Griechische Traditionsbank sieht Euro-Austritt düster

30. Mai 2012, 08:58

NBG fürchtet Halbierung des Einkommens und drastischen Anstieg von Arbeitslosigkeit. Sparprogramm sei so hart genug

Athen - Ein drastischer Rückgang des Lebensstandards, die Halbierung der Einkommen und ein explosionsartiger Anstieg von Arbeitslosigkeit und Inflation: Mit derart düsteren Prognosen warnt die National Bank of Greece die Griechen rund drei Wochen vor der Neuauflage der Parlamentswahl vor einem Austritt aus der Euro-Zone. Das Pro-Kopf-Einkommen würde um 55 Prozent sinken, die neue Währung gegenüber dem Euro um 65 Prozent an Wert verlieren und die seit fünf Jahren andauernde Rezession um 22 Prozent anziehen, schrieb die größte griechische Bank, die bei Vorlage ihrer Zahlen für das erste Quartal am Mittwoch einen Verlust ausweisen dürfte.

Pest und Cholera

Die NBG erklärte, sie wolle mit ihrer Warnung vor den Folgen eines Austritts aus der Euro-Zone zum Dialog beitragen. Die Parlamentswahl am 6. Mai hatte keine klaren Mehrheitsverhältnisse zwischen Anhängern und Gegnern eines mit den Gläubigern Griechenlands vereinbarten 130 Milliarden Euro schweren Konsolidierungs- und Sparprogramms erbracht. Nach der jüngsten Umfrage liegen die Befürworter des Programms derzeit leicht in Führung. Die Wahl wurde für den 17. Juni angesetzt.

Auch ohne einen Austritt Griechenlands sind die Folgen des aus Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen bestehenden Sparprogramms schon hart genug. Es löste eine Welle von Firmenzusammenbrüchen und teils gewaltsamen Protesten aus. Die Arbeitslosenquote liegt bei 22 Prozent, unter den 15- bis 24-jährigen Griechen ist sogar jeder zweite ohne bezahlte Arbeit. Zwei Drittel der Bevölkerung lehnen die Lohn- und Pensionskürzungen ab, die meisten Griechen wollen aber den Euro als Währung behalten. (APA, 30.5.2012)

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Halte die Prognose der Nationalbank eher für politisch motiviert.
Wieso sollten die Einkommen drastisch sinken, wenn die Wettbewerbsfähigkeit durch Abwertung steigt?
Und wenn Griechenland wieder ein billiges Urlaubsland ist (was sich ja vor allem in den Nebenkosten extrem bemerkbar machen würde), kommen wahrscheinlich wieder viel mehr Individualtouristen -> mehr Arbeitsplätze in den Urlaubsregionen.
Aber ich bin ja kein Experte...

".. sieht Euro-Austritt düster .."

Ich sähe einen Verbleib noch düsterer.

Wie sagte doch Ludwig von Mises?

"Es gibt keinen Weg, den finalen Kollaps eines Booms durch Kreditexpansion zu vermeiden. Die Frage ist nur ob die Krise früher durch freiwillige Aufgabe der Kreditexpansion kommen soll, oder später zusammen mit einer finalen und totalen Katastrophe des Währungssystems kommen soll."

Der Kollaps kommt auf jeden Fall. In Griechenland etwas früher. Bei uns etwas später.

http://www.banken-in-die-schranken.eu

... nur befinden wir uns derzeit nicht in einem Boom.

Nettes Zitat, aber unpassend.

Wie Richtig !

Wir befinden uns in der finalen Kollaps -Phase.

Bitte lesen Sie das Posting nochmal.

Da kommt auch das Wort "Kollaps" vor. Aus wohlüberlegten Gründen.

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