

Operativ (EBIT) prognostizieren sie minus 160,2 (minus 145,4) Mio. Euro, die Konsensusschätzung für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) beläuft sich auf minus 68,7 (minus 59,8) Mio. Euro. Den Umsatz schätzen sie im Mittel auf 2,204 Mrd. Euro leicht unter Vorjahresniveau (2,210 Mrd. Euro).

"Wir erwarten uns im Wesentlichen etwas niedrigere Umsätze und schwächere Ergebnisse", kommentierte Franz Hörl, Analyst bei der Erste Group. Verantwortlich dafür würden das anhaltend schwächere Verkehrswegebau-Segment, das unter den knappen öffentlichen Budgets leide, sowie die Wetterlage im Februar zeichnen.

Auch RCB-Experte Markus Remis verwies auf die Februar-Kältewelle in vielen Ländern, vor allem in Osteuropa, als Belastungsfaktor für das diesjährige Startquartal. Im Vergleich dazu sei die Witterungslage im ersten Vierteljahr des Vorjahres eher mild gewesen. Insgesamt, erläuterte er, sei das erste Quartal saisonal bedingt traditionell verlustbringend.

Mit Blick auf die Segmententwicklung stellt er sich auf eine Fortsetzung der Trends der letzten Quartale ein. Wie auch Hörl geht er von einem weiterhin eher schwachen Verkehrswegebau-Segment aus; eine Trendumkehr sei hier nicht auszumachen, sagte Remis.

Den Auftragseingang sieht er indes von dem Großprojekt in Italien positiv beeinflusst. Ein Konsortium rund um die Strabag hatte einen 1,7 Mrd. Euro schweren Auftrag für den Bau von Strecken der norditalienischen Autobahn Pedemontana erhalten. Davon entfallen eine Milliarde Euro auf die Strabag, die 60 Prozent am Konsortium hält. (APA, 30.5.2012)

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