Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Forscher haben ermittelt, wie die umstrittene Technologie sozial verträglich gestaltet werden könnte.
Das ideale Tool für einen bewussten, nachhaltigen Umgang mit Energie oder doch ein Einfallstor für Hacker und weiterer Schritt zum gläsernen Menschen - die Geister scheiden sich zwischen Befürwortern und Kritikern einer neuen Generation von Stromzählern, den sogenannten Smart Metern.
Seit Ende April eine Smart-Meter-Verordnung des Wirtschaftsministerium auf dem Tisch liegt, kocht die Debatte wieder hoch. Demnach sollen bis 2019 in 95 Prozent der heimischen Haushalte die analogen Drehstromzähler gegen digitale Geräte ausgetauscht sein. Basis dafür ist das dritte EU-Energiepaket, das eine Umstellung in 80 Prozent der europäischen Haushalte bis 2020 vorsieht.
Schon jetzt sind in Österreich knapp 200.000 von rund 5,5 Millionen Stromzählern umgerüstet - die Technologie wird derzeit in zahlreichen Modellregionen getestet. Fast unübersichtlich ist die Bandbreite der Forschungsprojekte im Dunstkreis von Smart-City- und Smart-Grid-Experimenten, die im Programm "Neue Energien 2020" des Klima- und Energiefonds gefördert werden (der wiederum von Verkehrs- und Umweltministerium gespeist wird).
Dienstagabend hinterfragten Experten auf Einladung des Datenschutzvereins Quintessenz im Wiener Museumsquartier den Nutzen der umstrittenen "intelligenten" Stromzähler. Heute, Mittwoch, werden die Ergebnisse des Klimafondsprojekts mit dem Titel "Smart New World?" vorgestellt - mitsamt Empfehlungen an Politik und Energieversorger.
"Wir wollten die Beurteilung von Smart Metern aus einer gesamtheitlichen Sicht analysieren, um herauszufinden, wie eine sozial verträgliche und konsumentenfreundliche Einführung aussehen könnte", sagt Jürgen Suschek-Berger vom Interuniversitären Forschungszentrum für Technik, Arbeit und Kultur (IFZ) der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt.
Dazu wurden Interviews mit Experten sowohl von der Befürworterseite - Energieversorger, Netzbetreiber und Hersteller - als auch mit Kritikern - Konsumenten- und Datenschützer, die vor einem überstürzten Zählertausch warnen - geführt. Die Konsumenten kamen in vier Fokusgruppen zu Wort, wo Menschen mit Smart-Meter-Erfahrung aus Pilotprojekten sowie unbedarfte Bürger zu Wort kamen und ihre Anliegen diskutierten.
Einblicke in den Haushalt
"Es hat sich gezeigt, dass besonders Menschen ohne Erfahrung sehr kritisch sind, was den Datenschutz betrifft", sagt Suschek-Berger. Immerhin könnte man mithilfe des ständig automatisch abgelesenen Stromverbrauchs den gesamten Tagesablauf in einem Haushalt rekonstruieren. Noch ist völlig unklar, wie viel Energieeinsparungen das exakte Wissen um den eigenen Stromverbrauch tatsächlich bringt. "Große Einsparungen konnten bisher nur unter Laborbedingungen erzielt werden", betont Projektpartner Walter Peissl vom Institut für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichische Akademie der Wissenschaften. Auch darüber, wer die Investitionskosten trägt, herrscht noch völlige Unklarheit.
Die Forscher raten den Entscheidungsträgern, eine offene Debatte anzuregen, in der auch die Konsumenten eingebunden werden. Diese sollten selbst wählen können, welche Funktionen ihre Zähler haben. Leichte Bedienbarkeit der Geräte, Sperrfunktionen gegen unerwünschtes Auslesen der Daten und transparente Tarifmodelle gehören dem Projekt zufolge ebenfalls zu den Grundvoraussetzung für eine breite Akzeptanz der digitalen Stromzähler.
"Die Einführung von Smart Metern ist ein ähnlich großer Wechsel wie der von Gaslicht zu Strom vor 120 Jahren", betont Datenschutzexperte Hans Zeger, der ebenfalls in das "Smart New World"-Projekt eingebunden ist. " Der Gesetzgeber hat bisher verabsäumt, wissenschaftliche Ergebnisse zu berücksichtigen."(Karin Krichmayr, DER STANDARD, 30.5.2012)
Wissen: Smarte Zähler
Smart Meter (intelligente Stromzähler) messen den Stromverbrauch exakt nach Uhrzeit und liefern die Daten automatisch an den Netzbetreiber und die Bewohner, die per Internet oder Handy jederzeit darauf zugreifen können. Das macht die jährliche Stromablesung überflüssig, soll beim Energiesparen helfen und flexible Tarife ermöglichen. Smart Meter sind Voraussetzung für intelligente Stromnetze, die die Einspeisung von erneuerbarer Energie steuern sollen.
