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Der "Augustin" sucht nach "Liebhaberinnen" und "Liebhabern", die sich mit 25 Euro pro Monat unterstützend am "Augustin" beteiligen.
Wien - Die Wiener Straßenzeitung "Augustin" kämpft mit wirtschaftlichen Problemen und ums Überleben. "Liebe Leute! Bitte hört die Signale. Wir brauchen Eure Hilfe wirklich dringend", heißt es auf der Internet-Seite des 14-tägig erscheinenden Blattes, das von Obdachlosen, Langzeitarbeitslosen und Asylwerbern vertrieben wird. Dem "Augustin" fehlen übers Jahr 100.000 Euro, und es werden heute zehn Prozent weniger Zeitungen als früher verkauft. Die Blattmacher suchen deshalb nach "Liebhaberinnen" und "Liebhabern", die sich mit 25 Euro pro Monat unterstützend am "Augustin" beteiligen.
Bei der Straßenzeitung musste man zuletzt "viel darüber nachdenken", wie die Stadt ohne "Augustin" wäre, heißt es auf der Homepage. "Es muss uns gelingen, in den nächsten Wochen insgesamt 333 Leserinnen und Leser zu gewinnen, die bereit sind, sich am 'Augustin' zu beteiligen", sonst droht offenbar das Aus. "Der 'Augustin' ist finanzmarod geworden, denn seit ein paar Monaten macht ein Verkaufsrückgang zu schaffen, obwohl wir auf eine stolze Zahl von rund 500 registrierten Kolporteuren verweisen können und Medien mit großer Reichweite den Augustin als 'beachtenswerte' Zeitung entdeckt haben", erklären die Zeitungsmacher.
Kolporteure immer öfter desavouiert
Als Gründe für die Verkaufsrückgänge sieht man beim "Augustin" die allgemeine Krise der Printmedien, die inzwischen breitere Konkurrenz an Straßenzeitungen sowie die "Stadtentwicklung". Kolporteure von Straßenzeitungen würden immer öfter desavouiert und mit Bettlern gleichgesetzt. Beim "Augustin" fordert man deshalb die Aufhebung von Bettelverboten und den Stopp der Schikanierung von Kolporteuren. "Es ist nämlich der Punkt erreicht, wo man sagen muss, es gibt systematische Versuche, den Straßenzeitungsverkauf einzudämmen, weil viele Angehörige der Volksgruppe der Roma an diesem Kuchen mitnaschen, was ihnen aber nicht länger gegönnt wird. Der Antiziganismus hat sich längst auch über Österreich ausgebreitet."
Der "Augustin" wurde 1995 in Anlehnung an amerikanische, britische und französische Straßenzeitungen gegründet. Pro Ausgabe wurden zwischen 27.000 und 30.000 Stück verkauft, zuletzt ging die Zahl der verkauften Exemplare aber deutlich zurück. Vom Stückpreis von 2,50 Euro geht die Hälfte an die "Augustin"-Verkäufer, mit dem Rest werden Redaktion und Projekte wie Theater- und Deutschkurse, Fußball- und Tischtennistraining sowie Fotoworkshops oder ein Chor finanziert. Um den Fortbestand sichern zu können, braucht das "Augustin"-Team nun noch etwa 270 von 333 erforderlichen Unterstützern. (APA, 30.5.2012)
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Hauptsache, die Raiffeisenzeitung, Zur Zeit und gefühlte 100 Kirchenblättchen bekommen Presseförderung. (Quelle: http://www.rtr.at/de/ppf/Ve... trPFW2011)
Nicht ganz unverständlich, aber wohl nicht die Schuld der Augustin-Macher und schon gar nicht der Verkäufer. Aber wenn ich - wie heute - eine Straße wie die Landstraßer Hauptstraße runtergehe und dabei gefühlte 20 Mal und tatsächliche zehn Mal von verschiedensten Seiten angebettelt werde, dann mache ich halt zu. Das geht wahrscheinlich vielen so.
Aufdringlich habe ich die bisherigen Verkäufer nie gefunden. Inhaltlich hatte ich den Augustin als Zentralorgan der KPÖ in Eriinnerung. Was mich auch nicht wundert. Wasser predigen und Wein trinken. In dem Falle trinkt das Wasser der schlecht entlohnte Vertrieb.
ich verstehe den Zusammenhang nicht: 10% Umsatzrückgang aus Antiziganismus?
