700 Jahre altem Turm des Freiburger Münsters droht der Einsturz

116 Meter hohes gotisches Bauwerk laut Untersuchungen nicht mehr stabil - Umfassende Sanierung wird notwendig

Freiburg - Seit fast 700 Jahren ragt der 116 Meter hohe Turm des gotischen Freiburger Münsters bereits in den Himmel. Nach seiner Errichtung zählte der Turm für ein Jahrhundert zu den höchsten Gebäuden der Erde. Nun stellte sich nach fast eineinhalb Jahren Untersuchung heraus: Das Bauwerk ist hochgradig instabil. Experten haben auch die Ursache für die Schäden am historischen Freiburger Münsterturm ermittelt. Die Kraft des Windes und das hohe Alter des Baus hätten zu den Rissen geführt, teilte der Münsterbauverein am Dienstag in Freiburg mit.

Die mittelalterliche Konstruktion sei mittlerweile schwer beschädigt und habe an tragenden Stellen kritische Ermüdungserscheinungen. Der Turm sei nicht mehr stabil und müsse daher umfassend saniert werden.

Um die Arbeiten zu finanzieren, seien die Denkmalschützer auf Spenden angewiesen, sagte Faller. Es starte eine Spendenaktion, deren prominentester Pate der deutsche Nationaltrainer Joachim Löw ist. Pünktlich zur Fußball-Europameisterschaft ruft er dazu auf, mit Geld die Turmsanierung zu unterstützen.

"Schönster Turm der Christenheit"

Der 116 Meter hohe Turm des Freiburger Münsters, der um 1330 fertiggestellt wurde, wird bisweilen als der "schönste Turm der Christenheit" gelobt. Genau genommen hatte der Kunsthistoriker Jacob Burckhardt im Jahr 1869 "Und Freiburg wird wohl der schönste Turm auf Erden bleiben" geschrieben. Der Turm zieht jährlich mehr als 110.000 Besucher an und gilt als das Wahrzeichen der badischen Universitätsstadt. (APA/red, derstandard.at, 29.5.2012)

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Der Münsterturm muss bleiben

Wer will soll die Kathedralen der Gegenwart, die Atomraketen anbeten und fleißig für deren Aufstellung spenden. Viel wurde schon renoviert. Kommt man in Freiburg vorbei, ist immer wieder ein Teil des Münsters eingerüstet.

Guter Vergleich! Als heutiges Äquvalent zum Kathedralenbau fällt mir auch die Errichtung von Olympiastadien, Fußball-WM-Stadien und sonstigen Event-Tempeln ein, die allerorts aus dem Boden gestampft werden, auch wenn es das Land gar nicht braucht und gar nicht leisten kann.

Nur, die in der Ukraine oder Asabaidschan werden schon ziemlich bald als Neubauruinen verfallen, und da stehen alten Kathedralen immer noch...

Kluger Schachzug sich den Jogi als Zugpferd zu holen.
Gut aussehend, erfolgreich und eloquent! Und unwiderstehlich badisch. Einfach sehr "symbadisch" ;-)

"gut aussehend" ist ja geschmackssache ... aber "eloquent"?????

diesEM Turm droht der Einsturz

www.freiburgermuenster.info/uploads/p... tt_mbv.jpg

Und hier meine Empfehlung an die (APA-)Redakteure:

www.bfi-wien.at/kurssuche... 00/1361/C/

Hurra! Nach weniger als einer Woche durfte sich doch noch der Dativ in der Überschrift niederlassen. Jetzt droht nicht mehr DER Turm (so ein böser, böser Turm!) sondern es droht DEM Turm.

sogar bei der Bildunterschrift!

dann könnte der fast 700 alte Bau zusammenstürzen.

unglaublich, dass man um 1300 so was hohes und doch graziles bauen konnte - ganz ohne elektrizität, ohne computer zum berechnen der statik... und dann steht das ding auch noch 700 Jahre

ist echt zum staunen!

Wir sehen heute nur die Bauwerke,

die mit Plan oder zufällig stabil gebaut wurden. Ziemlich viele Kirchenschiffe und Türme sind zusammen- und umgestürzt, wurden wieder und wieder aufgebaut, wodurch man immer wieder neues ausprobierte. War ein etwas anderer Zugang als heute, da kam mit der Zeit einiges an Erfahrungswissen zusammen.

So viel ist da nicht eingestürzt. Die hatten schon eine Ahnung davon, was sie tun. Außerdem haben sie während der Bauzeit immer beobachtet, ob es auch hält.
Manchmal hat man wieder abgetragen und neue aufgebaut, wenn es zu unsicher erschien, manchmal hat man die Türme als Stümpfe stehen lassen wie bei Notre-Dame. Oder den Bau eingestellt wie in Köln. Aber die Mehrzahl ist gebaut worden und das mit unglaublichem technischen Know-How.

