COPD oft als "Raucher­husten" verharmlost

Jeder vierte Österreicher über 40 ist von der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung betroffen - Bis zur Diagnose vergeht oft viel Zeit

Wien - Sie leistet buchstäblich von ersten bis zum letzten Atemzug unverzichtbare Dienste und wird dennoch in der öffentlichen Wahrnehmung meist eher stiefmütterlich behandelt: die Lunge. Nur die wenigsten Menschen sind sich der Bedeutung des Hochleistungsorgans bewusst - bis eindeutige Alarmsignale wie COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) nicht mehr ignoriert werden können, beklagten Spezialisten bei einer Pressekonferenz im Wiener Haus des Meeres.

Anlässlich des Welt-Nichtrauchertages am 31. Mai und der Vorstellung des neuen Ratgebers "Husten - Atemnot - COPD" hatte der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger und die ÖGP (Österreichische Gesellschaft für Pneumologie) in den ehemaligen Flakturm geladen, um auf die schleichende und tückische Erkrankung hinzuweisen. Die COPD verläuft in vier Stadien und ist zwar nicht reversibel, aber durchaus stabilisier- und vermeidbar, wie die Experten und eine betroffene Patientin vor Augen führten.

Letztere erkannte viel zu spät das Ausmaß ihres Gesundheitszustandes und musste am Ende transplantiert werden. Erste Anzeichen wie Atemnot und Leistungsschwäche werden meist als "Raucherhusten" verharmlost. Ganz oben auf der Liste der wichtigsten Maßnahmen steht der Verzicht auf den Glimmstängel.

Erste Symptome werden oft verharmlost

Lungenkrankheit befinden sich grundsätzlich weltweit auf dem Vormarsch. In Österreich leidet derzeit jeder Vierte über 40 unter COPD, deren Symptome selten ernst genug genommen werden. Oft vergeht daher bis zur Diagnose wertvolle Zeit, in der irreversible Schäden an der Lungen entstehen. Frauen sind im Vergleich häufiger und auch meist schwerer betroffen als Männer. "Die Lunge ist auch eine Eintrittspforte" mahnte die Pneumologin und Intensivmedizinerin Sylvia Hartl, Mitautorin der neuen Publikation, die sich an interessierte Laien, Betroffene und Angehörige gleichermaßen richtet.

Damit ist nicht nur der Tabakkonsum gemeint - auch Feinstaubbelastung kann sich sehr negativ auf die Lungengesundheit auswirken. Der Ratgeber befasst sich sowohl mit Symptomen, Behandlung, Alltagsbewältigung und Selbsthilfe als auch Vorbeugung und Aufklärung. (APA, 30.5.2012)

Zum Thema

38 Prozent der Österreicher sind Raucher

Weitere Informationen

Österreichische Gesellschaft für Pneumologie

Buchtipp: Sylvia Eva Hartl, Martina Netz, "Husten - Atemnot - COPD" Verlag MedMedia 2012. 254 Seiten, ISBN: 978-3-950-14464-2

  • Im Bild ein präpariertes Modell einer Lunge in der Aussellung "Bodies".
    foto: reuters/pilar olivares

    Im Bild ein präpariertes Modell einer Lunge in der Aussellung "Bodies".

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