Wenn ich die Sache an sich unterstütze, aber Angst habe (aus welchen Gründen auch immer), dass mein Geld nicht bei den Bedürftigen ankommt, dann kann ich doch den Augustin weiterhin beim Verkäufer meines Vetrauens erwerben.
Kann es nicht sein, dass die Zeitung wie alle anderen wirtschaftlichen Printmedien leiden?
Oder gar, dass in Zeiten der Krise die Solidarität nachlässt?
nur anschließen. mag schon sein, dass straßenzeitungen früher von mal mehr, mal weniger freundlichen inländern verkauft wurden. doch gerade so ein projekt sollte sich niemals den gesellschaftlichen veränderungen verschließen. dass es in europa, vornehmlich rumänien, und der slowakei, eine teilweise bittere armut unter den roma und sinti gibt ist wohl kein geheimnis. dass diese leute versuchen werden in den reichen westen zu kommen und dort auf die ein oder andere weise am reichtum teilzuhaben ist nicht ganz unnachvollziehbar. ich kaufe diese straßenzeitung oft und wurde noch nie übertrieben aufdringlich angesprochen, sicher jedoch hin und wieder offensiver. sehr wohl beobachtet habe ich jedoch wie die typische nachschmarkt klientel verkäufe
Als Augustin Käufer ist man überzeugt, dass der Kaufpreis für ein intelligentes Projekt der Resozialisierung dient.
Durch zahlreiche Medienberichte von gefälschten Ausweisen und von Bettlerbanden, glauben einige ehemalige u/o potentielle Käufer (scheinbar 10%), dass der Erlös nicht im Augustin "Medienhaus" sondern bei irgendwelchen in Osteuropa sitzenden Maffiabanden landet.
Das ist sachlich vielleicht schwer nachvollziehbar, aber beim Kauf des Augustins wurde ja auch nicht auf eine sachliche Notwendigkeit sondern an eine emotionale appeliert.
…hat dieses Land die Regierung, die es verdient.
Hochmut kommt vor dem Fall!
Viel Spaß beim Fallen.
Übrigens: Habt irh Eure Meinungen auch schon der Augustin-Redaktion gemeldet? Mit Sicherheit nicht. Aber im Standard-Forum die eigene Dekadenz und Ignoranz rumspritzen… wie gesagt – siehe oben.
und im forum darunter ebenfalls.
niemand ist verpflichtet, dem augustin irgendwas mitzuteilen.
im gegensatz dazu wäre es aber vielleicht für die macher des augustins ganz nützlich, hier reinzuschauen. denn wenn es umsatz- bzw. absatzrückgänge gibt, kann es auch einfach sein, dass etwas falsch läuft.
Die Schwierigkeiten einer Straßenzeitung - übrigens eines der letzten in Österreich verbliebenen Qualitätsmedien - löst bei vielen der hier Schreibenden einen Reflex aus:
Ich muss unbedingt meine Charakterschwächen schonungslos zur Schau stellen!
Müsst ihr nicht, sage ich. Behaltet es lieber für euch.
statt larmoyantem gerede von "antiziganismus" und anderen verschwörungstheorien sollten die mal beim Peter Zwegat anrufen. entweder umsatz um 12% steigern, oder ein 17% kleinerer anteil für die kolporteure, und der laden läuft wieder.
aber 'finanzhilfe von außen' scheint als lösungsweg sehr en vogue derzeit. erst die banken, dann die piigs, jetzt der augustin.
Also stimmt ihr indirekt dem Vorwurf zu, den Vertrieb würden Bettler vornehmen.
Anstatt den Stopp "der Schikanierung von Kolporteuren" zu fordern, stoppt erst mal die Kooperation mit der rumänischen Bettelmafia.
Euer Vertrieb richtet das Blatt zugrunde.
der zusammenhang ist so: bettlerInnen versuchen in ihrer not das bettelverbot zu umgehen, indem sie sich eine straßenzeitung besorgen, und damit dann vorgeblich verkaufen, in wirklichkeit betteln. das bringt zweierlei: das betteln wird als aufdringlicher empfunden und damit noch stärker abgelehnt, und augustin-verkäuferInnen, die ja nicht betteln, sondern einer arbeit nachgehen, werden mit den bettlerInnen in einen topf geworfen, ihr geschäft leidet darunter erheblich.
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