Die Möglichkeit, die Zähler von der Ferne aus abzuschalten, könnte gezielte Hackerangriffe erleichtern, aber auch Softwarefehler könnten das Netz großflächig zum Absturz bringen, warnen Datenschützer und IT-Experten. Konsumentenschützer befürchten sprunghafte Preisänderungen, die Ärztekammer spricht von erhöhten Elektrosmogbelastung. Die EU feilt an derzeit an Zähler-Standards. (kri)
Das "Weltgerichtstriptychon" von Hieronymus Bosch gibt noch immer viele Rätsel auf - Die frühere Leiterin der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste, Renate Trnek, erforscht mit neuen Mitteln die bizarre Welt
Aber sie seien dort leichter zu kommunizieren, sagt Politikwissenschafter Widmann
Peter Zoller, der kürzlich den Wolf-Preis erhielt, wagt sich an ein anderes Fach - die Teilchenphysik - Peter Illetschko sprach mit ihm über das Standardmodell und über die Adeligen im Wissenschaftssystem
Forscher analysierten das Verkehrsverhalten in sieben unterschiedlichen Grazer Stadtteilen
Schaffung von künstlichem Leben ist Ziel der synthetischen Biologie - Ob der Mensch die Natur übertreffen kann und ob ein Durchbruch bevorsteht, diskutierten Experten in Wien
Verkehrsforscher der TU Wien plädieren für neues Konzept für Radweg-Kreuzungen
Suzanne Berger vom MIT hat erforscht, wie globaler Wettbewerb funktioniert: Warum Firmen ein Ökosystem brauchen und wie die USA wettbewerbsfähig werden können
Filmwissenschafter Sasa Miletic analysiert den US-Gerichtsfilm der 1990er-Jahre
Wie wird die Stadt der Zukunft aussehen? Forscher haben ein Prognosetool entwickelt, das Politikern und Stadtplanern helfen soll, auf Entwicklungen rasch zu reagieren
Der deutsche Antisemitismusforscher Wolfgang Benz sprach zum zehnjährigen Bestehen des Wiener Ustinov-Instituts über die alte Juden- und die neue Islamfeindschaft
Wie Hochwasser entsteht und wie Flusslandschaften funktionieren, wollen Schüler gemeinsam mit Forschern erkunden - Dazu kartieren sie das Umland von Flüssen und simulieren die komplexen Vorgänge in der Au
Die renommierte Kulturwissenschafterin Elisabeth Bronfen beschäftigt sich mit Hollywoods Darstellung von Kriegen und ihrer Aufarbeitung - und kommt dabei zu überraschenden Schlussfolgerungen
In Spanien fangen die Energieversorger gerade an, die Smartmeter in Haushalten zu installieren. Der spanische Fiskus hat schon reagiert und die Energieversorger verdonnert, ihm Einblick in die Messergebnisse zu geben. Die Messungen des Stromverbrauchs sollen dem Fiskus als Beweis dienen, dass jemand seine Ferienwohnung vermietet hat, ohne die Mieteinnahme zu versteuern oder dass jemand sich mehr als 181 Tage im Jahr in Spanien aufgehalten hat und daher in Spanien steuerpflichtig ist. Schöne neue Welt!
Durch den vermehrten Einsatz von nichtgrundlastfähigen Stromerzeugern wie Wind und Photovoltaik ist es nunmal notwendig, herauszufinden wann und wo Strom benötigt wird bzw. den Strombedarf dann an die Erzeugung anzupassen. Das geht halt nur mit den sogenannten "Smart-Metern". Die Alternative dazu wäre weg mit den Alternativenergien und Rückkehr zu Strom aus Kohle und Atomkraft. Smart-Metering ist was sinnvolles, warum man hier schon wieder Panik schüren muss ist mir völlig unklar. Schon alleine der Hinweis auf Datenschutz und Elektrosmog ist in Zeiten von Facebook und Handys total lächerlich!
... und die Menschen MIT Erfahrung sitzen alle bei unseren Energieversorgern, na sicher! Trotzdem spannende Lektüre: "Blackout" www.amazon.de/BLACKOUT-... spät-Roman
Viel Spass beim Nachdenken!
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.