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vergrößern 800x532Mit dem Technologiezentrum Aspern IQ, das von der Wiener Wirtschaftsagentur errichtet wird, übernimmt die Stadt Wien "ganz bewusst die Vorreiterrolle als erster Bauherr".
Wien - "Aspern hat einfach was", ist man sich beim Wohnservice der Stadt Wien sicher. Entgegen vieler Unkenrufe, die geplante Seestadt im 22. Bezirk drohe zur "Schlafstadt" zu werden, hätten sich seit dem Startschuss Mitte April zahlreiche Interessenten gemeldet.
Das erste Kontingent von 1600 Wohnungen, die über die Wiener Wohnbauinitiative finanziert werden, sei so gut wie ausgeschöpft, sagt Josef Lueger von der Projektleitung. Die wirklich guten Wohnungen seien "schon längst überbucht".
Vorreiterrolle der Stadt
Mit insgesamt 240 Hektar Fläche ist die Seestadt Aspern derzeit nicht nur das größte Stadtentwicklungsprojekt Österreichs, sondern auch eines der größten Europas. Auf dem Areal - so groß wie 340 Fußballfelder oder der ganze 7. und 8. Gemeindebezirk - sollen bis 2028 rund 20.000 Menschen leben und arbeiten. Geplant sind 8500 Wohnungen und 20.000 Arbeitsplätze. "Die Stadt der kurzen Wege" lautet der Lockruf.
Nicht alles lief bisher nach Plan: 2006 sprach sich die Technische Universität Wien (TU) gegen einen Umzug in die Peripherie aus, auch die Wirtschaftsuniversität (WU) entschied sich gegen diese Möglichkeit. Eine kleine Variante des ursprünglichen Traums vom Forschungsstandort könnte das Technologiezentrum Aspern IQ darstellen, das von der Wiener Wirtschaftsagentur errichtet wird. Die Stadt übernehme hier "ganz bewusst die Vorreiterrolle als erster Bauherr", betont Finanzstadträtin Renate Brauner (SP). Die Signalwirkung des Zentrums sei jedenfalls von "hoher Bedeutung für das gesamte Stadtentwicklungsprojekt", heißt es auf der Projekt-Homepage.
Kritik am Verkehrskonzept
Nicht gerade begeistert über die Planung äußerten sich Verkehrsforscher der TU in einer Analyse der Straßenstruktur im Februar: Die Verbindung zwischen zentralen Orten sei komplex, die Seepromenade wirke "verwinkelt, abgelegen und schwer erreichbar". Es könnte für die Seestadt daher schwierig werden, sich als lokales Zentrum zu etablieren.
FP-Planungssprecher Toni Mahdalik ortet ein "teures Vorstadt-Ghetto" von Rot-Grün, die VP einen "Stadtentwicklungsflop". Das Konzept sei für Wohnbauträger nicht interessant genug. Stimmt nicht, kontert Wohnbaustadtradt Michael Ludwig (SP) - der Andrang sei so groß, dass Bauträger abgewiesen werden mussten. Fest steht: Die Buwog will nicht an den Bauträgerwettbewerben teilnehmen, auch das österreichische Siedlungswerk lässt vorerst die Finger von der Seestadt.
200 Geschäfts-Anfragen
An die vier Milliarden Euro soll der Aufbau des gesamten Stadtteils kosten. In der eigens errichteten "Wien 3420 Aspern Development AG", einer Tochter des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds und zu 26,4 Prozent im Eigentum der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), gibt man sich zufrieden mit der Entwicklung der Betriebe, die sich ansiedeln sollen. Mit drei großen Firmen sei man in Verhandlungen. Es geht um 1300 Arbeitsplätze. "Das gilt für die erste Phase bis 2017, südlich des Sees", erklärt eine Mitarbeiterin.
300 Millionen Euro investiert die BIG-Tochter in die technische Infrastruktur. Gemeinsam mit Spar European Shopping Centers (SES) kümmert sich das Unternehmen um die Auslastung der Geschäfte im Erdgeschoss. 200 Anfragen von Lokalen und Kleingewerben seien eingetroffen, das sei kein schlechter Start. Im Juni soll der erste Bauträgerwettbewerb (760 geförderte Wohnungen und 300 Studentenheimplätze) präsentiert werden. (Julia Herrnböck, DER STANDARD, 30.5.2012)
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Dagegen werden Siedlungen wie sie entlang der nördlichen U1 existieren (Großfeldsiedlung, Rennbahnweg) ja richtig lebendige Stadtviertel sein.
Das Flugfeld ist das Ergebnis unfähiger Stadtentwicklungspolitik. In Wien gäbe es genug Gebiete näher an der Stadt, die sich entwickeln ließen, aber wo nichts weitergeht (St. Marx, Nordwestbahnhof, Donauuferplatte bei Kaisermühlen) oder die aber irgendwelchen Firmenzentralen zur Verfügung gestellt werden, statt dort Wohnviertel zu etablieren (ehem. Südbahnhof), obwohl Wien ohnehin zu viele leerstehende Büroflächen hat.
Und noch ein Seestadt-Bashing Artikel mit dem ewig gleichen Inhalt. Wenn die VerfasserIn der TU Diplomarbeit (das ist die Studie mit dem verwinkelt ist schlecht) wenigstens was dran verdienen würd daß Sie tausend mal von denkfaulen Journalisten zitiert wird (ohne jemals gelesen zu werden), hätt wenigsten eine was davon.
Wird ein hübsches kleines Banlieue. Zumindest der Drogenhandel und die Kleinkriminalität werden sich über die neuen Möglichkeiten freuen....
Es ist jedenfalls ziemlich traurig, dass die Politiker im Jahre 2012 immer noch glauben, dass Satellitenstädte mit Plattenbauten modern sind. Eine gute Stadt ist dicht und kompakt, so wie die neuen Innenstadtviertel von Berlin.
D'accord. So wenig mich der Shopping-Mall-Wildwuchs freut frag mich trotzdem jedesmal wenn ich dort bin wie man es schafft an diesem Standort kein Geschäft zu machen. Weit und breit keine Konkurrenz und die Kundschaft sitzt ein paar Stockwerke höher...
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