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Wien - Die Neupositionierung der Kammeroper in Wien steht: Am Mittwoch wurde der erste Spielplan für das Haus am Fleischmarkt vorgestellt, das künftig zentral vom Theater an der Wien bespielt wird. Entsprechend thematisch verwandt zeigt sich die erste Saison des 286 Plätze umfassenden Hauses, die Rossini, Britten, Puccini, Händel und eine Uraufführung von Hans-Jürgen von Bose bringen wird. Interpretiert werden die Werke vom ersten eigenen Ensemble des Theaters an der Wien, dem JET (Junges Ensemble). Getragen wird die Wiener Kammeroper von einem Verein und soll damit auch der Freien Szene eine Bühne bieten.
Pilotprojekt auf drei Jahre
"Es ist ein schwieriges Projekt - gar nicht so sehr künstlerisch, sondern organisatorisch", so Roland Geyer, Präsident der Kammeroper und Intendant des Theaters an der Wien, bei der Pressekonferenz. Die neue Konstruktion ist als Pilotprojekt auf drei Jahre angelegt, wobei Geyer zugleich feststellte: "Ich rechne nicht damit, dass es nach drei Jahren aus ist." Man werde das Haus so erfolgreich führen, dass man bei der Evaluierung in zwei Jahren eine Fortführung beschließen werde. Derzeit agiere das Theater an der Wien gleichsam als großer Bruder: "Im Moment erscheint es uns günstig, das Haus mit dem Verein Wiener Kammeroper zu betreiben." Ob irgendwann die Volleingliederung ins Theater an der Wien zur Debatte stehe, werde man sehen.
Derzeit gebe es gleichsam eine Symbiose mit dem Theater an der Wien, wie Sebastian Schwarz, künstlerischer Betriebsdirektor des Theater an der Wien, als neuer künstlerischer Leiter der Kammeroper betonte. Den Kern der neuen Kammeroper stellt dabei das JET dar, für das sieben Sänger mit Opernstudioerfahrung aus 300 Bewerbern mehrheitlich auf 2 Jahre engagiert wurden. Es handle sich hierbei nicht um einen Hochschulbetrieb, stellte Geyer klar. Vielmehr biete man jungen Künstlern die Möglichkeit, sich in Hauptrollen zu beweisen und zugleich etwa Meisterkurse zu besuchen. Ähnliches gelte auch für die vorgesehenen Regisseure und Dirigenten. Bei einem Eröffnungskonzert am 8. Oktober wird sich das neue Ensemble den Zuschauern präsentieren, wobei über die Saison verteilt jeder Künstler nochmals ein eigenes Porträtkonzert erhält.
Opern im Kleinformat
Den Auftakt des regulären Betriebs mit 50 Vorstellungen macht dann am 21. Oktober Gioachino Rossinis "La Cambiale di Matrimonio" - der Beginn eines Zyklus mit den fünf Kammeropern des Komponisten. Am 5. Dezember folgt die von-Bose-Uraufführung "Verkehr mit Gespenstern", die im Frühjahr eigentlich bereits in der "Hölle" hätte stattfinden sollen. Der kleine Spielort im Theater an der Wien fiel jedoch wegen eines Wasserschadens aus. Am 21. Jänner 2013 ist "La Boheme" von Puccini vorgesehen, die den Auftakt zu einer Reihe bekannter Opern im Kleinformat darstellt, bei der neue Farben großer Meisterwerke entdeckt werden sollen. Und am 13. Mai 2013 wird Händels Seelenporträt "Orlando" als barocker Beitrag zum Spielplan gegeben.
Dazwischen wird am 25. März die Neue Oper Wien unter Walter Kobera ihren Auftritt haben und im Jubiläumsjahr des Komponisten zwei Kircheneinakter von Benjamin Britten spielen. Zum 100. Geburtstag des Briten spielt man "Curlew River" und "The Prodigal Son", die beide um das Thema Kindesverlust kreisen. (APA, 30.5.2012)
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Das Programm klingt schon mal vielversprechend - Rares, Ausgefallenes und mit dem Orlando sogar einen echten Kracher (dessen Sujet sich im Übrigen sehr für ein junges Ensemble eignet).
Zudem füllt das Konzept eines hochwertigen Nachwuchslabors neuerlich eine Nische. Insbesondere Sebastian Schwarz würde ich einen Erfolg mit diesem Projekt von Herzen gönnen.
Leiden wird da lediglich mein Terminkalender - aber da muss er halt auch noch durch...
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