Das mit trial and error stimmt. Schönstes Beispiel: Hagia Sophia.
Aber viel ist denen damals nicht eingestürzt.

So eine Turmsanierung...

...ist wirklich keine billige Angelegenheit:
"
Mit 75 Euro erneuern Sie einen Meter Fuge.
Mit 150 Euro sanieren Sie einen Quadratmeter Oberfläche.
Mit 300 Euro ersetzen Sie einen Stein teilweise.
Mit 450 Euro setzen Sie eine stabilisierende Eisenspange ein.
"

...

"700 Jahre alter Turm ... droht der Einsturz"

.
schlechtes deutsch und schlechtes foto.

vom turm gibt's bessere ansichten, als die obige:
http://www.bilder-von-freiburg.de/Freiburge... pos-3.html

schlechtes deutsch

Sie müssen sich nur den Artikel "Dem" vorstellen, der vom Redakteur am Anfang des Satzes weggelassen wurde, damit es schnittiger klingt, dann passt es wieder.

"Dem 700 Jahre alter Turm..." ???

"Um die Arbeiten zu finanzieren, seien die Denkmalschützer auf Spenden angewiesen"

Ist das peinlich... sogar bei Einsturzgefahr rühren Stadt/Land/Bund kein Ohrwaschl?

Gehört ja wohl der Kirche. Warum soll der Steuerzahler für diesen milliardenschweren Verein einspringen?

Nein. Kulturschätzen gehören uns allen. Und hier noch dazu das Wahrzeichen einer Stadt. Das soll alles nix wert sein?

Nein. Das Freiburger Münster hat seit Baubeginn durch die Zähringer ~1200 nie der Kirche gehört. Zumindest nicht zur Gänze.

Es ist im Prinzip eine echte "Bürgerkirche", was ziemlich einzigartig sein dürfte bei einem Dom dieser Größe.

Zwei weitere bedeutendete Beispiele für sehr große Bürgerkirchen in Deutschland fallen sofort ein: Ulm war wie Freiburg kein Bischofssitz. Die Ulmer Bürgerschaft veranlasste mit dem Münster den Bau der nach dem Kölner Dom zweitgrößten Kirche der deutschen Gotik überhaupt. Lübeck war ein Bischofssitz. In Konkurrenz zum Dom, der dem Bischof gehörte, leisteten sich die Bürger die gewaltige Marienkirche.

Weil es, wie Museen, Schlösser etc. Kulturbauten sind.

Ich bin aus der Kirche vor langer Zeit ausgetretener Atheist, bin bin für die ersatzlose Aufkündigung von Konkordat und jeglichen Kirchenprivilegien sowie gegen jegliche staatliche Unterstützung der Kirchen beim Eintreiben ihrer Vereinsbeiträge - und bin trotzdem dafür, dass wichtige Kulturbauten die als Sakralbauten errichtet wurden, vom Staat und damit uns allen erhalten werden.

Am besten verkauft die Kirche die Bauten die ihr noch gehören an den Staat, der dafür keine Subventionen mehr ausschütten muss, die Bauten aber künftig erhält.
Für liturgische Zwecke kann sich die Kirche meinetwegen einmieten, das ist mir dann wurscht, weil das nicht mehr im allgemeinen Interesse liegt.

Das ist ein vertretbarer Standpunkt, aber vom finanziellen Aspekt her alles andere als ein Vorteil. Die Erhaltung der Bauten ist so oder so einmal aufwendig. Und Sie müssten zusätzlich Personal engagieren, das vor Ort die Sachen in Schuss hält, kleinere Reparaturen macht, etc. - anstelle der dislozierten Kirchenleute. (=Enorme Personalkosten!)

Die Konsequenz wäre, dass man Eintrittsgelder einhebt - funktioniert bei den großen Highlights, aber nicht bei den kleinen Kircherl unter denen sich sehr wohl auch Juwelen der Romanik oder Gotik verbergen können. De facto also eine kulturelle Verarmung bei gleichzeitiger Mehrbelastung für den Staat.

Deinen zweiten Absatz kann ich voll und ganz unterstützen, natürlich hast du auch mit dem ersten Recht. Wobei man die Kirchen ganz einfach verstaatlichen sollte. Deren Errichtung wurde ja hauptsächlich durch Raub, Lügen und Betrug finanziert, so holt man wenigsten für die Nachfolgegenerationen etwas zurück.

Das Freiburger Münster ist seit 1200 verstaatlicht :-P

Wie die Übertragung dann funktioniert, ist ein Detail, aber da hat du nicht unrecht, das wäre ein wenig ein Ausgleich für vergangenes Unrecht.

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