Tim Cook: "Der Patentkrieg geht mir auf die Nerven"

30. Mai 2012, 10:21
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Der Apple-CEO über iTV, Siri, Steve Jobs, Arbeitsbedingungen und den Patentkrieg

Auf der D10-Konferenz von All Things Digital gab Apple-Chef Tim Cook ein Interview. Dabei sprach er unter anderem darüber, dass Apple einige "unglaubliche" neue Produkte vorstellen werde. Details gab er allerdings nicht bekannt. Auf Nachfrage nach einem kleineren iPhone oder einem Fernseher berief sich Cook auf die Geheimhaltungspflicht seines Konzerns, die er in Zukunft noch verschärfen möchte. Er gab sich aber mit den Wachstumsraten der Apple-TV-Box sehr zufrieden und meinte: "Wir werden weiter an der Kette ziehen und schauen, wohin uns das bringt." Industriekenner halten es für möglich, dass Apple in diesem oder dem nächsten Jahr einen iTV in die Geschäfte bringt. In früheren Äußerungen hatte Cook der als Apple TV vertriebenen Set-Top-Box den Status eines Hobbys zugewiesen.

Tim Cook über Apple TV.

"Siri kann noch viel mehr"

Für Siri versprach Cook Verbesserungen in den nächsten Monaten: "Es kann noch viel mehr." Cook verteidigte in dem Interview den "persönlichen Assistenten", mit dem sich Besitzer eines iPhone 4S unterhalten können - der aber oft dafür kritisiert wird, nicht gut genug zu funktionieren. "Die Kunden lieben Siri", sagte Cook. Zugleich arbeiteten viele Menschen bei Apple daran, die Funktion zu verbessern, und das werde in den kommenden Monaten spürbar werden.

Cook über Siri.

OS X und iOS bleiben getrennt

Cook bekräftigte, dass Apple im Gegensatz zu Microsoft nicht auf ein Betriebssystem für Tablet und PC setzen werde. Wenn man Rücksicht auf Überbleibsel aus der PC-Welt nehme, halte das die Innovation bei der Bedienung der Tablet-Computer auf, argumentierte er. Zugleich glaube er nicht, dass Tablets die Notebooks und Desktops ganz ersetzen werden.

Der Schatten von Steve Jobs

Cook wird oft mit seinem Vorgänger Steve Jobs verglichen. Er versuche die meisten Dinge einfach weiter "fließen zu lassen", in einigen Bereichen wolle er sich aber auch von Jobs unterscheiden, so Cook. So versuche er beispielsweise in sozialen Belangen transparenter zu sein. Im Umgang mit den Arbeitsbedingungen in China hat der CEO bereits gezeigt, dass er versucht, aus dem Schatten von Jobs zu treten. Cook erwähnte auch, dass er mehr Produkte in den USA herstellen wolle. Bisher werden der iPhone-Prozessor und die Glasabdeckung in den USA gefertigt. Er investiert auch weniger Zeit in Design und Marketing als sein Vorgänger.

Er habe nie versucht, Steve Jobs zu ersetzen, sagte Cook. Der Apple-Gründer sei ein Genie und Visionär gewesen. "Ich denke, er ist unersetzlich." Er habe von Jobs vor allem gelernt, wie wichtig es sei, einen klaren Fokus auf das Wichtige zu behalten. Es sei klar, dass Apple sich in einiger Hinsicht verändern werde. Das sei aber auch im Sinne von Jobs, der nicht gewollt habe, dass Apple sich frage: "Was würde Steve tun?"

"Der Patentkrieg geht mir auf die Nerven"

Über die Gerüchte, dass Apple Facebook stärker in das iPhone integriert, sagte Cook zum Publikum: "Bleiben Sie dran." Das Gerücht hält sich hartnäckig, da Apple bereits mit Twitter einen solchen Deal abgeschlossen hat. Möglicherweise gibt Apple bei der Worldwide Developers Conference (WWDC) am 11. Juni mehr dazu bekannt. Enttäuscht zeigte sich Cook über die Patentschlachten mit Samsung und anderen Smartphone-Herstellern. Er verteidigte die Klagen Apples gegen die anderen Konzerne, da diese das kreative Schaffen Apples kopieren würden. Die Klagen seiner Gegner nannte er hingegen unfair, da Apple wegen Verletzungen von Patenten verklagt werde, die nötig seien, um Smartphones zu bauen, die mit industrieweiten Technologiestandards kompatibel sind. (APA/soc, derStandard.at, 30.5.2012)

Der Patentkrieg geht Tim Cook "auf die Nerven".

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    Apple-CEO Tim Cook bei der D10-Konferenz.

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