Deutsche Behörden sehen keine Bedrohung durch Cyberwaffe

29. Mai 2012, 19:16
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Privatrechner durch "Flame" nicht gefährdet

Der neue Computer-Wurm Flame stellt nach Einschätzung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn keine Bedrohung für Deutschland dar. Es lägen derzeit "keine Erkenntnisse vor, die auf eine Betroffenheit von Einrichtungen in Deutschland hindeuten würden", teilte ein Sprecher am Dienstag mit. Auch stelle die Schadsoftware keine Bedrohung für Privatrechner dar.

"Komplexität"

Der neue Virus Flame treibt laut dem russischen Antivirus-Unternehmen Kaspersky Lab bereits seit März 2010 sein Unwesen, war wegen seiner "extremen Komplexität" aber bisher nicht aufzuspüren. Er soll als "Cyberwaffe" noch gefährlicher sein als der Wurm Stuxnet, der im Jahr 2010 in der iranischen Atomanlage Natans unter anderem Zentrifugen lahmgelegt hatte.

Vorbeugende Maßnahmen sind laut BSI angesichts eines hochspezialisierten Angriffs, wie er durch die Schadsoftware Flame möglich sei, nur sehr schwer zu ergreifen. Grundsätzlich sollten sich Unternehmen und Organisationen der Risiken durch die Möglichkeit eines Cyber-Angriffs aber bewusst sein. Dazu gehöre auch, die vorhandenen Daten, Infrastrukturen und Prozesse kontinuierlich auf ihren Schutzbedarf hin zu analysieren, betonte das Bundesamt. Bei Informationen mit hohem Schutzbedarf sei zu überlegen, ob und wie die Zugriffswege sicher gestaltet werden könnten. Beim BSI ist seit fast einem Jahr ein Cyber-Abwehrzentrum angesiedelt. Dessen Aufgabe ist es, Cyberangriffe auf Behörden und kritische Infrastrukturen abzuwehren und Schutzmaßnahmen zu entwickeln. (APA, 29.05. 2012)

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