Neu entdeckter Frosch färbt ab - Zweck des Manövers rätselhaft

31. Mai 2012, 11:27
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Expedition identifiziert eine bislang unbekannte Spezies - und findet zwei wieder, deren Aussterben befürchtet worden war

Frankfurt/Main - Einen leuchtend gelben Frosch haben Forscher im dichten Regenwald von Panama aufgespürt - und der färbt ab, wie sie bald darauf an ihren gelben Fingern feststellen konnten. Warum der nur etwa zwei Zentimeter große Frosch bei Berührung seine Farbe abgibt, ist den Wissenschaftern allerdings noch ein Rätsel. Zur Abwehr von Feinden sei die Eigenschaft jedenfalls ungeeignet, da die Farbe keine giftigen Komponenten enthalte, berichtete das Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt.

Die ungewöhnlichen Paarungsrufe der männlichen Gelbfärber-Regenfrösche (Diasporus citrinobapheus) hatten die Biologen auf die Spur des kleinen Amphibiums gebracht. "Die Rufe dieser Art unterscheiden sich stark von anderen Fröschen. Da hatten wir gleich den Verdacht, dass wir hier eine neue Art gefunden haben", sagte der beteiligte Biologe Andreas Hertz. "Es war aber gar nicht so einfach, die winzigen Tiere im dichten Regenwald ausfindig zu machen, geschweige denn zu fangen."

Wiederfinden macht Freude

In der unzugänglichen Bergwelt im Westen Panamas suchten das deutsch-panamesische Expeditionsteam auf verschiedenen Expeditionen von 2008 bis 2010 vor allem an den Ufern von Bergbächen und im Nebelwald nach seltenen Fröschen und Salamandern. Sie konnten dabei auch 18 von insgesamt 33 gefährdeten und stark gefährdeten Amphibienarten nachweisen. Darunter ist auch ein Salamander, der seit seiner Entdeckung vor 34 Jahren nicht mehr nachgewiesen werden konnte, sowie ein Frosch, der seit 27 Jahren nicht mehr in Panama gesehen wurde. Vor allem in den 90er Jahren waren zahlreiche Amphibien in der Region an der Infektion mit dem Pilz Batrachochytrium dentrobatidis gestorben.

Gravierender sei jedoch der Verlust von geeignetem Lebensraum, erläuterte Hertz. Er forderte das entlegene Cerro Colorado Areal nicht für den Kupferabbau freizugeben, sondern als Schutzgebiet auszuweisen, um die Arten für künftige Generationen zu erhalten. "Es gibt sie an keinem anderen Ort der Welt." Die Studie zum neuentdeckten Frosch präsentieren die Forscher im Fachjournal "ZooKeys". (APA/red, derStandard.at, 30.5.2012)

  • Diasporus citrinobapheus hat kein Farbechtheitszertifikat.
    foto: senckenberg

    Diasporus citrinobapheus hat kein Farbechtheitszertifikat.

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